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150 harnten.
der Schlitza-Klannn mit das Andenken Gr. Arno
seinemFelsgcwänd.Fluten- parne r°n don wcisicnf.is« 5«n, Zinncnbcrgs 1874 cr-
gcbraus und Alinrosenflor, haltend, bleibt jedem Be-
sucher unvergeßlich. Wir haben die Wal frei, wohin nns wenden, zumal wir aus dieses Thales Gründen der
Ausgänge gcnng finden. Die Bahnlinie gen Laibach-Triest führt uns in die nächste Station Weißcnfcls-Ratschach,
trainer Boden; da wären die waldgrüncn Manhartseen an den Fußgcstellcn des Dolomitricscn gar köstliche Rast.
Die Prcdielbahn — doch halt! die ist ja Fragment geblieben, wiewul der Kampf nin und gegen dieselbe fast
an die hicrurtigcn Bluckhanstagc erinnert. Wir wandern also mit gemäßigtere» Motoren südwärts über Flitsch, durch
den Kaltwnsscrgraben, im Angesicht den dominierenden Königsberg, nach Raibl. Vor Kaltwasscr schluchteinwärts heißt
dasselbe tosende Gewässer, welches uns schon als Gailitz hinter Thörl, als Schlitzn bis hichcr bekannt worden, nun-
mehr der Seebach. Dieser Raiblcr-Sccbach nnd das ihm zugehende Kaltwasser sind die herben Wasscrgcwaltcn, deren
schreckhafte Thaten als thalnnsfüllende Kaltsandwüsten und als Hochhinauf eingelagerte Schutthalden Ang' und Gemüt
erschrecken. Unnennbare Ocdc nnd Verlassenheit trauert oft an den baumlosen Bcrggehängcn, nicht Vogelfang, nicht
Hirtcnrauch crfrcnt den einsam Dahinziehenden. Er mag sich des Königs Alboin erinnern, des Longubardenführcrs,
welcher vom Huchgipfel ans das Frianlcrland ausgeforscht und seine Völker in die gepriesenen Thäler Ausonicns
geführt hat. So crzält die Sage, wenigstens der Diakon Panl. Wie anders drüben, wenn hier vom Fünfspitz und
Seekopf die Schneebäche und Lawincngewölkc mit Schandergctos sich ablösen und hcrnicderwälzen in den wcltabgc-
schlossenen Thalkessel! Spuren der Erdmuräncn erinnern hier wie beim Wcißensce an die Urzeit, und die versteinerten
Fische, Krebse, ssonchylicn crzälen alte Tagen dein, der zu lauschen weiß.
Das werkstnttenreichc Raibl giebt sich das Ansehen möglichster Freundlichkeit auf seinem verlassenen, wildschönen
Posten. Ueber fünfhundert Fuß höher als Untertarvis belegen, hat es sich zum Vcrarbcit-Mittclpnnktc der Bleierze
aus dem Königsberg gestaltet. Das Stockwerk des nntcrcn Muschelkalkes zeigt sechs bis neunzehn Meter Mächtigkeit
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Unser Vaterland
Steiermark und Kärnten
- Title
- Unser Vaterland
- Subtitle
- Steiermark und Kärnten
- Authors
- Peter.K. Rosegger
- Fritz Pichler
- A. von Rauschenfels
- Publisher
- Gebrüder Kröner
- Location
- Stuttgart
- Date
- 1877
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 28.1 x 42.23 cm
- Pages
- 344
- Keywords
- Wandern
- Categories
- Geographie, Land und Leute
- Geschichte Vor 1918