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Über die Produktion von Tönen - Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
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All diese von Lehmann verwendeten Erzählpraktiken konstruierten ein Musizie- ren, das für zeitgenössische LeserInnen als Kunst erkennbar wurde und oftmals auch explizit als Kunst bezeichnet wurde: „Es tut gut, manchmal haltzumachen in dieser Jagd nach Vollkommenheit und Erfolg, die das Leben eines ‚arrivierten‘ Künstlers bedeutet.“ 121 Die Annäherung an das Ideal des künstlerischen Musizierens erfolgte dabei mit fortdauernder Erzählung  – die Erzählfiguren des Aufstiegs und der künst- lerischen Entwicklung waren zentral für Lehmanns Geschichte. 5.5.2 Konrad Bergmann: Landmusik nebenbei Die Erzählung von Konrad Bergmann ist innerhalb der ersten Dimension die wich- tigste negativ auf Kunst bezogene Erzählung.122 Seine Erzählung wird durch die Referenz des Musizierens als Kunst  – verglichen mit den Referenzen der anderen Dimensionen  – am besten erklärt.123 Bergmanns Erzählung ist daher am besten geeignet, die zur zentralen Referenz der Kunst in Kontrast stehenden Erzählungen exemplarisch darzustellen. Die 1996 im Selbstverlag publizierte Erzählung trägt den Titel „Leben  – Heimat  – Arbeit. Der Rückblick des Oberdorfer Glasmachers Konrad Bergmann“. Sie beschreibt auf 172 Seiten das Leben Bergmanns über eine Reihe von Tätigkeitsfeldern: vor allem seine Arbeit als Glasmacher und sein Fami- lienleben, aber auch Freizeitaktivitäten und anderes. Konrad Bergmann wurde 1911 in Voitsberg (Steiermark/Österreich) geboren. Sowohl sein Vater als auch seine Mutter arbeiteten in einer Glasfabrik. Bergmann blieb sein Leben lang im Bezirk Voitsberg wohnhaft, wo auch seine musikalischen Auftritte stattfanden. Musizieren nahm in Bergmanns Erzählung quantitativ nur wenig Raum ein. Auf gerade sechs Seiten (in den ersten 76 Seiten der Erzählung, die sein Leben vor 1938 behandeln) beschrieb er seine Mitgliedschaft in zwei verschie- denen Musikkapellen sowie seine Tätigkeit als Tanzmusiker. Die Anforderung an musikalische KünstlerInnen, ihr Leben ganz in den Dienst der Musik zu stellen und dies durch eine entsprechende Gewichtung des Musizierens in der Lebensgeschichte zu zeigen, wurde hier negiert. Davon zeugt etwa auch die Kapitelüberschrift „Nicht nur Sport  – auch Musik“ 124: Musik wurde damit als bestenfalls gleichberechtigt mit 121 Ebd., 117. 122 Der Beitrag seiner Erzählung zur Varianz der ersten Dimension beträgt 2,7  Prozent der Gesamtvarianz und ist damit etwa eineinhalbmal mal so hoch wie der durchschnittliche Bei- trag zur Varianz. 123 Die erste Achse erklärt 14  Prozent (cos2) der Erzählung. 124 Bergmann, Leben, 41. Kunst erzählen: Exemplarische Lebensgeschichten 137
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Über die Produktion von Tönen Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Title
Über die Produktion von Tönen
Subtitle
Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Author
Georg Schinko
Location
Wien
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20802-0
Size
15.5 x 23.5 cm
Pages
310
Keywords
Music-making, Musician, Work, Vocation, Art, Austria, Correspondence analysis, Life Writing, Interwar period --- Musizieren, Musiker, Arbeit, Beruf, Kunst, Österreich, Korrespondenzanalyse, Lebensgeschichtliche Erzählung, Zwischenkriegszeit
Category
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