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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume II
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Tagebücher438 vielmehr der ochs Bach steht am Berge, nur Bruck leistet auf seinem felde wirklich großes, und auch schmerling muß man die gerechtigkeit wider- fahren lassen, daß er die Justizreform trotz aller einstreuungen vollständig durchgeführt hat. dagegen sind unsere finanziellen Zustände bis nun immer die alten, silber um 30%, deficit 6–8 millionen monatlich. Wir wollen nun auf die Arméereductionen hoffen. thun soll abtreten, klammert sich aber winselnd an sein Amt. Zsédényi schreibt mir, daß es in ungarn noch eben so steht wie vor 6 monathen. die militärherrschaft in 3/4 theilen der monar- chie nimmt eher zu als ab. [venedig] 17. februar Abends Wenn ich nicht in vielen, namentlich in allen meine finanziellen verhält- nisse betreffenden Beziehungen einen unverwüstlich leichten sinn, beson- ders aber einen unerschütterlichen glauben an meine Zukunft und meinen Beruf hätte, so müßte mir zuweilen ganz trübe zu muthe werden, und trotz alle dem habe ich Augenblicke, wo ich mich einer solchen stimmung kaum erwehren kann. meine Angelegenheiten in görz nehmen eine sehr unglück- liche richtung. spangher, der mir Alles verdankt, was er hat und ist, ver- gilt mir mit schurkereyen und den ehrenrührigsten Beschuldigungen und findet leute genug, die ihm helfen, während ich schlecht oder gar nicht bedient werde. Auf dieses letzte capital hatte ich gerechnet, um mich da- mit bis auf bessere Zeiten fristen zu können, wenn mir nun diese hoffnung vereitelt wird, so bleibt mir fast kein anderer Ausweg übrig, als um jeden Preis ein Amt zu suchen oder mit Aufopferung meiner ganzen bisherigen socialen und politischen stellung mich in neue Wege zu werfen. Beydes ist bitter genug, besonders in meinen Jahren und bey meinen Antecedentien. meine schwester gabrielle und meine tante hadik, die allein meine lage kennen, möchten eine angemessene heirath für mich zu stande bringen, doch ist dieses schwierig, und ich nicht der mann, um jeden Preis darauf einzugehen. ich sehe mich jetzt, nach Allem, was ich erlebt und gethan, auf den Ausgangspunkt zurückgeworfen, nur mit dem unterschiede, daß jetzt, wo soviele Augen auf mich gerichtet sind, soviele erwartung auf der einen, soviel haß und neid von der anderen seite mich begleiten, eine solche cata- strophe doppelt bitter wäre, daher solange als möglich verheimlicht werden muß. freylich lassen sich jetzt auf lange hinaus gar keine Berechnungen an- stellen, denn es gährt an allen ecken, mehr als seit 2 Jahren, in frankreich, wo eine catastrophe zu nahen scheint, im oriente, wo die Pforte und Aegyp- ten wieder anbinden, in deutschland vollends. schwarzenberg ist wieder in dresden, man will dort trotz des Widerspruches der kleinen den Bun- destag wiederherstellen und diesen so ziemlich mediatisiren, verstünde
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
II
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
716
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
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  1. Tagebücher 1848–1853 7
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