Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Tourismus und Klimawandel
Page - (000236) -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - (000236) - in Tourismus und Klimawandel

Image of the Page - (000236) -

Image of the Page - (000236) - in Tourismus und Klimawandel

Text of the Page - (000236) -

Neue Produktentwicklungen können auch dazu dienen, neue Gästesegmente anzusprechen, wie Tab. 13.1 zeigt. Bonadonna et al. (2017) erwarten in diesem Zusammenhang eine Attraktivitätsverbesserung, die vor allem bei der Gruppe der sogenannten Millennials (Personen, die zwischen 1980 und 1995 geboren sind) wirksam ist, weil für dieses Segment das Thema Nachhaltigkeit bereits einen höheren Stellenwert besitzt. Die Autoren untersuchten dies im Zusammenhang mit dem Bergtourismus in Italien. Um die betrieblichen Anpassungen zu erreichen, können zusammenfassend folgende Ansätze dienlich sein. Die Handlungsoptionen bezogen auf die Betriebe zielen darauf ab, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren und dem Gast einen Urlaub im Sinne des „Paris Lifestyle“ zu ermöglichen: • Verbesserungen auf der Angebotsseite durch Ver- besserung der Anlagen, der betrieblichen Abläufe und Anpassung von Geschäftspraktiken; • Ausbau von Beratung, Zertifizierung und Förderung bei allen Anbietern; • schrittweiser Ausbau klimaverträglicher Produkte und Dienstleistungen einschließlich Mobilität vor Ort so- wie der An- und Abreise, ggf. mit weiteren Partnern; • Kommunikation von Abwägungsentscheidungen zugunsten von Ressourceneffizienz; • Nutzung von Anpassungsmaßnahmen zur Neuposi- tionierung, um einen neuen Markt und Kundenseg- mente mit Interesse an klimaschonenden Produkten anzusprechen. Tab. 13.1 Potenzielle Effekte neuer klimaschonender Produkte mit geringeren Treibhausgasemissionen. (Verändert nach Holloway und Robinson 1995, S. 82; Zeithaml und Bitner 1996, S. 201; Komppula 2001, S. 9) Angebote Existierende Märkte/bestehende Gästesegmente Neue Märkte/neue Gästesegmente Bestehende Produkte mit Re- duktion von Treibhaus- gasemis- sionen Marktdurch- dringung Modifikationen bestehender Produkte für den bestehenden Markt und Reduktion von Treibhausgasemis- sionen Marktentwicklung Neupositionierung eines bestehenden Produktes, um einen neuen Markt und neue Kunden- segmente mit Interesse an klimaschonenden Produkten anzusprechen Neue Pro- dukte zur Reduktion von Treib- hausgas- emissionen Neuentwicklung Einführung von neuen Produkten zur Einsparung von Treibhausgasemis- sionen in einen bestehenden Markt Diversifizierung Einführung eines neuen klimaschonenden Produktes und Er- schließung eines neuen Marktes bzw. neuer Kundensegmente 13.2.3 Anpassungs- und Vermeidungsmaßnahmen durch die regionale Destination Folgt man den gesetzlichen Vorgaben, liegen die Innova- tion und Weiterentwicklung der touristischen Angebote in Österreich eindeutig bei den Tourismusverbänden. Dem- entsprechend haben die regionalen Tourismusverbände als Destinationen die Aufgabe, das Angebot von klimaverträg- lichen Produkten und Dienstleistungen zu vergrößern, um den Tourismus in ihrer Region auf einen klimaverträglichen Kurs zu bringen. Pröbstl (2011) zeigt, dass dies gerade bei Verbänden mit heterogenen Verhältnissen, wie etwa im Enns- tal, kein einfacher und vielfach konfliktreicher Weg ist, weil die regionalen Einheiten nicht immer den touristischen Netz- werken entsprechen. So organisieren sich zum Beispiel die großen Skigebiete im Westen des steirischen Ennstals über die Landesgrenzen hinweg mit Salzburger Betrieben zur Ski- welt Amadé. Ein anderes Beispiel für Zusammenschlüsse, die unabhängig von den touristischen Strukturen sind, stellen etwa die Klima- und Energiemodellregionen (KEM) oder die Klimawandelanpassungsregionen (KLAR!) dar, welche zum Motor für Anpassungs- und Vermeidungsmaßnahmen werden können (Salak 2016). Nachhaltige Anpassungsstrategien, das zeigten auch die Stakeholderworkshops6, beziehen auch die Belange der ein- heimischen Bevölkerung und deren Lebensqualität mit ein: Dabei sollte vermieden werden, dass Erholungseinrich- tungen für den Tourismus bzw. deren ressourcenschonende Anpassung von der Region, den Bürgerinnen und Bürgern fi- nanziert oder mitfinanziert werden, diese die entsprechenden Einrichtungen und Angebote jedoch nicht (oder nicht einmal verbilligt) nutzen können. Ähnliches gilt für Mobilitätsange- bote der Region, bei denen die Gäste umsonst klimaneutral an- und abreisen können, die von der lokalen Bevölkerung je- doch nicht kostenfrei benutzt werden können. Eine integrierte Sichtweise ist daher erforderlich. Diese sollte auch regional- ökonomische Belange (Wertschöpfung in der Region), soziale und ökologische Aspekte berücksichtigen. Diese Abwägung erfordert in der Regel die aktive Beteiligung der Kommunen und teilweise auch der Regionen. Um die regionalen Anpassungen zu erreichen, können zu- sammenfassend folgende Ansätze sinnvoll sein: 6 Im Rahmen der Erstellung des Berichtes wurden verschiedene Stake- holderworkshops durchgeführt. Globale Entwicklung und nationale Verpflichtungen230
back to the  book Tourismus und Klimawandel"
Tourismus und Klimawandel
Title
Tourismus und Klimawandel
Authors
Ulrike Pröbstl-Haider
Dagmar Lund-Durlacher
Marc Olefs
Franz Prettenthaler
Publisher
Springer Spektrum
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-662-61522-5
Size
21.0 x 28.0 cm
Pages
263
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Tourismus und Klimawandel