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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 - Aufbruch in eine neue Zeit
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8 DIE UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK INNSBRUCK IN DER REFORMÄRA424 Auf der anderen Seite gab es allerdings auch gelegentlich Klagen von Sei- ten des Ministeriums. Staatssekretär Helfert monierte etwa in einer Stel- lungnahme die Anschaffungspolitik der Bibliothek und sah die Dotation zum Ankauf von Büchern schlecht bzw. falsch verwendet, indem sich unter den diesfälligen Anschaffungen Werke befinden, welche ent- weder gar keinen oder nur einen sehr geringen wissenschaftlichen Werth be- sitzen, ein Umstand, welcher bei einer Bibliothek, welche bestimmt ist, einer Hochschule als wissenschaftliches Hilfsmittel zu dienen, gewiß nicht gleich- gültig sein kann.114 Auch hier offenbart sich, dass man im Ministerium den Wert der Bibliothek für die Universität über jenen für die Allgemeinheit gestellt hat. Ein weiterer und interessanter Konfliktpunkt zwischen Universität und Bibliothek, der nicht nur die Stellung der Bibliothek berührt, sondern auch etwas über ein unterschiedliches Wissenschaftsverständnis verrät, war die Frage, ob und in welchem Ausmaß man wissenschaftliche Zeitschriften an- schaffen solle. Die Fakultäten vertraten dabei die Ansicht, dass Zeitschriften ein notwendiges Mittel seien, um „die Fortschritte und neuesten Erschei- nungen auf dem Gebiete der eigenen und verwandten Wissenschaften in der Ausdehnung verfolgen zu können“115. Ähnlich hatten es ja auch Theser und Maassen in ihrem Antrag formuliert. Scherer hingegen sah darin vor- wiegend eine Belastung seines Budgets und einen Mehraufwand bei seiner Tätigkeit. Außerdem äußerte er Bedenken dahingehend, dass die Schnell- lebigkeit des Mediums auch auf den Inhalt zutreffe.116 Scherer wurde in seiner Ansicht vom MCU nicht bestärkt, denn dort teilte man die Ansicht der Professoren, dass man Zeitschriften „als zweckmäßigstes Organ eines raschen und ersprießlichen wissenschaftlichen Verkehrs und Austausches“ anerkennen müsse und glaubte, dass „kein Gelehrter der sich auf der Höhe seiner Wissenschaft erhalten will, [...] heute die Zeitschrift seines Faches unberücksichtiget“117 lassen könne. 114 Helfert an die Statthalterei, Wien 24.06.1859, Statthalterei Studien 12842 ad 660/1859 (einsortiert unter 4726/1858), Tiroler Landesarchiv. 115 Ficker an das MCU, Innsbruck 28.12.1854, Akten der Philosophischen Fakultät, PH 16, 47 ex 1854/55, Universitätsarchiv Innsbruck. 116 Scherer an die Statthalterei, Innsbruck 24.12.1856, Statthalterei Studien 24188 ad 7602/1856, Tiroler Landesarchiv. 117 Akademischer Senat an die juridische Fakultät, Innsbruck 06.03.1856 [1857], Akten der Juridischen Fakultät 15, 234/J ex 1856/57, Universitätsarchiv Innsbruck.
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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 Aufbruch in eine neue Zeit
Title
Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860
Subtitle
Aufbruch in eine neue Zeit
Author
Christof Aichner
Publisher
Böhlau Verlag
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20847-1
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
512
Keywords
University of Innsbruck, University Reforms, Thun-Hohenstein, Leo, Universität Innsbruck, Reform, Universitätspolitik, Thun-Hohenstein
Categories
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