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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume II
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Tagebücher470 des ministeriums, namentlich Bach’s, ebensowenig einverstanden ist als ich und sich ebensowenig ein Blatt vors maul nimmt. Auch Bruck sprach ich neulich vor seiner Abreise nach london, er macht kein hehl daraus, daß er ein sinkendes schiff verlassen hat. überhaupt mehren sich die Anzeichen, es ist unglaublich, was für grob- heiten und insulten Bach einstecken muß, d.h. einsteckt, um minister zu bleiben, eine galgenfrist. Alles ist in das stocken gerathen. Wien ist furchtbar langweilig. heute erschien der kaiser bey der frohn- leichnamsprocession, ich ließ mich entschuldigen, nicht ein vivat war zu hören. mathilde Berchtold war wieder ein paar tage hier, auch olga ou- stinoff ist hier, ich war neulich zum erstenmahle seit vorigem Jahre in Ba- den und machte heute aus langer Weile eine einsame Promenade in die Brühl. [Wien] 29. Juny fürst Windischgrätz schickte neulich rousseau zu mir, um mir für das über- sendete mémoire zu danken, welches er mit großem interesse gelesen habe, in den meisten Punkten damit einverstanden sey und nur in einzelnen din- gen davon abweiche, in welchen weiß ich nicht. vor einer Zusammenkunft war keine rede, indem, wie rousseau hinwarf, er, da er morgen abreist, jetzt sehr in Anspruch genommen sey. ich erwiederte mit complimenten und setzte hinzu, ich behielte mir vor, im herbste dem fürsten meinen persönli- chen Besuch zu machen. Jablonowsky habe ich auf seinen Wunsch ein exemplar zurückgelassen, damit er den geeigneten leuten davon mittheilung machen könne, unge- rechnet das für kübeck bestimmte exemplar. ich habe die Benützung ihm ganz anheimgestellt und mir nur die veröffentlichung verbethen. An hartig habe ich durch szécsen vater eine copie geschickt. morgen Abend reise ich über Prag, dresden wahrscheinlich ohne Aufent- halt nach Paris, mein ostensibler reisezweck ist ostende und die seebäder sowie die industrieausstellung in london (wohin ich aber schwerlich gehen werde). gabrielle war gestern und heute herin, gestern war ich mit ihr, Bebe strozzi und felix Jablonowsky in der Arena in fünfhaus. Paris 6. July 1851 ich verließ Wien am 24. nachmittags 7 uhr, fuhr die ganze nacht durch, es war die unangenehmste fahrt der ganzen reise, kalt, gepreßt in unseren Waggons, alle einrichtungen spottschlecht, um 10 uhr des morgens war ich in Prag, so ermüdet wie ich es seit lange nicht gewesen, zum theile schreibe ich dieses wohl auch den großen erotischen Anstrengungen zu, die ich in den
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
II
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
716
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

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  1. Tagebücher 1848–1853 7
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