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eine relativ große Anzahl an Personen (nämlich die Veranstal-
tungsbesucherinnen und -besucher) erreichen.
Das Netzwerk Green Events Austria (BMNT 2018a) hat
– wie bereits bei den allgemeinen Entwicklungen und Trends
erwähnt – 2018 Mindestanforderungen an nachhaltige Ver-
anstaltungen in Österreich festgelegt, um österreichweit ein-
heitliche Standards in der Organisation und DurchfĂĽhrung
von Green Events zu etablieren. Dabei handelt es sich um
MaĂźnahmen und Strategien in 7 Kategorien, die auch Teil
der Richtlinie UZ62 (BMLFUW 2014) sind. Folgend werden
die relevanten Strategien und Möglichkeiten in Bezug auf
eine Klimawandelanpassung und die Einsparung von Treib-
hausgasemissionen genannt.
• Klimaschonende Mobilität:
Bei der Wahl und Planung des Veranstaltungsortes
könnte vermehrt auf eine klimaschonende An- und
Abreise der Gäste geachtet werden und dies in ent-
sprechender Form rechtzeitig kommuniziert werden. Der
Veranstaltungsort könnte gut mit öffentlichen Verkehrs-
mitteln, wie Bahn, Bus, U-Bahn oder StraĂźenbahn, zu
FuĂź und/oder mit dem Fahrrad erreichbar sein. Ist dies
nicht gegeben, könnten umweltfreundliche Alternativen,
wie Shuttledienste, Fahrradtaxidienste, Anrufsammelta-
xis, Fahrgemeinschaften oder Mitfahrbörsen, angeboten
werden.
• Verpflegung:
Es könnten im Rahmen der Veranstaltung überwiegend
saisonale und regional produzierte Lebensmittel und
Getränke angeboten werden (vorzugsweise sind bio-
logisch produzierte Produkte denkbar). Bei der Speisen-
auswahl könnte mindestens ein vegetarisches oder
veganes Hauptgericht angeboten werden.
• Abfallvermeidung:
Getränke könnten, sofern ausreichend am Markt verfüg-
bar, in Mehrweggebinden (Fässern, Containern, Zapf-
anlagen, Mehrwegflaschen) eingekauft werden. Beim
Getränkeausschank und den Ausgaben von Speisen
ist Mehrweggeschirr empfehlenswert. In Ausnahme-
fällen könnte Geschirr aus nachwachsenden Rohstoffen
angeboten werden. Einmalportionsverpackungen, wie
beispielsweise Kaffeepads oder -kapseln, könnten grund-
sätzlich ausgeschlossen werden.
• Abfalltrennung:
Die jeweils anfallenden Abfallarten könnten unter
BerĂĽcksichtigung des regionalen Abfallsystems ge-
sammelt werden. Das bedeutet, es könnten entsprechend
gekennzeichnete Behältnisse, z. B. für Restmüll, Papier,
Glas- und Kunststoffverpackungen, zur VerfĂĽgung ge-
stellt werden.
• Ressourcenschonung:
Bei Green Events könnten Ressourcen, Wasser, Strom,
Wärme und die Verwendung umweltfreundlicher Materialien effizient eingesetzt werden. Bevorzugt wird
die Gewinnung von Wasser und Strom aus erneuerbaren
Quellen (z. B. Fotovoltaik) und der Einsatz von wasser-
sparenden Sanitäreinrichtungen (z. B. Spülstopptaste).
Ebenso könnten alle verwendeten Druckwerke, wie Ein-
ladungen und Poster, mit geringem Ressourcenaufwand
angefertigt werden.
• Aktive Kommunikation:
Die Veranstalterinnen und Veranstalter könnten in ent-
sprechender Form rechtzeitig die Green-Event-MaĂź-
nahmen an die beteiligten Personen sowie an die Teil-
nehmenden und die Ă–ffentlichkeit kommunizieren. Die
Maßnahmen könnten auch während der Veranstaltung
kommuniziert werden (BMNT 2018b).
In den Bundesländern wird eine Anzahl an Festen, Events und
Veranstaltungen nach nachhaltigen Kriterien organisiert, die
die oben genannten MaĂźnahmen und Strategien integrieren.
Darauf weisen die unterschiedlichen Initiativen, Programme
und Checklisten der Bundesländer hin, die bei der Planung
und DurchfĂĽhrung von nachhaltigen Veranstaltungen bzw.
Green Events unterstĂĽtzen sollen:
• Wien: Kriterienliste ÖkoEvent (Die Umweltberatung
2018),
• Niederösterreich: Sauberhafte Feste (NÖ Umweltver-
bände o.J.),
• Burgenland: Richtlinien und Checkliste der Burgenlän-
dischen Landesregierung für die Vergabe der Förderung
umweltfreundlicher nachhaltiger öffentlicher Ver-
anstaltungen, Abschnitt I. Förderung „a sauberes Festl“
(Burgenländische Landesregierung 2018),
• Oberösterreich: Kriterienkatalog für ein KlimaKultur-
GreenEvent OĂ– (KlimabĂĽndnis Ă–sterreich GmbH o.J.),
• Salzburg: Programm Green Event Salzburg mit Ver-
weis auf die Infothek Green Events des BMNT (BMNT
2018a),
• Steiermark: Ideensammlung zur Umsetzung verschie-
denster Green-Event-MaĂźnahmen in der Steiermark
(Land Steiermark o.J.),
• Tirol: Maßnahmenkatalog „Green Events Tirol“ (Klima-
bĂĽndnis Tirol und Umwelt Verein Tirol o.J.),
• Vorarlberg: Programm „ghoerig-feschta“ (Vorarlberger
Umweltverband 2018).
Viele Veranstaltungen der letzten Jahre in Ă–sterreich haben
gezeigt, dass bestimmte MaĂźnahmen und Strategien in Or-
ganisation und DurchfĂĽhrung von Events umgesetzt werden
können, die eine Reduktion der Umweltbelastungen und des
Ausstoßes klimaschädlicher Stoffe zum Ziel hatten. Im Be-
reich WintersportgroĂźveranstaltung kann unter anderem die
Ski-WM 2013 in Schladming genannt werden, die sich um ein
nachhaltiges Gesamtkonzept bemĂĽhte. SonderzĂĽge der Ă–BB
Spezifische Komponenten des touristischen Angebots –
Attraktionen184
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Tourismus und Klimawandel
- Title
- Tourismus und Klimawandel
- Authors
- Ulrike Pröbstl-Haider
- Dagmar Lund-Durlacher
- Marc Olefs
- Franz Prettenthaler
- Publisher
- Springer Spektrum
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-662-61522-5
- Size
- 21.0 x 28.0 cm
- Pages
- 263