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Tourismus und Klimawandel
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Kap. 11 hat gezeigt, dass es derzeit noch große Unsicherheiten darüber gibt, wie hoch tatsächlich der Beitrag des Tourismus zu den nationalen und internationalen Treibhausgasemissio- nen ist. Es ist jedoch gewiss, dass der Anteil bedeutend ist und, in Zusammenhang mit dem prognostizierten Wachstum des weltweiten Tourismus, wahrscheinlich weiter steigen wird. Daher stellt sich die Frage, wie die Emissionen der touristi- schen Aktivitäten gesenkt werden könnten. Im vorliegenden Kapitel wird berichtet, welche Verpflichtungen und Strategien es dazu aktuell auf politischer Ebene gibt, beginnend mit in- ternationalen Verträgen, insbesondere dem Pariser Klima- schutzabkommen, und Vorgaben der Europäischen Union, bei denen Österreich sich verpflichtet hat, teilzunehmen. In weiterer Folge richtet sich das Augenmerk auf eine detaillierte Betrachtung und Bewertung der Klimaschutz-, Klimawandel- anpassungs- und Tourismusstrategien auf Bundesebene und in den einzelnen Bundesländern. Im Anschluss daran werden allgemein mögliche Maßnahmen und Potenziale besprochen. Schließlich wird unter dem Schlagwort „Paris Lifestyle“ diskutiert, welche Maßnahmen notwendig sind, um auf in- dividueller Ebene zum Ziel eines CO2-armen bzw. -neutralen Tourismus beitragen zu können. Dazu werden auch Beispiele innovativer, emissionsarmer Angebote von Tourismusbetrie- ben und Destinationen vorgestellt. 12.1 Derzeitige nationale Ambitionen und international gemachte Zusagen Seit Anfang der 1990er-Jahre wird global über eine gemein- sam abgestimmte Klimapolitik diskutiert. Im Jahr 1994 trat das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen in Kraft, dessen Mitgliedsstaaten sich fortan an einer jährlich veranstal- teten Konferenz beteiligten. In dem 1997 erarbeiteten Kyoto- protokoll verpflichteten sich die beteiligten Länder erstmals auf internationaler Ebene vertraglich zu Reduktionszielen für Treibhausgasemissionen. Am 12.12.2015 wurde dann schließ- lich auf der Weltklimakonferenz in Paris das Pariser Klima- abkommen als jüngster Meilenstein in der internationalen Klimapolitik beschlossen, welches sowohl aufgrund der brei- ten Beteiligung als auch wegen seiner ambitionierten Zielset- zungen als von historischer Bedeutung gilt (UNFCCC o.J.). Wichtigstes Ziel des Abkommens ist, dass der globale Temperaturanstieg unter 2 °C über dem vorindustriellen Niveau bleibt, nach Möglichkeit sogar nur auf 1,5 °C be- grenzt wird. Dadurch sollen, gemäß den Berechnungen des IPCC, stärkere negative Auswirkungen des Klimawandels verhindert werden. Neben diesem prioritären Ziel sind im Abkommen auch Maßnahmen zur Anpassung an den Klima- wandel enthalten sowie zur Unterstützung von Entwicklungs- ländern beim Erreichen ihrer Mitigations- und Anpassungs- ziele. Die Vertragsstaaten sind dazu aufgerufen, regelmäßig ihre nationalen Klimaschutzziele bekanntzugeben (Nationally Determined Contributions – NDCs), mit einer jedes Mal stär- keren Reduktion der Treibhausgasemissionen (Schleussner et al. 2016; UNFCCC o.J.). Die Europäische Union ist an dem Abkommen, welches im November 2016 in Kraft trat, geschlossen beteiligt (Europäische Kommission 2016a). Die österreichische Klimapolitik muss sich daher an den gemein- samen Vorgaben auf europäischer Ebene ausrichten. 12.1.1 Klimapolitik der Europäischen Union Die EU gab bereits vor den Verhandlungen in Paris bekannt, dass die Mitgliedsstaaten sich bis 2030 zu einer Reduktion der Treibhausgasemissionen um 40 % im Vergleich zu 1990 verpflichten werden, zudem sollte die Energieeffizienz im selben Zeitraum um 27 % verbessert werden und der Anteil erneuerbarer Energie auf 27 % angehoben werden (Lettische EU-Ratspräsidentschaft und Europäische Kommission 2015). Die beiden letzteren Zielvorgaben wurden inzwischen auf 12 209 © Der/die Autor(en) 2021 U. Pröbstl-Haider, D. Lund-Durlacher, M. Olefs, F. Prettenthaler (Hrsg.), Tourismus und Klimawandel, https://doi.org/10.1007/978-3-662-61522-5_12 Nationale Verpflichtungen auf Grundlage des Pariser Klimaabkommens Coordinating Lead Authors (CLAs) Franz Prettenthaler Lead Authors (LAs) Franz Prettenthaler, Andrea Damm, Stefan Gössling, Christoph Neger Contributing Authors (CAs) Stephan Schwarzinger, Willi Haas
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Tourismus und Klimawandel
Title
Tourismus und Klimawandel
Authors
Ulrike Pröbstl-Haider
Dagmar Lund-Durlacher
Marc Olefs
Franz Prettenthaler
Publisher
Springer Spektrum
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-662-61522-5
Size
21.0 x 28.0 cm
Pages
263
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