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Historische Aufzeichnungen
Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 - Aufbruch in eine neue Zeit
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8.4. DIE BIBLIOTHEK ALS WISSENSCHAFTLICHES INSTRUMENT 419 Die drei Beispiele zeigen die unterschiedlichen Vorstellungen von Qualifika- tion und Aufgaben eines Bibliothekars und bezeugen auch, dass der Prozess der Herausbildung eines eigenen Berufsbildes damals noch nicht abgeschlos- sen, sondern vielmehr noch im Fluss war. Zudem weisen die Beispiele auch auf den im Folgenden zu behandelnden Punkt hin, nämlich auf das Verhält- nis von Universität und Bibliothek und die Einflussmöglichkeiten der Uni- versität auf deren Geschicke. 8.4.2. Die Stellung der Bibliothek Die Bibliothek war eine selbständige Staatsanstalt, dem Wirkungskreis des Ministeriums für Kultus und Unterricht zugeordnet und der Statthalterei für Tirol und Vorarlberg untergeordnet.94 Wie am Beginn des Kapitels ge- zeigt, wurde die Bibliothek als öffentliche Bibliothek errichtet, in der Ti- tulierung und Wahrnehmung war sie jedoch bald ‚Universitätsbibliothek‘ geworden. Eine formale Eingliederung der Bibliothek hatte es jedoch nicht gegeben – diese fand tatsächlich erst mit dem UOG 1993 statt.95 Allerdings gab es vielfältige Verbindungen zwischen Universität und Bibliothek. Wie oben bereits geschildert, gab es personelle Verschränkungen, da die Bib- liothekarsstelle bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts oft in den Händen von Universitätsprofessoren lag. Zudem waren in den allgemeinen Instruktionen von 1825 auch einige wenige Fälle geregelt, die den Einfluss der Univer- sität auf die Bibliothek festlegten: etwa die Übernahme der Bibliothek im Todesfall des Vorstandes und die Übergabe der Bibliothek bei einer Amts- übergabe. Die Möglichkeiten der Einflussnahme vermehrten sich 1862 und 2267/1867, Tiroler Landesarchiv. Vgl. dazu eben die von Foregg angesprochene Ansicht von Ebert, „nicht für sich, sondern für andre muss er arbeiten und willig muss er sich selbst Genüsse versagen, die er andern bereitet.“ eBert, Die Bildung des Bibliothekars, S. 55– 56. Vgl. dazu auch das Kapitel 100 in Musils Mann ohne Eigenschaften, General Stumm dringt in die Staatsbibliothek ein. Der Bibliothekar meint dort, dass ein guter Bibliothekar keine Bücher lese, sondern nur deren Titel kenne. „‚Wer sich auf den Inhalt einläßt, ist als Bibliothekar verloren!‘ hat er mich belehrt. ‚Er wird niemals einen Überblick gewinnen!‘“ Robert musiL, Der Mann ohne Eigenschaften, Reinbek bei Hamburg 1978 (1930), S. 462. 94 grassauer, Handbuch für österreichische Universitäts- und Studienbibliotheken sowie für Volks-, Mittel- und Bezirks-Lehrerbibliotheken, S. 40–41. 95 Siehe Walter neuHauser, Am Anfang stand die Biblioteca publica (Oenipontana). Zur Ent- stehung des staatlichen Bibliothekswesens in Österreich im 18. Jahrhundert. Abgesang oder Neubeginn?, in: Birgit Schneider/Felix Heinzer/Vera Trost (Hgg.), Bücher, Menschen und Kulturen. Festschrift für Hans-Peter Geh zum 65. Geburtstag, München 1999, S. 188– 205, hier S. 195–196; auch Hittmair, Geschichte der k.k. Universitätsbibliothek in Inns- bruck, S. 3.
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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 Aufbruch in eine neue Zeit
Title
Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860
Subtitle
Aufbruch in eine neue Zeit
Author
Christof Aichner
Publisher
Böhlau Verlag
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20847-1
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
512
Keywords
University of Innsbruck, University Reforms, Thun-Hohenstein, Leo, Universität Innsbruck, Reform, Universitätspolitik, Thun-Hohenstein
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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