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Tourismus und Klimawandel
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13.4 Zusammenfassung Der Tourismus ist sowohl als Verursacher als auch als Be- troffener des Klimawandels zu sehen: 13.4.1 Klimabelastende Wirkung des Tourismus Die mit Abstand größten Belastungen im Blick auf die tou- ristischen Treibhausgasemissionen werden durch den An- und Abreiseverkehr sowie, deutlich nachrangiger, durch die Beherbergung und Gastronomie verursacht. Der Aufwand für die Aktivitäten der Gäste – selbst für den Wintersport mit Beschneiung und Pistenpräparierung – ist demgegenüber unbedeutend. Der Bericht zeigt auf, dass die Anreise nach Österreich überwiegend klimabelastend erfolgt, da drei von vier Urlau- berinnen und Urlaubern hierfür den Pkw und rund 10 % das Flugzeug nutzen. Bus und Bahn (mit sehr niedrigen Emissio- nen) werden nur von einem kleinen Teil der österreichischen Gäste genutzt, während der Flugverkehr und die damit ein- hergehenden hohen Emissionen vermehrt zunehmen. Auch die Beherbergungsbetriebe verursachen Treibhaus- gasemissionen. Die höchsten Energieeinsparpotenziale sind im Bereich der baulichen Substanzen sowie mittels Energie- effizienzmaßnahmen zu erzielen. In diesem Zusammenhang ist auch hervorzuheben, dass die Nachfrage nach Gesund- heits- und Wellnesstourismus steigt und auch die hierfür er- forderlichen Anlagen einen hohen Energiebedarf aufweisen. 13.4.2 Erwartete Klimaveränderungen und ihre Auswirkungen auf den Tourismus Die Wirkungen des Klimawandels lassen sich an verschie- denen Kenngrößen zweifelsfrei nachweisen. So ist die Luft- temperatur in Österreich seit Ende des 19. Jahrhunderts um knapp 2 °C etwa doppelt so stark angestiegen wie im globalen Mittel. Ein weiterer Temperaturanstieg von +1,3 °C bis zum Jahr 2050 (im Vergleich zum Mittel 1971–2000) ist unabhän- gig von den verschiedenen Emissionsszenarien zu erwarten. Die Erwärmung geht einher mit einer Zunahme der Hitzebe- lastung (längere und intensivere Hitzewellen) und häufigeren extremen Dürreereignissen aufgrund ansteigender Verduns- tung. Weiterhin haben die natürliche Schneedeckendauer und Schneehöhe vor allem im Westen und Süden Österreichs seit 1950 stark abgenommen. Diese Entwicklung wird sich weiter fortsetzen. Parallel wirkt sich die globale Erwärmung auch auf die Anzahl und Dauer der Zeitfenster für die technische Beschneiung in allen Höhenlagen aus. Die Anzahl der Stun- den mit guter Eignung für die technische Beschneiung wird weiter abnehmen. Weiterhin wird davon ausgegangen, dass ohne Klima- schutzmaßnahmen mit einer deutlichen Zunahme der In- tensität und Häufigkeit von kleinräumigen Extremereignis- sen (Risiko für lokale Starkregen, Überflutungen, Gewitter und Hagel) zu rechnen ist und Folgewirkungen wie Hang- rutschungen und Muren eintreten können. Die Folgen dieser Entwicklung zeigen sich in verschiedenen Bereichen: • Eine hohe Betroffenheit wird, je nach Lage und Aus- dehnung, der Städtetourismus erfahren. Für städtische Destinationen werden Hitzewellen und deren gesund- heitliche Auswirkungen die größte Herausforderung in den nächsten Jahrzehnten sein. • Der Einfluss des Klimawandels auf Beherbergungs- betriebe ist bereits heute spürbar. Wetterextreme ver- ringern die Attraktivität von Destinationen, was sich auch negativ auf die Betriebe auswirkt. Klimawandel- induzierte Kostensteigerungen sind zu erwarten, wobei es gleichzeitig auch viele Möglichkeiten gibt, kostenneu- tral Energie einzusparen. • Klimabezogene Risiken für Gastronomiebetriebe be- stehen vor allem in einer durch Ernteausfälle möglichen Einschränkung der Nahrungsmittelversorgung. Zusätz- lich können höhere Kosten durch Importe sowie durch die zur Erreichung der Klimaziele notwendige Besteue- rung von Energie beziehungsweise CO2-intensiven Produkten entstehen. • Im Bereich des Wintertourismus wird davon aus- gegangen, dass die beschriebenen Effekte zu räumlichen Umverteilungen führen und den ohnehin steigenden Wettbewerbsdruck verschärfen werden. Dieser Wettbe- werb umfasst auch andere (besonders klimaschädliche) Urlaubsoptionen wie Flugreisen in warme Gebiete und Kreuzfahrten. • Eine detaillierte Betrachtung der Wertschöpfung zeigt auch, dass mögliche wirtschaftliche Verluste durch Schneemangel im Winter durch den Sommerurlaub mit anderen Aktivitäten derzeit nicht ausgeglichen werden können. Im Bereich der urlaubsrelevanten Aktivitäten im Sommer zeigt sich, dass sich durch klimawandelinduzierte Phänomene eine hohe Betroffenheit für die Sportarten Klettern und Hoch- tourengehen, Fischen, Golfen sowie für Wasser- und Flug- sportarten ergibt. Diese könnten zu einem Destinations- oder Aktivitätenwechsel führen. 13.4.3 Handlungsoptionen Der Entwicklung und Umsetzung von Handlungsoptionen kommt eine besondere Bedeutung zu, da das Ausmaß der Globale Entwicklung und nationale Verpflichtungen244
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Tourismus und Klimawandel
Title
Tourismus und Klimawandel
Authors
Ulrike Pröbstl-Haider
Dagmar Lund-Durlacher
Marc Olefs
Franz Prettenthaler
Publisher
Springer Spektrum
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-662-61522-5
Size
21.0 x 28.0 cm
Pages
263
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