Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Tourismus und Klimawandel
Page - (000169) -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - (000169) - in Tourismus und Klimawandel

Image of the Page - (000169) -

Image of the Page - (000169) - in Tourismus und Klimawandel

Text of the Page - (000169) -

der befragten Urlauberinnen und Urlauber einen Wellness- urlaub2. Von ihnen stammten wiederum rund 49 % aus Ös- terreich, gefolgt von Deutschland mit 31 % und der Schweiz mit 9 % (Österreich Werbung 2019a). Die typische Wellnessurlauberin bzw. der typische Well- nessurlauber in Österreich ist Mitte 40, reist in Begleitung der Partnerin bzw. des Partners (52 %) und nächtigt in einem 4-Sterne-Hotel (65 %). Die durchschnittliche Aufenthalts- dauer beträgt dabei 5,3 Nächte und die Topaktivitäten stellen Schwimmen bzw. Baden (68 %) sowie die Nutzung von Well- ness- und Schönheitsangeboten (54 %) dar (Österreich Wer- bung 2019a). Während im Winter der Besuch von Thermen (46 %) und Skifahren (40 %) ebenfalls beliebte Aktivitäten sind, so gewinnen demgegenüber auf das Gesamtjahr bezogen Spazierengehen/Bummeln/Flanieren (52 %) und Wandern (51 %) an Bedeutung (Österreich Werbung 2018, 2019a). Neueste Zahlen weisen zudem den Gesundheitstourismus mit einem Nächtigungszuwachs von 3,7 % gegenüber dem Sommer des Vorjahres als eine der momentan am stärksten wachsenden Tourismussparten in Österreich aus. Auch hier spielen mit einem Anteil von 56,5 % vor allem die Gäste aus dem Inland eine tragende Rolle (Fleischhacker 2019). Auf- fallend ist die vergleichsweise hohe Aufenthaltsdauer der Ge- sundheitsurlaubenden, die mit 7,7 Nächten deutlich über dem Wert von 5,3 in der Sparte Wellnessurlaub liegt (Österreich Werbung 2019a, b) und sogar noch deutlicher über dem ge- samtösterreichischen Schnitt von 3,3 Nächten (Statistik Aus- tria 2020). Trotz dieser aus wirtschaftlicher Sicht positiven Zahlen darf aber nicht vergessen werden, dass der Anteil an Gesundheitsurlaubenden (Gäste, die in Kurheimen und Reha- kliniken genächtigt haben, sind hier ausgenommen) derzeit lediglich 2 % beträgt (Österreich Werbung 2019b). Aus me- thodischer Sicht muss außerdem angemerkt werden, dass die genannten Nächtigungszahlen auf der speziellen Auswertung ausgewählter Gemeinden mit ortsgebundenen Heilvorkom- men, Kuranstalten, Einrichtungen für Kneipp- und sonstige Kuren sowie Thermalquellen und Thermen beruhen (Luftkur- orte nicht miteingeschlossen; Fleischhacker 2019) und daher eine Kombination aus Wellness- und Gesundheitstourismus wiedergeben. Obwohl Wasser nicht zwangsläufig das definierende Ele- ment von Wellnesstourismus sein muss, so bilden Spa- und Thermenanlagen wohl das bekannteste Angebot in diesem Bereich (Voigt und Pforr 2014). Die Beliebtheit der Aktivität Schwimmen bzw. Baden bei den österreichischen Wellness- urlaubenden spricht ebenfalls dafür, dass der durchschnitt- liche Gast den Begriff Wellness mit dem Medium Wasser verbindet und das Vorhandensein entsprechender Anlagen, wie z. B. Pools, Thermalbecken, Hallenbäder, erwartet. 2 Samplegröße: n = 1489 Wellnessurlaubende; Frage: Wie würden Sie Ihren Aufenthalt bezeichnen? (Max. 3 Urlaubsarten können genannt werden). Die zunehmende Nachfrage nach Wellnesstourismus hat mitunter dazu geführt, dass sich eine steigende Zahl an Destinationen als Gesundheits- bzw. Wellnessdestination vermarktet, um auf diese Weise stärker in das Bewusstsein der gewählten Zielgruppe zu rücken und diese gezielt an- zusprechen (Voigt und Pforr 2014). Ein entsprechender Ver- such, die Alpen als Wellnessdestination zu etablieren, verbirgt sich hinter der Marke „Alpine Wellness“. Diese länderüber- greifende Marketingkollaboration ist ein Zusammenschluss alpiner Regionen in Österreich, Deutschland, Südtirol und der Schweiz (IQ MEDIEN GMBH o.J.; Österreich Werbung o.J.; Pechlaner und Fischer 2004; Clivaz et al. 2012). Die ausgewählten „Alpine Wellness Hotels“ werben mit ihrer besonderen Topografie, der natürlichen Landschaft sowie mit den Schlagworten Authentizität, Exklusivität und Luxus. Auf der entsprechenden Webseite ist es außerdem möglich, Hotels zu speziellen Themen zu suchen, beispielsweise in den Kategorien Sportwellness, Romantikwellness, Medical-Well- ness, Skiwellness oder Family-Wellness. Die Entwicklung hin zu solchen Themenhotels, deren spe- zielles Angebot auf eine bestimmte Zielgruppe abzielt, stellt einen weiteren Trend in der Tourismusbranche dar, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Expertinnen und Experten aus dem Tourismus gehen davon aus, dass ein verstärkter Fokus auf Spezialisierung, z. B. im Bereich Medical-Well- ness, und Innovation nötig sein wird, um zukünftig bestehen zu können. Das trifft speziell auf den alpinen Raum mit sei- ner hohen Dichte an Wellnessanlagen und einer stellenweise bereits vorhandenen Marktsättigung zu (Illing 2004; Smith und Puczkó 2009; Schletterer Wellness & Spa Design GmbH 2010; Peters et al. 2017). Mag das Angebot eines Spabereichs noch vor einigen Jahren einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Betrieben bedeutet haben, so gilt in der Praxis heute eine zum Hotelkonzept passende Wellness- und Spaanlage ab einer bestimmten Kategorie, wie der 4- und 5-Sterne-Hotel- lerie, bereits als Voraussetzung (Heyes et al. 2015). 8.2.2 Indoorklettern Neben der zunehmenden Nachfrage nach gesundheitstouris- tischen Angeboten und Wellness lässt sich noch ein weiterer für den österreichischen Tourismus relevanter Indoortrend beobachten: das Interesse an Sportklettern und Bouldern. Das Interesse an dieser Aktivität ist in den letzten Jahren stark gestiegen, was zu einer Zunahme von Kletterhallen geführt hat. Der Deutsche Alpenverein (DAV) hat in einer Umfrage beispielsweise festgestellt, dass 2004 noch etwa 18 % seiner Mitglieder Kletterhallen aufgesucht haben, im Jahr 2017 wa- ren es allerdingst bereits 27 % (DAV 2018). Für Österreich fehlen zwar vergleichbare Zahlen, doch auch hierzulande wurden vor allem in den letzten Jahren vermehrt Hallen mit dem Hauptzweck Klettersport gebaut (Lampersberger et al. Spezifische Komponenten des  touristischen Angebots – Aktivitäten158
back to the  book Tourismus und Klimawandel"
Tourismus und Klimawandel
Title
Tourismus und Klimawandel
Authors
Ulrike Pröbstl-Haider
Dagmar Lund-Durlacher
Marc Olefs
Franz Prettenthaler
Publisher
Springer Spektrum
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-662-61522-5
Size
21.0 x 28.0 cm
Pages
263
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Tourismus und Klimawandel