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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume II
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Page - 561 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume II

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56113. Juni 1852 men, mit eigenen Augen zu sehen. mochte es nun eine richtige oder eine irrige Berechnung von seite des ungarischen Adels gewesen seyn, bey dieser gelegenheit so zahlreich und glänzend zu erscheinen, et de vouloir faire pro- fession de sentimens monarchiques, soviel ist gewiß, daß durch die einig- keit und politische haltung desselben in diesen letzten 3 Jahren dieser er- ste Besuch des kaisers zu einem politischen ereignisse wurde, während die ähnlichen ersten Bereisungen der übrigen Provinzen ohne alle Bedeutung bleiben, ja daß selbst der kaiser durch die Art und Weise, wie er dieselbe unternahm, diese politische Bedeutung anerkannte. An einem der letzten tage meines Aufenthalts in Wien begegnete ich Procop lazanzky, welcher dießmal ganz zahm geworden, mir von einer Pro- testation sprach, die man beym erscheinen des neuen zu gewärtigenden Adelsstatutes und der damit erfolgenden (jetzt erst definitiven) Aufhebung der stände ausgehen lassen solle, und sich deßhalb näher mit mir bespre- chen wollte, doch sah ich ihn nicht mehr, wohl wegen des inzwischen einge- tretenen todes seiner großtante lazanzky. hübner soll von Paris abberufen werden, weil er sich mit dem Präsiden- ten zu weit eingelassen und namentlich an der abenteuerlichen sendung heecke rens Antheil genommen.1 die russische Ansicht, welche l. napoléon entschieden feindlich ist, scheint in Wien oberhand zu gewinnen, anderer- seits höre ich aber auch, daß Buol nicht ganz befriedigen soll. mit Preußen stehen wir auf so gespanntem fuße wie je. ich verließ Wien am 10., frohnleichnamstag, um 8 uhr früh und fuhr mit der eisenbahn nach Bruck a./l., dort wartete ich die Prozession ab, aß und fuhr dann über die Parndorfer haide nach Wieselburg, wo ich übernachtete. tags darauf ging ich nach Altenburg hinüber und sah mir da die landwirth- schaftliche Anstalt ziemlich en détail an, nach tische fuhr ich nach raab, übernachtete dort, wurde durch feuerlärmen aus dem schlafe geweckt, da in aller schnelligkeit ziemlich nahe von meinem Wirthshause 6 häuser ab- brannten, und fuhr tags darauf, gestern 12., um 10 uhr mit dem dampf- boote nach gönyö, wo wir nach 2stündigem Warten das Wiener schiff bestie- gen und Abends gegen 8 hier anlangten. von Bekannten fand ich an Bord nur Andlau und seine maitresse. hier erwartete mich gabrielle in der königinn von england, wo sie mir Wohnung bestellt hatte. Bald darauf kam rudolph Wenkheim, und ich ging 1 frh. georges charles heeckeren d’Anthès hatte im mai 1852 über persönlichen Auftrag louis napoleons die haltung der drei konservativen mächte russland, österreich und Preußen zu einer Wiedererrichtung des kaisertums in frankreich erkundet. der österrei- chische gesandte frh. Josef Alexander v. hübner, der bis 1859 in Paris blieb, nennt ihn in seinem tagebuch den „Bruder lustig des zweiten kaiserreiches.“
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
II
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
716
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Tagebücher 1848–1853 7
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