Page - 190 - in Tragsessel in europäischen Herrschaftszentren - Vom Spätmittelalter bis Anfang des 18. Jahrhunderts
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190 Attilio Antonelli – Stefano Moscatelli – Ilaria Telesca
Auch wenn sich die Urteile über derartige Usancen widersprachen, ist doch unstreitig,
dass es in Neapel allgemein üblich war, sich in einer seggietta tragen zu lassen. Del Tufo be-
richtete, dass es besonders unter adeligen Frauen und anderen Damen weit verbreitet war,
sich „wunderschöner“ Tragsessel zu bedienen, in denen man sich auf den Straßen der Stadt
von seiner besten Seite zeigen konnte, ohne auf Bequemlichkeit verzichten zu müssen und
Gefahr zu laufen, dass die Kleidung oder die Frisur dabei litten.23 (Abb. 5–7). Nach Klä-
rung der terminologischen Fragen wollen wir nun zur Anthologie übergehen.
23 „[…] sedia bellissima, ove poter essere trasportata senza maltrattarsi l’acconciatura delle vesti e del capo,
ed ove senza scomodarsi potere fare bella mostra di sé nelle vie cittadine“. Del Tufo, 2007 (wie Anm.
9), Vers 1351–1368; Majorca Mortillaro 1906 (wie Anm. 12), S. 107 f.
Abb 6: Unbekannter Künstler des 17 Jahrhunderts, Largo San Domenico Maggiore (Detail) Öl auf Lein-
wand, um 1650 Napoli, Certosa e Museo di San Martino © Fototeca del Polo Museale della Campania
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Tragsessel in europäischen Herrschaftszentren
Vom Spätmittelalter bis Anfang des 18. Jahrhunderts
- Title
- Tragsessel in europäischen Herrschaftszentren
- Subtitle
- Vom Spätmittelalter bis Anfang des 18. Jahrhunderts
- Author
- Mario Döberl
- Editor
- Alejandro López Álvarez
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20966-9
- Size
- 17.5 x 24.7 cm
- Pages
- 432
- Categories
- Geschichte Vor 1918