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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume II
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Page - 434 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume II

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Tagebücher434 koi, der ein entsetzlicher faiseur d’embarras ist, uns den ersten stock im Palais giustiniani, wo die taglioni, der es gehört, im zweiten stocke wohnt, antrug, was allerdings in vieler Beziehung weit besser ist, jedoch in diesen letzten tagen eine heillose confusion macht, doch ist dieses Alles heute ar- rangirt worden. es ist nun bey mir seit 2 tagen eine Art von schreibendem hauptquartier aufgeschlagen worden, so daß ich dabey gar nicht mehr zu Athem komme und froh seyn werde, wenn einmahl Alles vorüber seyn wird. gestern war ein recht hübscher Ball bey der taglioni und am 29. ein gar- nisonsball im Palazzo grassi. Am 9. gehen erdödys fort, welche, besonders leopoldine, die Blume unserer gesellschaft waren. leopoldine erdödy ist eine charmante liebenswürdige junge frau, qui fait un peu la coquette avec moi, worüber ich nichts weniger als böse bin, und es wird mir sehr leid thun, wenn sie fortgeht. sonst bin ich viel bey mathilde Berchtold, deren salon (kiel, ricci etc.) mir sehr angenehm ist, auch zu Jane Pallavicini gehe ich oft des Abends, weniger jetzt zur taglioni, qui était un pis-aller. Bey nani esterhazy hatte ich neulich ein hübsches kleines diner zum geburtstage valentins, wozu sie mich auf eine sehr freundschaftliche Weise geladen hatte. ich denke, bis ge- gen den 10. oder 12. märz hier zu bleiben und dann über triest, vielleicht görz, und grätz nach Wien zurückzukehren, wo ich gegen den 20. einzutref- fen gedenke. die Wiener Blätter sprechen wieder von meinem eintritte in den reichs- rath, von dem übrigens wieder Alles still ist. schwarzenberg soll nächstens wieder nach dresden gehen, wo die dinge denn doch nicht so recht vorwärts zu gehen scheinen, und da wird dann in unsern inneren Angelegenheiten wieder ein stillstand eintreten, übrigens ist so eben die politische organi- sation italiens erschienen. mit vielem lärmen die alte, was auch ganz recht ist, da die alte vortrefflich war, nur wäre dabey der lärmen überflüssig, wenn das statuto, recte die statuti erscheinen, nescio.1 Bruder krauss ist Justizminister, was mit schmerling geschieht, weiß ich nicht, einstweilen erholt er sich in mölk beym Prälaten. meine Briefe aus Wien und den erbländern lauten alle voll mißmuth, mißtrauen, unzufriedenheit und Befürchtungen naher gewaltsamer ereig- nisse, der gallische hahn will wieder krähen, mit mensdorff ist man in Wien 1 Die Kaiserliche Verordnung v. 31.12.1850, „wodurch die Grundzüge über die definitive Ein- richtung der politischen verwaltungsbehörden im lombardisch-venetianischen königreiche festgesetzt werden“, wurde am 27.1.1851 im reichsgesetzblatt publiziert. das königreich blieb in zwei verwaltungsgebiete mit statthaltern in mailand und venedig geteilt, bis zum erlass der besonderen Amtsinstruktionen galten weiterhin die bisherigen gesetzlichen vorschriften über die geschäftsbehandlung und die dienstliche stellung der Behörden und Beamten.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
II
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
716
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Tagebücher 1848–1853 7
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