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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume II
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Tagebücher386 [Wien] 29. August unsere conferenzen sind gestern Abends geschlossen worden. stifft war da, kleyle hatte sich auf solange entschuldigt, bis er seine entlassung wirklich erhalten haben würde,1 der mann weiß nicht recht, was er will, aus mähren kamen egbert [Belcredi] und Widmann, aus Böhmen niemand, zum theile aus dem vernünftigen grunde, weil sie selber ein comité ungefähr in un- serm sinne organisirt haben und, da dieses jetzt nicht beysammen ist, ohne ermächtigung nicht theilnehmen können, jedoch war Albert nostitz, der Präsident desselben, da, und wenn er auch nicht zu den Besprechungen kam (die bey mir stattfanden), so sprach ich doch mit ihm, und ebenso egbert, zum theile, weil sie, wie z.B. Wolkenstein, Wurmbrand etc. von überspann- ten christlich-germanischen, historischen etc. ideen ausgehen, d.h. selbst nicht wissen, was sie wollen. Aus steyermark kam niemand, ja frank hat, wie ich im letzten momente erfuhr, den entwurf nicht, wie ich ihn darum bath, nach kärnthen, krain und tyrol verschickt, weil er niemand geeigneten kenne etc., als ob er sich deßhalb nicht an Andere hätte wenden können. so sind die leute, unge- schickt und voll kleinlicher Bedenklichkeiten. Jedoch arbeitet kaisersfeld einen entwurf in der Art des meinigen aus und wird ihn mir mittheilen. ich habe ihm heute das resultat unserer Besprechungen geschrieben. An thä- tigkeit in jeder einzelnen Provinz fehlt es nicht, und was wir bisher gethan haben, hat mächtig dazu beygetragen, nur der Zusammenhang zwischen den einzelnen ländern hat seine schwierigkeiten, muß sehr vorsichtig behandelt werden, um keine eifersuchten zu erregen, und wird großentheils brieflich besorgt werden müssen. ohnehin sind die Hauptrichtungen in allen Provin- zen daselbst [sic], am wenigsten decentralisirend in Böhmen und mähren, weil man dort den separatismus der czechen fürchtet. unsere discussionen waren ziemlich lebhaft, ja zuweilen sogar hitzig. egbert ist ein schwätzer und will immer widersprechen. ich war eigentlich allein gegen 3, da stifft sich von den alten formen und vorurtheilen nicht los machen kann und nicht sehr schnell auffaßt. die decentralisirung der Administration, d.i. ihre übernahme aufs landesbudget fand, wenigstens in Bezug auf ihre unmittelbare durchführbarkeit, Anstände, da wie gesagt die mährer und Böhmen sich vor dem czechischen föderalismus fürchten, und man wollte dieß der organischen entwicklung überlassen, als ob diese in die- ser richtung denkbar wäre! im übrigen wurde der entwurf im Wesentlichen 1 karl v. kleyle schied nicht aus dem staatsdienst aus, er blieb chef der sektion für landes- kultur (landwirtschaft) und forstwesen im ministerium für landeskultur und Bergwesen bzw. seit der Auflösung dieses Ministeriums 1853 bis zu seinem Tod 1859 im Finanzminis- terium.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
II
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
716
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Tagebücher 1848–1853 7
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