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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume II
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Tagebücher292 hat. Enfin nous verrons. Die Frage mit ihren großen inneren Schwierigkei- ten besteht nach wie vor, und diese können durch alles hin- und herreisen, Besprechen etc. nicht gehoben werden. comorn und Peterwardein halten sich noch immer. gleich nach der rück- kehr des Kaisers werden die Berathungen über die définitive Gestaltung ungarns anfangen, natürlich regen sich also jetzt mit erneuerter energie alle Partheyen. haynau und Jellachich werden dazu erwartet, der Banal- rath in kroatien hat endlich nachgegeben und die verfassung publicirt, aus ungarn marschiren die russen heraus bis auf 60.000 mann, welche bleiben sollen, vorerst heißt es bis zur übergabe comorn’s. die rekrutirungen und Armeeergänzungen gehen trotz der Beendigung der kriege fort, was ich nicht begreife. dagegen stockt es mit dem ins leben treten aller admini- strativen organisationen, d.h. es stellt sich heraus, daß ihre einführung eine geraume Zeit erfordern wird, indessen herrscht auf dem lande überall eine vollständige wenn auch gemüthliche Anarchie, den bisherigen Behör- den, herrschafts- und kreisämtern gehorcht niemand mehr, kein Bauer zahlt, weder den frühern herrn, noch den geistlichen, den schullehrer etc., und es wäre hohe Zeit, daß dem durch die neue organisirung ein ende ge- macht würde. man spricht davon, mobile colonnen zur execution zu bilden, was zwar nicht gerade constitutionell, aber, wenn man nun schon einmal mit der neuen organisirung nicht sobald fertig werden kann, noch immer besser wäre, als gar nichts zu thun. Wegen der künftigen einrichtung italiens hört man auch noch nicht viel. Bruck ist hier, wie ich höre, mit entwürfen schwanger, und zwar unglück- seligsterweise für eine einheitliche verfassung und verwaltung des gan- zen königreiches, welches die sicherste Art wäre, es bey nächster gelegen- heit ganz zu verlieren und die venezianischen Provinzen, in denen, und namentlich in venedig, sich jetzt wieder ein ganz erträglicher geist zeigt, sich gewaltsam zu entfremden. ich muß Bruck nächstens besuchen, es wäre heillos, wenn man sich zu so etwas entschlösse. überhaupt ist jetzt der entscheidende Augenblick, wo, nachdem Alles durch das schwert wieder gewonnen worden ist, Alles durch einen schöpfe- rischen kopf neu organisirt werden muß. Aber haben wir einen solchen in office? Ich finde keinen. inzwischen hebt sich das vertrauen, die Papiere und Wechselcourse stei- gen überraschend, und das gold- und silberagio fällt ebensosehr, letzteres stand gestern schon nur mehr auf 9 1/2 %. [Wien] 12. september Peterwardein hat sich ergeben. dagegen hält sich comorn hartnäckig, und die garnison, welche während des Waffenstillstandes durch Zuzüge zer-
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
II
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
716
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

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  1. Tagebücher 1848–1853 7
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