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harnten.
(wie Zabuschnigg 1766, I. M. Pochom, um 1803 etabliert zu Amsterdam und Petersburg) und den Neubauten
seit dem Brande von 1747, ragt das fclsengcgründete Schloß; in diesen Räumen starb der erste görzer Herzog
Mcinhard IV. Der aussichtreiche Bau, von dem eine Abbildung aus dem Jahre 1459 im klagcnfurter Palais der
Rosenberg sich befindet, enthält einen fchönen Marmorzicrsaal von 1676. Nach den thcrcsianischcn Reformzeiten,
welche namentlich dem emsigen Flachsbau des Thales und dem Flachsmarkte des Ortes zu Gute kamen, schaute die
Burg die erste Franzoscncolonne unter Ioubert 1797 ins Thal dringen und 1705 die commandierten Vorspann-
wagcn der schwäbischen Bauern bis in die Fernen von Klagcnfurt und Marburg fortgezwungeu. Als die Schlacht
bei Leipzig noch eine neueste verbotene Zeitungsnachricht war, gab's zu Greifcnburg ein festliches Scheibenschießen, wobei
das auf Kaiser Napoleon gehobene Glas nicht fehlen durfte. Der toastirende Scheibcnschütz ließ aber indeß aus der
Greifenbürg.
Linken die gedruckte Sicgcsdcpesche fallen, nnd kräftig, wie nie, erscholl das Hoch! Der Rückzug der Franzosen
durchs Gitschthal, wo sie eine Kriegskassc einbüßten, hat nicht lang auf sich warten lassen. An den Sonnscit-
Gchängcn gegenüber dem Stockbcrg folgen: Wasscrthcucr (im Roscnthale liegt ein Kirschcnthcucr), Rotenstein, von
wannen Ritter Ludwig mit dem Barbarossa nach Palästina gezogen, Gcrlamos mit schönen Wandbildern nnd
Flügclaltar, endlich hinter dem verlassenen Steinfcldc der Nordaufbug des Drauthales. Die langgestreckte unwirtliche
Schlucht zwischen Ticbentauscndern war so ein rechtes Schachbrett für die Ninkelzüge des Erzschelms Pankraz
aus Wcitzbriach, der aus den Verstecken des Kreuzberges und des Neusachcrschartls mit Raub und Brand hervorbrach
nnd das Entschlüpfen, Strickrcißcn, Kettcnsprengcn und Haftmauer-Brechcn in so verzweifelte Länge betrieb, bis
daß ihn die ewig geängsteten Bauern gefangen, erschlagen und gehenkt haben bei den Siebcnbrünncn am Galgcn-
angerl. Unter der Fcllalm und dem schönen Latschur lagert Lind, nächst den Resten der siebenhundert Jahre alten
Burg der liebliche Thalsitz der Leobenegg und Tschabuschnigg. Dem letztgenannten Geschlechte angehört der berühmteste
und fruchtbarste der kärntischen Dichter, bis jüngst Nestor derselben, Adolph Ritter von Tschabuschnigg. Geboren
zn Klagenfurt (20. Juli 1809), vielbereist in Deutschland, Schweiz, Italien, Frankreich, Belgien, im Jahr 1871
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Unser Vaterland
Steiermark und Kärnten
- Title
- Unser Vaterland
- Subtitle
- Steiermark und Kärnten
- Authors
- Peter.K. Rosegger
- Fritz Pichler
- A. von Rauschenfels
- Publisher
- Gebrüder Kröner
- Location
- Stuttgart
- Date
- 1877
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 28.1 x 42.23 cm
- Pages
- 344
- Keywords
- Wandern
- Categories
- Geographie, Land und Leute
- Geschichte Vor 1918