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Tragsessel in europäischen Herrschaftszentren - Vom Spätmittelalter bis Anfang des 18. Jahrhunderts
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138 Alejandro López Álvarez jedoch nur eine auf zwei Jahre befristete Genehmigung.188 Zu den Asentistas zählten auch Ambrosio Espinola, der eine einjährige Lizenz erlangte, die mehrmals verlängert wurde, sowie Hector Picamilo, der eine zweijährige Lizenz erhielt.189 So manche Person auslän- discher Herkunft, die sich Verdienste um die Monarchie erworben hatte, kam ebenfalls in den Genuss einer Tragsessellizenz, so etwa der genuesische Botschafter Juan Francisco Francesqui, der im Jahr 1606 eine Lizenz zugesprochen bekam, oder Camilo Medea, der anführte, bedeutende Mailand betreffende Geschäfte zu führen, was wohl dazu beitrug, dass seine Tragsessellizenz mehrmals verlängert wurde.190 Um in den Besitz einer Tragsessellizenz zu kommen, waren persönliche Beziehungen zum Hof von großem Vorteil, auch wenn solche nicht immer nachweisbar sind. Nutznießer solcher Beziehungen waren eindeutig Marco Antonio Padilla, der zweitgeborene Sohn des Adelantado Mayor von Kastilien, sowie Juan Garcés de Marcilla, ein Neffe des Großmeisters des Johanniterordens. Die Kammer schlug vor, Garcés de Marcilla eine Lizenz auf ein Jahr zu erteilen, da er „ein sehr enger Verwandter des Großmeisters des Johanniterordens war und deshalb von den Ordensrittern geschätzt wird und weil er ein vornehmer Herr ist“.191 Schließlich wurde auch eine Reihe von Lizenzen vergeben, über deren Inhaber wir nur wenig aus den Quellen erfahren. Sie waren unterschiedlicher sozialer Herkunft und stammten allesamt aus dem urbanen Umfeld Kastiliens.192 Zweifellos pflegte mancher die- 188 AHN, Consejos, Leg. 4419, Nr. 5; AGS CC, Libro 178, fol. 251v; AGS CC, Libro 179, fol. 11v. 189 1607 März 18 und Dezember 8; AHN, Consejos, Leg. 4418, Nr. 52 und 252; BPR, II/2395, fol. 112r–134r. 190 1606 Dezember 27; AHN, Consejos, Leg. 4417, Nr. 140. Die Lizenz für Medea von 7. März 1615 findet sich in AGS CC, Libro 183, fol. 115. Zu den Verlängerungen siehe AGS CC, Leg. 1012/116; AGS CC, Leg. 1047/53. 191 „[…] q hera muy pariente del gran maestre de San Juan y que como tal le estiman los cavalleros de la orden y que es hombre noble“. 1606 Januar 14; AHN, Consejos, Leg. 4417, Nr. 4 und 16; 1607 De- zember; AHN, Consejos, Leg. 4418, Nr. 267. 192 Beispiele hierfür sind etwa Doktor Aguiar, Professor in Valladolid (einjährige Lizenz für Mess- gänge), Lucas Jiménez, ebenfalls aus Valladolid (einjährige Lizenz), Nicolás de Escobar aus Madrid (einjährige Lizenz mit der Einschränkung, dass sein Tragsessel keine Vorhänge haben durfte), Andrés de la Cerda (einjährige Lizenz), Manuel de Castañoso Sarmiento aus Ocaña (einjährige Lizenz für einen Tragsessel ohne Vorhänge) und Antonio Rodríguez de la Banda aus Salamanca (einjährige Lizenz mit der Begründung, er sei „caballero principal y mayorazgo“). Li- zenzen wurden auch vergeben an den alten und blinden Pedro de Espinosa (dreijährige Lizenz), an Francisco Peroni (zweijährige Lizenz), an Doktor Pedro de Sosa (sechsmonatige Lizenz) sowie an Jerónimo de Silva, Ritter des Santiagoordens (einjährige Lizenz). 1605 November 26; AHN, Consejos, Leg. 4417, Nr. 148; AHN, Consejos, Leg. 4418, Nr. 158; 1608 August 30; AHN, Consejos, Leg. 4418, Nr. 121; 1608 November 7; AHN, Consejos, Leg. 4418, Nr. 126 und 127; 1609 Januar 16; AHN, Consejos, Leg. 4418, Nr. 6; 1609 Juni 15; AHN, Consejos, Leg. 4418, Nr. 89; 1606 Februar 14; AHN, Consejos, Leg. 4417, Nr. 20; 1607 Juni 3; AHN, Consejos, Leg. 4418, Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Tragsessel in europäischen Herrschaftszentren Vom Spätmittelalter bis Anfang des 18. Jahrhunderts
Title
Tragsessel in europäischen Herrschaftszentren
Subtitle
Vom Spätmittelalter bis Anfang des 18. Jahrhunderts
Author
Mario Döberl
Editor
Alejandro López Álvarez
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20966-9
Size
17.5 x 24.7 cm
Pages
432
Categories
Geschichte Vor 1918
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