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Tourismus und Klimawandel
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CO2-Äquivalente, aber auch aufgrund der Verwendung eines Emissionsfaktors für alle internationalen Flüge der Reisenden (ohne Unterscheidung zwischen Mittel- und Langstreckenflü- gen). Zusätzlich sei hier noch angemerkt, dass es auch große Unterschiede gibt, je nachdem welche Fluglinie gewählt wird. Die Austrian Airlines schneiden hierbei laut dem Airline In- dex von atmosfair (2018) sehr schlecht ab und liegen im inter- nationalen Vergleich der Klimaeffizienz auf Platz 81 von 125 bewerteten Airlines. Neben Flugzeugtyp, Winglets und Trieb- werken fließen auch Bestuhlung und Frachtkapazität sowie deren Auslastung in die Berechnung mit ein. Zudem wurden auch für die Reisedistanzen grobe Annahmen getroffen. Um genauere und differenziertere Aussagen tätigen zu können, sind daher tiefergehende Untersuchungen notwendig. 11.3 Der Beitrag des Tourismus nach Österreich zu den Treibhausgasemissionen Es gilt nach wie vor die Aussage, dass es für Österreich kaum Untersuchungen zu den Treibhausgasemissionen des Touris- mussektors gibt (vgl. APCC 2014). Detailliertere Berechnun- gen existieren nur für den alpinen Wintertourismus, wobei auch diese bereits größtenteils veraltet sind. Friesenbichler (2003) errechnete Emissionen von 3,9 Mt CO2 für den gesamten ös- terreichischen Wintertourismus im Jahr 2001, welche sich aus den Kategorien Beherbergung und Gastronomie (58 %), Trans- portleistungen inklusive An- und Abreise der Gäste (38 %) und Wintersportinfrastruktur (4 %) zusammensetzen. Bemerkens- wert ist bei dieser Studie der relativ geringe Anteil des Trans- ports; in einer Fallstudie des französischen Wintersportorts Saint-Martin-de-Belleville kamen Duprez und Burget (2007) etwa zu dem Ergebnis, dass der Touristentransport 74,0 % der Gesamtemissionen im Jahr 2006 ausmachte, während Beher- bergung und Gastronomie nur auf 18,7 % kamen. Um eine Abschätzung der Emissionen der Tourismuswirt- schaft für Österreich insgesamt zu ermöglichen, wurde für den vorliegenden Report nun eine Berechnung zur groben Annäherung zumindest an die direkten Emissionen der ös- terreichischen Tourismuswirtschaft durchgeführt (siehe An- hang). Diese basiert auf den Daten der Luftemissionsrech- nung5 von Umweltbundesamt und Statistik Austria (Statistik 5 Teilfluorierte Kohlenwasserstoffe, fluorierte Kohlenwasserstoffe sowie Emissionen von Schwefelhexafluorid und Stickstofftrifluorid werden in der Luftemissionsrechnung in Tonnen CO2-Äquivalenten angegeben. Für die übrigen relevanten Treibhausgase (Methan und Distickstoff- oxid), welche in Tonnen angegeben werden, wurden die Werte mit dem Treibhauspotenzial bezogen auf 100 Jahre gemäß den Angaben des 5. Reports des IPCC berechnet (Myhre et al. 2013). Es werden die Ge- samtemissionen gemäß UNFCCC angegeben, das heißt, Emissionen ge- bietsansässiger Einheiten außerhalb Österreichs werden abgezogen und die Emissionen nichtgebietsansässiger Einheiten in Österreich werden dazu addiert. Austria 2018b) für die einzelnen Wirtschaftssektoren und der jeweils dem Tourismus angerechneten Anteile an diesen Sektoren im Tourismussatellitenkonto der Statistik Austria (2018c). Diese so abgeschätzten Emissionen beliefen sich demnach für das Jahr 2016 auf insgesamt 4,1 Mt CO2 und, wenn man auch die übrigen Treibhausgase berücksichtigt, 4,3 Mt CO2-Äquivalente. Der Anteil an den gesamten CO2-Emis- sionen Österreichs liegt damit bei 4,6 %; berücksichtigt man nur die Emissionen der Wirtschaft ohne private Haushalte, kommt man auf einen Anteil von 6,0 %. Bei den CO2-Äqui- valenten ist der Anteil etwas geringer mit 4,2 % an den Ge- samtemissionen und 5,3 % an den Emissionen ohne private Haushalte. Im Verhältnis zum Anteil der direkten Wertschöpfungs- effekte des Tourismus an der Gesamtwertschöpfung (Brut- toinlandsprodukt), welcher sich für 2016 auf 6,4 % belief (Statistik Austria 2018c, ohne Geschäfts- und Dienstreisen), lagen damit die Emissionen etwas unter dem österreichischen Durchschnitt. Während sich die Emissionen der österreichi- schen Wirtschaft in diesem Jahr auf 0,19 kg CO2 beziehungs- weise 0,23 kg CO2-Äquivalenten pro € Wertschöpfung belie- fen, konnten die Emissionen pro € direkter Wertschöpfung im Tourismus mit 0,18 kg CO2 oder 0,19 kg CO2-Äquivalenten beziffert werden. In diesem Zusammenhang soll noch einmal darauf hingewiesen werden, dass dies nur einen Teil der Aus- wirkungen der Tourismuswirtschaft in Österreich abbildet, da die indirekten Effekte nicht angegeben werden, welche einen bedeutenden Anteil einnehmen (nimmt man für 2016 auch die indirekten Effekte dazu, erhöht sich der Anteil des Tourismus an der Gesamtwertschöpfung um geschätzte 1,8 Prozentpunkte auf 8,2 %). Des Weiteren werden dabei auch die Emissionen, die durch den Transport internationaler Gäste außerhalb Österreichs entstehen, nicht berücksichtigt. Eine detaillierte Berechnung der Transportemissionen der Gäste wurde von Unger et al. (2016) für den Tourismusort Alpbach vorgelegt. Dabei werden die Emissionen unter- schiedlicher Transportmittel der Gäste in der Wintersaison 2015 verglichen, mit dem Ergebnis, dass 58 % der Emissio- nen durch private Fahrzeuge und 36 % durch Fluganreisen verursacht werden, während Zug und Bus keine wesentliche Rolle spielten. Anreisen mit dem Flugzeug verursachten da- bei pro Gast sechsmal größere Emissionsmengen als Anreisen mit dem Bus. In der Studie von Unger et al. (2016) wurden die Transportemissionen der Gäste auf Basis von Daten zu den Herkunftsorten im Besucherregister der Gemeinde unter- sucht, welche in ein geografisches Informationssystem inte- griert wurden und damit die Identifizierung von 235 Hotspots ermöglichten, aus deren Umkreis der Großteil der Besucher kam und für die in weiterer Folge die entsprechende Reise- distanz berechnet werden konnte. Eine Durchführung der Methodik von Unger et al. (2016) auf nationaler Ebene wäre mit erheblichem Aufwand ver- bunden, zudem wären Änderungen im Forschungsdesign Globale Entwicklung und nationale Verpflichtungen202
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Tourismus und Klimawandel
Title
Tourismus und Klimawandel
Authors
Ulrike Pröbstl-Haider
Dagmar Lund-Durlacher
Marc Olefs
Franz Prettenthaler
Publisher
Springer Spektrum
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-662-61522-5
Size
21.0 x 28.0 cm
Pages
263
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