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Tourismus und Klimawandel
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erforderlich, etwa um auch Touristinnen und Touristen ent- sprechend zu berücksichtigen, die innerhalb einer Reise mehrere Orte besuchen. Zumindest sollen hier in Abb. 11.2 aber die Unterschiede in den Emissionen, die mit der An- und Abreise von Touristinnen und Touristen aus unter- schiedlichen Ländern verbunden sind, für einzelne Reisen angegeben werden. Details zu den Berechnungsannahmen finden sich im Anhang. Die Abbildung illustriert, dass fast alle Nahmärkte sehr geringe Emissionen verursachen, da die überwundenen Distanzen vergleichsweise klein sind. Wird auf diesen Strecken das Flugzeug genutzt, steigen die Emissionen gleich mit einem Faktor 4,5; wird die Bahn ge- nutzt, nehmen die Emissionen um 85 % im Vergleich zur Anreise mit dem Auto ab. Besonders problematisch sind alle Fernreisen. Schon ab einer Entfernung von 5000 km zur Destination kann allein die An- und Abreise nach Österreich so viele Emissionen verursachen wie ein durchschnittlicher Weltbürger im Jahr ausstößt. Fernreisen aus Australien oder Neuseeland verursachen Emissionen von über 14 t CO2- Äquivalenten. Da es bisher keine Studien dazu gibt, wie hoch die Treib- hausgasemissionen ausgelöst durch die Reisen von Touris- tinnen und Touristen nach Österreich sind, wurde für den vorliegenden Bericht eine erste Abschätzung auf Basis der Ankunftsstatistik (Statistik Austria 2018d), der T-MONA Befragungsergebnisse zur Verkehrsmittelwahl der Gäste in Österreich (siehe Kap. 3) und der Emissionsfaktoren des Umweltbundesamtes (2018b) gemacht. Details zu den Be- rechnungen finden sich im Anhang. Für das Tourismusjahr 2018 wurden damit rund 35 Mt CO2-Äquivalente errechnet, die durch die Reisen von Touristinnen und Touristen nach Österreich verursacht wurden. Dabei machen Fernreisen den Hauptbestandteil aus, insbesondere China (6,5 Mt) und das übrige Ost- und Südostasien (7,7 Mt), danach kommen die USA (5,0 Mt) und Australien (2,1 Mt). Die Touristinnen und Touristen aus diesen Ländern würden damit also trotz ihres relativ geringen Anteils an den Ankünften (insgesamt 6,4 %) weit mehr als die Hälfte der Emissionen verursachen. Es muss allerdings davon ausgegangen werden, dass mit dieser Berechnungsmethode die Emissionen überschätzt werden. Grund dafür ist, dass viele Fernreisende mehrere Länder und auch mehrere Destinationen innerhalb Ös- terreichs besuchen (und damit auch mehrfach in der An- kunftsstatistik aufscheinen), sodass ihre Gesamttransport- emissionen entsprechend nach Reiseland und Destination aufgeteilt werden müssten. Dies zeigt sich auch in den 0 2000 4000 6000 8000 10.000 12.000 14.000 16.000 Abb. 11.2 Mit der Anreise internationaler Touristinnen und Touristen verbundene Emissionen, in kg CO2-Äquivalent pro Reise. Annahmen: Anreise mit dem Auto bis zu einer Entfernung von 1100 km aus den Ländern Slowenien, Tschechische Republik, Schweiz und Liechtenstein, Ungarn, Deutschland, Slowakei, Belgien, Polen, Niederlande, Italien, Frankreich, Dänemark, Rumänien; Anreise mit dem Flugzeug aus Ver- einigtem Königreich, Schweden, Russland, Spanien, Israel, arabische Länder Asiens, Indien, USA, China, Südkorea, Südostasien, Taiwan, Japan und Australien. Emissionsfaktoren gemäß Umweltbundesamt (2018b): Pkw: 0,100 kg CO2-Äquivalent (Besetzungsgrad: 2,5), Flugzeug: 0,448 kg CO2-Äquivalent. Berechnung der Strecken durch Google Maps auf der Basis Salzburg–Mittelpunkt des jeweiligen Landes (Anreise Pkw) sowie durch GreatCircleMapper von Wien zur Hauptstadt des jeweiligen Landes (Anreise Flugzeug). (Datenquelle: Umweltbundesamt 2018b; eigene Berechnungen; Grafik: Prettentahler, Gössling, Damm und Neger 2020) 11 Berücksichtigung der globalen Entwicklung 203
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Tourismus und Klimawandel
Title
Tourismus und Klimawandel
Authors
Ulrike Pröbstl-Haider
Dagmar Lund-Durlacher
Marc Olefs
Franz Prettenthaler
Publisher
Springer Spektrum
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-662-61522-5
Size
21.0 x 28.0 cm
Pages
263
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