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• Passivhausbauweise zur Minimierung von Wärmever-
lusten über die Gebäudehülle,
• Flächenheizsysteme (z. B. Fußboden- und Wandheiz-
flächen, Deckenstrahlplatten) statt Luftheizungsanlagen,
• Berücksichtigung erneuerbarer Energien im Sinne einer
nachhaltigen Wärmeversorgung (z. B. thermische Solar-
anlagen, Erdwärmepumpen, Biomasseheizkessel),
• Wärmetauscher zur Rückgewinnung von Lüftungs-
wärmeverlusten,
• gezielter Einsatz natürlicher Querlüftung (z. B. mittels
automatischer Klappfenster),
• Mischformen aus natürlicher und mechanischer Belüf-
tung,
• effiziente Nutzung von Tageslicht zur Reduktion des Be-
leuchtungsstrombedarfs,
• zeitgemäßes Beleuchtungskonzept (z. B. Präsenzmelder,
Tageslichtsensoren, energieeffiziente Leuchtmittel/
LEDs),
• bei Neubauten Betonkernaktivierung der Bodenplatte zur
Schaffung groĂźer thermischer Speicher in Kombination
mit solarer Wärmebereitstellung.
Allgemein kann festgehalten werden, dass die meisten
Kletterhallen in Ă–sterreich bereits einen niedrigen Energie-
verbrauch pro Anlage aufweisen, was vermutlich darauf
zurĂĽckzufĂĽhren ist, dass sie zum GroĂźteil erst in den letzten
Jahren erbaut worden sind und daher höheren Energiestan-
dards entsprechen als Altbauten (Lampersberger et al. 2017a).
Aufgrund der eingesetzten Energieinnovationen werden von
Lampersberger et al. (2017b) die Kletterhalle Saalfelden
(CO2-Einsparung: ca. 17 t/Jahr) sowie das Kletterzentrum
Innsbruck (CO2-Einsparung: ca. 87 t/Jahr) dennoch als Best-
Practice-Beispiele besonders hervorgehoben.
8.4.2 Spa- und Wellnessanlagen
Da Hallenbäder ganzjährig beheizt werden müssen sowie
das Becken- und Brauchwasser für die Duschen vorgewärmt
werden muss, fällt ihr Wärmeverbrauch in der Regel deutlich
höher als der Strombedarf aus. Strom wird in erster Linie für
Lüftungs- und Pumpenanlagen benötigt sowie für den elek-
trischen Betrieb von Saunaanlagen. Einspareffekte lassen sich
daher in erster Linie durch eine Minimierung der Wärmever-
luste erzielen (Lampersberger et al. 2017a). Folgende MaĂź-
nahmen können zu einer entsprechenden Senkung des Ener-
gieverbrauchs beitragen (Energie Schweiz 2010; Perincioli
2010; BMWFW et al. 2015; Lampersberger et al. 2017a):
• Minimierung von Wärmeverlusten über die Gebäude-
hülle (z. B. Sicherstellung einer dichten Gebäudehülle,
hochwertige Dämmung – insbesondere bei Fenstern und
verglasten Bereichen, Vermeidung von Wärmebrücken), • Berücksichtigung erneuerbarer Energien (z. B. ther-
mische Solaranlagen),
• Wärmerückgewinnung aus dem Abwasser von Becken
und Duschen (z. B. mittels Plattenwärmetauscher oder
mithilfe statischer Systeme in Kombination mit Wärme-
pumpen),
• Wärmerückgewinnung aus der Abluft von Lüftungs-
anlagen mittels Wärmetauscher,
• Verminderung von Wärmeverlusten durch Verdunstung
(z. B. Schwimmbadabdeckung, Abdeckung und Däm-
mung von Ausgleichsbecken, Quergefälle zum Abfließen
des Wassers an Hallenböden),
• Senkung der Verdampfungsrate zur Reduktion des Ent-
feuchtungsaufwandes der LĂĽftungsanlage (z. B. durch
geringfügige Erhöhung der Luftfeuchte, sofern dadurch
keine Korrosionsschäden entstehen),
• Reduktion des Wasserverbrauchs im Sanitärbereich (z. B.
Zweitastensystem bei WC-Anlagen, Duschtaster mit
Zeitschaltfunktion, Einbau von Durchflussbegrenzern),
• Optimierung der Betriebsführung durch
– Anpassung von Wasserumwälzmengen an den Bedarf,
– Temperaturabsenkung außerhalb der Nutzungszeiten,
– bedarfsgesteuerte Anpassung der Luftwechselrate und
der Entfeuchtung von LĂĽftungsanlagen,
– Festlegen von Betriebszeiten bzw. Zeitsteuerung für
Wellnessanlagen und Attraktionen statt durchgängi-
gen Betriebs (z. B. fĂĽr Whirlpool, Sauna, Sprudellie-
gen/Sprudelbad, Gegenstromanlage, Wasserfälle),
• effiziente Nutzung von Tageslicht zur Reduktion des Be-
leuchtungsstrombedarfs,
• zeitgemäßes Beleuchtungskonzept (z. B. Präsenzmelder
im Sanitärbereich, Tageslichtsensoren, energieeffiziente
Leuchtmittel/LEDs).
Zur effizienten Analyse und Optimierung empfiehlt sich, ne-
ben dem Vorhandensein fachkundigen Personals als Grund-
voraussetzung, auĂźerdem die EinfĂĽhrung eines Energiever-
brauchsmonitorings (BMWFW et al. 2015; Lampersberger
et al. 2017a).
Als Best-Practice-Beispiele im Bereich Wellness, die sich
durch besondere Energieinnovationen auszeichnen, werden
von Lampersberger et al. (2017b) die Aqua Nova bei Wiener
Neustadt (CO2-Einsparung: ca. 220 t/Jahr) sowie die Well-
nessoase Hummelhof in Linz (CO2-Einsparung: ca. 48 t/Jahr)
genannt.
Bei fachgerechtem Einsatz des Baustoffes Holz können
auch Schwimmbäder bzw. Wellnesseinrichtungen in Passiv-
hausbauweise errichtet werden, wie das Schwimmbad im
Hotel Edelweiss in Wagrain sowie das 1. Kärntner Badehaus
in Millstatt zeigen. Neben den ökologischen Vorzügen von
Holz sprechen auch Baubiologie, Statik und Kosten fĂĽr seine
Verwendung. Im Innenausbau wirkt sich Massivholz, ins-
besondere Zirbenholz, zudem positiv auf das Wohlbefinden
8 Indooraktivitäten und damit zusammenhängende Einrichtungen 161
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Tourismus und Klimawandel
- Title
- Tourismus und Klimawandel
- Authors
- Ulrike Pröbstl-Haider
- Dagmar Lund-Durlacher
- Marc Olefs
- Franz Prettenthaler
- Publisher
- Springer Spektrum
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-662-61522-5
- Size
- 21.0 x 28.0 cm
- Pages
- 263