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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume II
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Tagebücher570 gante damen: kalergis, seebach, Benkendorf, kisseleff, Bloudoff, severine, Anrep etc., den größten theil derselben, insofern ich sie nicht wie kisseleff und Antoinette Bloudoff von früher her kannte, habe ich in diesen tagen kennen gelernt. dann viele engländer und unter diesen einige aus der gu- ten gesellschaft: general sir J. Woodford, sir ch. grey, lady macdonald etc. von oesterreichern viele und glücklicherweise lauter gute Bekannte: franz Wimpffen, lichnowsky, Pachta, Janos Palffy, hans kolowrat, fanny stockau, thysebaert, ugarte etc. vorgestern fing ich meine trinkcur an, die Badecur werde ich erst in eini- gen tagen beginnen, bis jetzt spüre ich noch wenig Wirkung. die Barkoczys führen wie gewöhnlich ein abgeschiedenes leben, und ich sehe sie nicht so viel als die übrigen Badegäste, helene sah ich noch gar nicht, es sind eigen- thümliche leute. trotz der zahlreichen und gut gewählten gesellschaft ist doch blutwenig entrain und vergnügen vorhanden, da es fast nur wirkliche curgäste gibt, die des morgens von 6 bis gegen 9, Abends wieder von 6 bis 8 gewissenhaft trinken, vormittags baden etc., daher fast keine Zeit für Parthieen etc. übrig bleibt. dazu kömmt die wirklich africanische hitze, welche sogar mir fast unerträglich wird. um 1 uhr (eine unbegreifliche stunde) ißt man an ta- ble d’hôte, herzlich schlecht, ich im kurhause mit Wimpfen, lichnowsky, ugarte, Pachta, Papa Barkoczy, Palfy und einigen Bayern, die zu unserer täglichen gesellschaft gehören: fürst taxis, Welden, Präsident Zurhein, fugger. Abends habe ich bisher mit Welden, Zurhein, gestern auch noch mit Pachta und Präsident voltz in irgend einem garten der umgebung auf gut bayerisch gekneipt, d.i. Bier getrunken und soupirt, was aber ein ziemlich langweiliger spaß ist. hoheiten gibt es hier leider die schwere menge, denen man sich allen vor- stellen lassen muß, was ich denn auch thun werde: die königinn von Bay- ern (eine wahre königinn an schönheit und Anstand), das königspaar von schweden sammt kindern, die großherzoginn von mecklenburg strelitz sammt tochter, die geschiedene frau des königs von dänemark,1 herzog max in Bayern etc. Am ersten tage nach meiner Ankunft traf ich hier Bethmanns und vrintz aus frankfurt, welche aber am selben tage abreisten. [Bad kissingen] 22. July die cur wirkt bis jetzt nur ganz gelinde auf mich, von einer crisis keine spur, übrigens ist der Arzt damit zufrieden, ich trinke 4 gläser rakoczy des 1 Prinzessin karoline v. mecklenburg-strelitz war von 1841–1846 mit dem späteren (seit 1848) könig frederick vii. von dänemark verheiratet.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
II
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
716
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Tagebücher 1848–1853 7
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