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nomischen Instrumenten. In diesem Zusammenhang stellte
die Europäische Umweltagentur (EEA 2014) fest, dass die
projektbasierte, finanzielle Unterstützung sich als der wich-
tigste Finanzierungsmechanismus für die Umsetzung von An-
passungsmaßnahmen herausgestellt hat. Positive Erfahrungen
liegen dabei vor allem aus dem Bereich des Gewässer- und
Wasserschutzes sowie dem Agrarsektor vor. Bereits jetzt ist
die Unterstützung durch die Tourismusbank in Österreich ein
wichtiges Steuerungsinstrument. Eine gezielte Förderung
durch die Österreichische Tourismusbank mit deutlicher Ori-
entierung an den Klimazielen wäre daher eine wichtige Hand-
lungsoption. Die nachstehenden Analysen legen den Schluss
nahe, dass sich mit erhöhten Förderungen die notwendigen
Veränderungen im eigenen Land schneller erreichen lassen.
Betrachtet man die geplanten Änderungen, die befragte
Hotelbetriebe vorgesehen haben (Pröbstl-Haider 2014a),
dann beziehen sich diese vermehrt auf die Umrüstung von
Heizsystemen, Energiesparmaßnahmen und die Nutzung er-
neuerbarer Energie (Abb. 13.6 und 13.7). Vor diesem Hin- tergrund wird eine wichtige Handlungsoption darin gesehen,
den Tourismusbetrieben in Österreich eine entsprechende Un-
terstützung für die Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen
rasch und unkompliziert zukommen zu lassen. Die Erfolge,
die in Deutschland mit dem ersten Erneuerbare-Energien-
Gesetz (EEG) erzielt wurden und dort zu einem enormen
Anstieg der Energiegewinnung durch Fotovoltaikanlagen
auf privaten Flächen geführt haben, sollten hierzu ebenfalls
ermutigen (Wirth 2019).
Unter diesen Voraussetzungen – das heißt einer gezielten
und großzügigen staatlichen Förderung privater Initiativen
– ließe sich ein inkrementeller Adaptionsprozess erreichen
(d. h. eine Anpassung durch viele kleine Schritte), der für
den Tourismus bislang als eher wenig vielversprechend ein-
gestuft wurde (Becken 2019). Dies mag auf der globalen
touristischen Ebene zutreffen, könnte aber in einem Land wie
Österreich, mit starker touristischer Ausrichtung und einer
Vielzahl von kleinen bis mittleren Einzelbetrieben, durch-
aus das richtige Mittel sein und gut umgesetzt werden. Dies
Abb. 13.6 Die Befragung von
Hotelbetrieben 2014 zu den
geplanten Heizungsanlagen (n =
164) zeigt ein hohes Interesse
an erneuerbaren Energieträgern.
(Pröbstl-Haider 2014a)
0% 20% 40% 60% 80% 100%
Gasheizung
Fernwärme
Ölheizung
Elektrische Heizung
Wärmepumpe
Pellets / Hackschnitzel
Solaranlage
Stückholzkessel
Biomasse
Geothermie
Sons ge:
Welche der folgenden Heizungsarten verwenden Sie derzeit
bzw. welche Änderungen sind zukün ig geplant?
Derzei g wich gster
Anlagentyp
Geplante Änderungen bzw.
Ergänzungen
nicht relevant
164 Betriebe
0% 20% 40% 60% 80% 100%
Fassadendämmung
Angebot an Bioprodukten
Einsatz regionaler Produkte
Solarthermie
Fotovoltaik
Biomasse Verwendung
Geothermie
Angebote zur Energieeinsparung
Anreize zur Energieeinsparung
Sons ges
Welche der folgenden Maßnahmen zur Einsparung von Energie
haben Sie bereits umgesetzt und welche Maßnahmen sind
geplant?
Vorhanden
Geplant
Nicht Geplant / Nicht relevant
Abb. 13.7 Die Planung von
Maßnahmen durch die befragten
Hotelbetriebe (n = 164) zur
Energieeinsparung betrifft neben
Energieeinsparung auch die
Gewinnung erneuerbarer Energie
sowie die Mobilität und den
Bereich der Ernährung. (Pröbstl-
Haider 2014a)
13 Ableitung von Handlungsoptionen 235
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Tourismus und Klimawandel
- Title
- Tourismus und Klimawandel
- Authors
- Ulrike Pröbstl-Haider
- Dagmar Lund-Durlacher
- Marc Olefs
- Franz Prettenthaler
- Publisher
- Springer Spektrum
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-662-61522-5
- Size
- 21.0 x 28.0 cm
- Pages
- 263