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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume II
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Tagebücher380 connivenz für die italiener, theils um schmerling hinaus zu intriguiren, wie er denn auch gleich Burger aus gratz als ersatzmann kommen ließ. Auch schwarzenberg trat ihm bey. gerade aus diesen ursachen wäre mir schmerlings rücktritt unangenehm gewesen, mehr aber noch, weil dieses wieder verwirrung und Zersplitterung in unsere mit mühe beginnende Parteyorganisirung gebracht hätte, da schmerling doch noch einiges Anse- hen unter diesen leuten besitzt. diese crisis scheint nun beseitigt, was mich nicht wundert, da die kerls Alle an ihren Portefeuilles mehr als an allem anderen hängen, und es ist gut so. die kerls müssen sich alle abnützen, ohne Ausnahme. von mir sprach man wieder als statthalter für die lombardey, was ich jetzt beynahe als eine insulte ansehen muß. das in rosenau ausgearbeitete operat habe ich verschickt, ebenso meine commentarien etc. dazu, und die Besprechung auf den 25. kommenden mo- nats anberaumt. Am 24. nachmittags fuhr ich nach oedenburg, tags darauf mit einem schlechten fiaker bis Pápa und von da nach város–löd, wo ich übernach- tete. gestern mittags kam ich über veszprim hier an, ich wählte diesen Weg, um diesen theil ungarns zu sehen. hier ist Alles überfüllt, und ich bekam mit mühe ein Zimmer, eine menge hübsche Weiber und ziemlich viel (männliche) Bekannte, eine superbe Gegend und ein vortrefflicher Sau- erbrunnen, den ich heute zu trinken anfing, ich will sehen, wie lange es mir hier gefällt. [füred] 4. August mein hiesiges leben ist sehr einförmig. des morgens um 6 oder 1/2 7 trinke ich den Brunnen, gehe dann spatzieren, sitze im Park und lese, frühstücke dann im freyen, um mittag oder auch zuweilen Abends bade ich im see und gehe den ganzen Abend auf der Promenade, dem einzigen spatziergange, den es hier gibt, auf und ab. gesellschaften, Parthieen etc. gibt es hier nicht, überhaupt wenig damen der guten gesellschaft und noch weniger hübsche Weiber, ganz anders als ich es mir vorgestellt hatte, in den ersten tagen waren des Annaballes wegen (der heute vor 8 tagen stattfand) sehr viele leute hier, darunter Amèlie Almásy, ihre dünne schwester emma rosa Batthyány und hedwig medniansky, jetzt ist es ziemlich leer. die minister Alexander Bach dagegen forderte die zumindest vorübergehende Beibehaltung des gerichts in verona als Zugeständnis an die italienischen forderungen nach stärkerer Autonomie. nach weiteren debatten in den folgenden ministerräten erschien das gesetz als kaiserliches Patent v. 7.8.1850, in dem ein einheitlicher gerichtshof in Wien geschaffen wurde.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
II
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
716
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

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  1. Tagebücher 1848–1853 7
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