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Im Thale der
Ansicht der Ruine Hohenwang und f>artie aus dem Innern derselben.
heute im Uebergangc uom zweiten in den dritten Abschnitt. Der Wald, der die Feste umgibt, ist mannbar, aber die
Massen der oft ein bis anderthalb Klafter dicken Mauern ragen noch hoch über den Wipfeln empor. Die Länge der
Ruine von Ost nach West beträgt 160 Schritte. Die Abgründe dreier Zugbrücken müssen übersetzt werden, ehe man durch
den gewaltigen Thorbogen schreitet, der in das Herz der Feste führt. Ein junger Tann wuchert im Innern des
Gemäuers, seine Wurzeln in den Tiefen der unterirdischen Gewölbe windend, hebt er seine Kronen bis zn den Zacken
und Zinnen der Thürme. Außerordentlich kräftige Nahrung muß er haben, dieser Wald, nur weiß man nicht, saugen
seine Wurzeln aus den Kellern den in Schwclgcrei »ergossenen Wein oder aus den Verließen die «ergossenen Thränen.
Im östlichen Theile weist sich die Bauart der Wohnungen noch am deutlichsten, weist sich sogar manch ziemlich er-
haltene Freske. An einer der Wände ist die Stelle der Schloßkapcllc zu erkennen; des Weiteren ist Alles der Ver-
nichtung anheimgefallen. — Lange Zeit nnd vor wenigen Jahren noch prangte in der Wandnische ein uraltes Frauen-
bildniß, aus dem I I. Jahrhundert stammend. Maria besucht ihre Schwester Elisabeth. Hoch wurde das Bild in
dem Gemäuer verehrt, nnd mancher Pilgersmann lag auf dem grünen Rasen vor der Kapelle. Da sollen eines
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Unser Vaterland
Steiermark und Kärnten
- Title
- Unser Vaterland
- Subtitle
- Steiermark und Kärnten
- Authors
- Peter.K. Rosegger
- Fritz Pichler
- A. von Rauschenfels
- Publisher
- Gebrüder Kröner
- Location
- Stuttgart
- Date
- 1877
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 28.1 x 42.23 cm
- Pages
- 344
- Keywords
- Wandern
- Categories
- Geographie, Land und Leute
- Geschichte Vor 1918