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Tourismus und Klimawandel
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Niederschläge aufnehmen und den Wasserabfluss verlang- samen (Rückhaltefunktion auch bei Starkregenereignissen; Zebisch et al. 2018). Vorrangig betreffen diese Maßnahmen die lokale Bevöl- kerung, es können sich jedoch auch positive Synergien für den Städtetourismus ergeben. Der Erhalt bzw. die Aufwertung von Grünräumen und deren vielfältige Nutzungsmöglichkei- ten, die Schaffung von wasserbezogenen Freiraumstrukturen sowie wassergebundene Sport- und Erholungsangebote und – soweit möglich – wasserbezogene Mobilität können wert- volle Bausteine für die touristische Angebotsgestaltung im Städtetourismus im Sommer darstellen. Der Anpassungsbedarf an Hitzewellen in der Hotellerie bzw. in der Gastronomie wird in den Kap. 4 und 5 ausführli- cher betrachtet. Durch die, im Vergleich zu anderen Ländern, in manchen Beherbergungskategorien noch sehr geringe Aus- stattung mit Kühlungsanlagen kommt einer klimaverträgli- chen Kühlung eine große Bedeutung zu, um Maladaptation zu vermeiden (BMWFJ 2010; Allex et al. 2011a; BMWFW et al. 2015). Abb. 9.2 zeigt die starke Relevanz von Gebäudeküh- lung aus der Sicht der Gäste. Neben der Gebäudekühlung ist die Bereitstellung von Trinkwasser wichtig. Die Stadt Wien hat daher bereits entsprechende Maßnahmen getroffen und Trinkwasserbrunnen installiert (Allex et al. 2011b). Maßnahmen, mit welchen sich die hohen Temperaturen in Wien angenehmer gestalten lassen SUMME 604eniek/gidnewtonsthciN 441netiekhcilgömknirTegitsnüg/sitarg/rheM 79…netfähcseG,nelakoL,sletoHninegalnaamilK 45gnuttahcseBrheM 72lebenhürpS 12noitamrofnIeresseb/rheM 02Plätze/nürGseretgelfpeg/rheM 61ednutSenierüfnemmiwhcSsitarg/redäbmmiwhcS 61nesuaP/mmargorP)-vitanretlA(setssapegnA 31)netfähcseG,nelakoL,sletoHni(nerotalitneV 9nessapnagnudielK 7nelhükbAmuzressaW 6netiehnegelegztiSrheM 6Sonnen-/Hitzeschutzutensilien 5netiezsbeirteB/-sgnunffÖetssapegnA 4"trAneredna"redelakoL/elakoLrheM 3negnutlatsnareV)-tfulierF(rheM 3siEsitarG 1netsiruoTrüfsuBreneffO 1nettelioTrheM 1nenoitatsdarrhaF/-yawgeS 1tfahcslleseGetteN 1galebneßartSrezrawhcsnieK Abb. 9.2 Maßnahmen gegen die hohen Temperaturen in Wien (Mehr- fachantworten – offene Fragen, n = 361). (Verändert nach Allex et al. 2011a, S. 24) 9.5 Handlungsoptionen, Kommunikations- und Forschungsbedarf 9.5.1 Ansatzpunkte für Maßnahmen, die Überwindung von Barrieren und Kooperation Im Städtetourismus besteht ein wesentlicher Unterschied, ob die Stadt selbst der Zielort der Reise ist oder eine von mehreren Attraktionen des nahegelegenen Urlaubsorts (z. B. Schlechtwetterprogramm für ländlichen Tourismus oder Tagesdestination einer Rundreise zu Kultur und Kulinarik). Reisende, die gezielt einen Städteurlaub in eine städtische Destination planen, könnten vermehrt über Arrangements, die eine klimaverträgliche Anreise und Unterkunft kombinieren, angesprochen werden. Vereinzelt werden bereits Anreize zur klimaschonenden Anreise in der städtischen Hotellerie gesetzt (z. B. Rabatte auf Nächtigungspreise bei Vorlage eines Zugtickets bzw. Nachweis einer anderen klimaverträglichen Anreisemodalität). In diesem Zusammenhang sind sowohl Kooperationen von Verkehrsbetrieben mit der Hotellerie als auch mit der Touris- muswerbung wichtig. Insbesondere für Geschäftsreisende, die einen wesentlichen Anteil der Städtereisen ausmachen, ist ein verstärktes Attraktivieren der klimaverträglichen Anreise eine wichtige Herausforderung in Ergänzung zu den bereits bestehenden Initiativen zur Förderung und Vermarktung einer klimaschonenden Mobilität in der städtischen Destination (z. B. Kongresstickets für den ÖV). Da Geschäftsreisende selbst ihre Reiseaktivitäten primär nach Gesichtspunkten der Zweckmäßigkeit ausrichten, ist hier vermehrte Bewusstseins- bildung durch Kongressveranstaltende bzw. Unternehmen, die Green Events ausrichten notwendig (vgl. Kap. 10). 9.5.2 Ansatzpunkte für die Akzeptanz von Maßnahmen, Information und Bewusstseinsbildung Klimaverträgliche Bauweisen bei Unterkünften sind in Kom- bination mit Design und innovativen Nutzungsmöglichkeiten der Gebäudestrukturen für einzelne Zielgruppen interessant. Die Anpassungsmöglichkeit und -kapazität an Hitze wird im städtischen Tourismus vor allem interdisziplinär zu analysie- ren und weiterzuentwickeln sein, da starke Überschneidungen mit Entscheidungen der Städteplanung, insbesondere der Frei- raumplanung, bestehen. Verbesserungen werden auch durch eine touristische Planung für städtische Destinationen erwar- tet, die bei der Maßnahmenentwicklung auch überregionale touristische Ziele miteinbezieht, um beispielsweise Angebote mit kühleren Attraktionen in Tagesdistanz zu integrieren und zu bewerben, wie beispielsweise Schutzgebiete, Berggebiete, aber auch kulturelle Attraktionen wie Klöster. Auswirkungen Spezifische Komponenten des touristischen Angebots – Attraktionen174
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Tourismus und Klimawandel
Title
Tourismus und Klimawandel
Authors
Ulrike Pröbstl-Haider
Dagmar Lund-Durlacher
Marc Olefs
Franz Prettenthaler
Publisher
Springer Spektrum
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-662-61522-5
Size
21.0 x 28.0 cm
Pages
263
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