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Über die Produktion von Tönen - Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
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6.2.2 Franz Gierer: Musizieren ohne Plan und Ziel Die Erzählung von Franz Gierer nimmt innerhalb der zweiten Dimension die wichtigste negativ auf Beruf bezogene Position ein.93 Zudem wird seine Erzählung durch die Referenz des Lebensberufes  – verglichen mit den Referenzen der anderen Dimensionen  – am besten erklärt.94 Sie ist daher geeignet, die zur zentralen Refe- renz des Lebensberufes in Kontrast stehenden Erzählungen zu repräsentieren. Die von Gierer ab 1995 auf Tonband gesprochene Erzählung wurde von seinen Töch- tern im Selbstverlag herausgegeben. Unter dem Titel „Meine Lebenserinnerungen“ beschrieb Gierer Ereignisse von seiner Kindheit bis hin zum Ruhestand, wobei er vor allem in den späteren Kapiteln die Erzählung stark durch seine Berufstätigkeit als Baumeister strukturierte. Franz Gierer wurde 1906 in Pöchlarn (Niederösterreich/Österreich) geboren. Beide Eltern waren Landarbeiter mit einer kleinen Landwirtschaft. Gierer musizierte sporadisch, meist innerhalb von Österreich. In Franz Gierers Erzählung nahmen nicht- musikalische Arbeits- und Unterhaltstätigkeiten großen Raum ein. Schon auf den ersten Seiten, in denen er seine Kindheit beschrieb, fanden sich unterschied- liche Arbeitstätigkeiten: „Wir Kinder mußten am Feld und im Haus mitarbeiten  […] Wenn ich einem Nachbarn half, bekam ich ein Stück Brot oder ein Schmalzbrot und ein paar Kreuzer.“ 95 „Ab und zu ging ich auch von der Schule weg auf einen Acker, wo Mutter arbeitete. Sie brachte uns das Essen dorthin mit und wir mußten anschließend noch Feldarbeiten ver- richten, bis es dunkel wurde.“ 96 Das frühe Mithelfen und Mitarbeiten wurde von Gierer in einen Zusammenhang gestellt mit Beschreibungen von Armut und Mangel in seiner Kindheit: „Meine Eltern, Leopold und Josefa, waren aus ärmlichen Verhältnissen und als Landarbei- ter tätig.  […] Das Haus stand auf einem Hang. Bei starkem Regen drang öfters Wasser durch die Mauern, sodaß sich am Fußboden Lachen bildeten.“ 97 93 Der Beitrag seiner Erzählung zur Varianz der zweiten Dimension beträgt 11,9  Prozent der Gesamtvarianz und ist damit etwa sechsmal so hoch wie der durchschnittliche Beitrag zur Varianz. 94 Die zweite Achse erklärt 26  Prozent (cos2) der Erzählung. 95 Gierer/Annerl- Gierer (Hg.), Franz Gierer, 12. 96 Dies., 15. 97 Dies., 11. Open Access © 2019 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO. KG, WIEN KÖLN WEIMAR Einen Lebensberuf haben168
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Über die Produktion von Tönen Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Title
Über die Produktion von Tönen
Subtitle
Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Author
Georg Schinko
Location
Wien
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20802-0
Size
15.5 x 23.5 cm
Pages
310
Keywords
Music-making, Musician, Work, Vocation, Art, Austria, Correspondence analysis, Life Writing, Interwar period --- Musizieren, Musiker, Arbeit, Beruf, Kunst, Österreich, Korrespondenzanalyse, Lebensgeschichtliche Erzählung, Zwischenkriegszeit
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