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Unser Vaterland - Steiermark und Kärnten
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An den Ossiacher-, Afritzer- und Faacker-See. Salamanka, stellt mindestens dieses restaurierte Kunstwerk in den rechten — Schatten. Wir wissen, daß die Wittwe des Grafen Georg (gestorben 1640), lachenden Erben spinnefeind, ihre Schätze in geheime Kellerräume vergrub, den dienstthuenden Manrer mit Hilfe ihrer Zofe nachstürzte, endlich diese selber mit goldgesticktem Pantoffel erschlug und nach dem Tode als Schatten die Besitzer schreckte. Auch außerhalb ihrer Residenz haben sie die Geisterseher kennen lernen. Dem von Kugler-Lübke gewürdigten Prachtbaue gegenüber steht das Bezirkshaus mit schönem Marinor- portalc von 1537; einstmal bewahrte man eine Ahncnbilderrcihe. Der Schloßgarten prangte chmals mit seiner Orangerie und südlichem Blumenschmuck; nun ist er mehr Naturpark und enthält auch ein paar Rümcrstcine. Seit 1662 stehen die Fürsten Porzia im Eigentum dieser Güter, friaulische Edle, draus der Cardinal und der moskauer Gesandte Hannibal (gestorben zu Spital 1763) die bekanntesten. Spital ist der Geburtsort des geistvollen, rcform- frcundlichen und stilgewandtcn Publicistcn Vincenz Rizzi (geboren 1816, gestorben 1856), dessen Gedichte, seit 1834 verstreut erschienen, längere Zeit in Paul Renn'Z Nachlaß verschollen, gegenwärtig zur Herausgabe gesammelt werden. Im Gebiete der Grafen von Ortcnburg, denen auch das Recht zu adeln zukam, betreffen wir drauabwärts bis zum Rennstein bei Villach mehre Edelsitzc. Auf den: Waldbcrge, welcher jenseits nach dem Millstättcr-Scc abfällt, lagert das wirtfchaftfreundliche Rotcnthurn, wo Wallenstcin bei Johann Georg Graf Ealamanka, dem Rcitcrobrist (um 1620 bis 1630?) — Andre meinen beim obgcnanntcn kränklichen Georg — auf Besuch gewesen sein soll; fricdland-saganischc Münzen und ein altes Oclbild sollen das hierorts beweisen, nnd man beliebt, auf das „kleine Gut im Kärntnerland" zu denken, welches Schiller in Akt V, Scene 5 seiner Tragödie einsticht. Der Jesuit Fr. Markovich (gestorben Klagenfurt 1669) schrieb ein lateinisch Trauerspiel 1 i^'it1l>,näu8. Bei Paternion-Nikclsdorf münden die Graben des Weißcnsccthals und auch von der Kreuzen (windische Höhe) her, lebhaft durch Eisenhämmer, Zinnobcrgruben, Goldwäschercicn. Den Markt beherrscht das Schloß, ein Ortenburgcr- Lehen in seinen Anfängen, nach seinem dermaligen Ansehen ein Erzcugniß des siebzehnten Jahrhunderts. Hans Widmann aus Villach, zu Venedig Kanfhansfactor, die Metallgruben seiner Heimat ausnützend, gewann Reichtum und Adel und schrieb sich seit 1649 de Rezzonico; mit den Herrschaften Paternion und Sumcrcgg kam das Barunat und seit 1640 sogar der Grafentitel von Ortenburg. Das rasch emporgestiegene Haus residierte fortan zu Venedig, daheim arbeiteten die Nagelschmiede und Drahtzieher für die fernen Patrizier und Cardinäle. Bei Puch öffnet sich das enge Krasthal, cm ncustcns aufgeschlossener Fond von Marmorbrüchen, wie denn auch der Gummcrer-Stein weit verführt wird. Die Sockel zum grazcr Schiller- und Erzhcrzog-Iohann-Denkmale stammen von hier. Die Abfälle des Mirnocks, der Hinterwand des Millstätter-See's, 2102 Meter hoch, aussichtrcich in der Linie Taucrn-Eiscnhut-Sulzbachcr, dann die Gehänge der Ambcrgcralm umcngen das Thal. Bei Obcrvcllnch (mit dem möllthalcr Orte gleichen Namens oft verwechselt) sind wir wieder im Hauptthalbcckcn von Villach. An den Gssiacher-, Afritzer- und Faacker-Hee. Aic Rudolphsbahn versetzt uns nach Ossiach — in vicrundzwanzig Minuten eine vollständig veränderte Sicht. Das langehin ergossene dunkelbläuliche Gewässer des zweitlängsten kärntischen See's schimmert durch ein hochumrändertcs Thal, das mäßiger im Süden, imponierender im Nord durch die weiten Waldenden der Görlitzcn (1916 Meter) abgeschlossen ist. Unten drei Viertelstunden breit, an sechstausend Klaftern lang, liegt der Ossiacher-See höher als der Wörthersce um 223 Fuß, wird vom Millstättcr um 358 Fuß übcrtroffcn nnd erscheint tiefernst im Tannen- düster des Glimmerschiefers eingebettet. Der namengcbcnde Ort liegt wie beim Wörthcrsce auf der Schattseite, der Straßenzug lauft bei allen dreien auf der Sonnseite. Die größte Tiefe, auf der Ausflußseitc im West, wird mit 420 Fuß angegeben, von da eilt der emsige Eeebach in die Dräu heraus; im Ost bezeichnet der Tiebelbach
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Unser Vaterland Steiermark und Kärnten
Title
Unser Vaterland
Subtitle
Steiermark und Kärnten
Authors
Peter.K. Rosegger
Fritz Pichler
A. von Rauschenfels
Publisher
Gebrüder Kröner
Location
Stuttgart
Date
1877
Language
German
License
PD
Size
28.1 x 42.23 cm
Pages
344
Keywords
Wandern
Categories
Geographie, Land und Leute
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