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Tourismus und Klimawandel
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8.1 Allgemeine Entwicklung und Trends Der Aufbau und Ausbau von landschaftsunabhängigen An- geboten, wie Wellness- und Indoorsportanlagen, wird häufig in Zusammenhang mit einer Förderung des Ganzjahrestouris- mus genannt und als Möglichkeit gesehen, die Winter- bzw. Schneeabhängigkeit von Alpendestinationen zu verringern. Solche schneeunabhängigen Angebote scheinen vor allem für Destinationen in tieferen Höhenlagen eine geeignete Möglichkeit zu sein, sich an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen und eine Saisonverlängerung in den Sommer und Frühherbst hinein zu erzielen (Müller und Weber 2007; Müller et al. 2007; Scott und McBoyle 2007; Siegrist und Gessner 2011; Clivaz et al. 2012). In diesem Zusammenhang werden insbesondere dem Wellness- und Gesundheitstourismus gute Marktchancen und Potenziale eingeräumt (Schobersberger 2008; BMWi 2011; Adamer-König et al. 2018), wobei eine Abgrenzung der bei- den Begriffe nicht immer einfach ist (Smith und Puczkó 2009; Johnston et al. 2011; Voigt und Pforr 2014). Während der Ge- sundheitstourismus (Medical Tourism) mit dem Ziel der nach- weisbaren Verbesserung des Gesundheitszustandes im Urlaub seinen Fokus auf die Behandlung, Linderung und Heilung von Krankheiten legt, beschäftigt sich der Wellnesstourismus mit einer ganzheitlichen Förderung und der Erhaltung von Gesundheit und Wohlbefinden (Voigt und Pforr 2014). In der Praxis verlaufen die Grenzen jedoch nur selten trennscharf und der Wellnesstourismus wird bisweilen als Untersparte des Gesundheitstourismus gesehen (Müller und Lanz Kaufmann 2001; Heublein und Kronthaler 2014; Peters et al. 2017). Auch der Begriff der „Medical Wellness“, die „klassische“ Wellness mit medizinisch-therapeutischen Angeboten kom- biniert, unter anderem mit Anti-Aging-Anwendungen und schönheitschirurgischen Behandlungen, zeigt, wie fließend hier die Übergänge in der Realität verlaufen können (Illing 2004; Dörpinghaus 2009; Schletterer Wellness & Spa Design GmbH 2010). Ein mögliches Hilfsmittel zur Differenzierung stellt das Wellnesskontinuum dar (Ardell 1977; Miller 2005; Berg 2008); im touristischen Kontext wird auch der Begriff Medical-Wellnesskontinuum verwendet. Dieses Modell er- möglicht eine Einteilung der Betriebe, je nachdem, ob sie einen stärkeren Medizin- oder Wellnessbezug aufweisen, und trägt damit der Vielfalt an Betriebstypen Rechnung. Die unterschiedliche Ausrichtung spiegelt sich auch in den ver- wendeten Begriffen wider, z. B. Medizinhotel, Medical Hotel etc. bei eher medizinisch geprägten Angeboten bzw. Relax- oase, Spa1, Wellnesshotel oder dergleichen, wenn Entspan- nung und Wohlbefinden im Mittelpunkt stehen. Gefördert werden beide Formen durch die älter werdende Gesellschaft in den wichtigsten Herkunftsländern und dem Inlandsmarkt. Unabhängig von der genauen Definition und Abgrenzung herrscht Einigkeit darüber, dass sich die zunehmende Beliebt- heit von Gesundheits- und Wellnessangeboten auf gemein- same Nenner bzw. globale Megatrends zurückführen lässt (siehe Abschn. 1.2.7). 8.2 Relevante Entwicklungen in den wichtigsten Herkunftsländern 8.2.1 Wellness Der Wellnesstourismus ist in Österreich stark von der Nach- frage im Inland geprägt. Laut Erhebungen der Österreich Werbung verbrachten im Tourismusjahr 2017/2018 ca. 8 % 1 In einem Spa werden, typischerweise unter Zuhilfenahme von (Heil-) Wasser, Fitness, div. Behandlungen und Entspannungsmöglichkeiten angeboten. Zum Ursprung des Begriffs gibt es verschiedene Theorien bzw. Herleitungsversuche (siehe dazu Illing 2015). 8 157 © Der/die Autor(en) 2021 U. Pröbstl-Haider, D. Lund-Durlacher, M. Olefs, F. Prettenthaler (Hrsg.), Tourismus und Klimawandel, https://doi.org/10.1007/978-3-662-61522-5_8 Indooraktivitäten und damit zusammenhängende Einrichtungen Coordinating Lead Authors (CLAs) Ulrike Pröbstl-Haider Lead Authors (LAs) Claudia Hödl, Kai Illing Contributing Authors (CAs) Robert Ranzi, Oliver Fritz
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Tourismus und Klimawandel
Title
Tourismus und Klimawandel
Authors
Ulrike Pröbstl-Haider
Dagmar Lund-Durlacher
Marc Olefs
Franz Prettenthaler
Publisher
Springer Spektrum
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-662-61522-5
Size
21.0 x 28.0 cm
Pages
263
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