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harnten.
ai>5 dein Zolfclde.
«ich !»d»rnlgz'» „»limüchen Alüithümlin «änit der vorrückende Grabstein sind sagenhafte Hinweise auf den
Mann der Thaten vom Jahre 755 hcrnufwärts. Ceitnmar's
Sohn Valdunch, durch Herzog Thassilo von Bahcrn in sein
abgefallenes Land wieder cingcfiihrt, ward nach Virgil's
Tode (784) durch Crzbischof Arno geleitet. Aber schon der
vierte mariasaalcr Landbischof versagte die Anerkennung der
salzburger Oberleitung, und die Folge war die Degradicrung
der Bistumsstättc zu einer Propstei. Es fehlte übrigens
auch dieser, besonders nach der Shnodc von 927, nicht an
reichen Schenkungen aus dem Umkreise der beiden Glanstädte,
zumal der hiesige Tom gewissermaßen als Hauptstadtc-pfarre
galt. Zeugniß dessen die mannigfach abfolgendrn Bauten.
Sie datieren der Hauptanlagc nach in eine ältere Zeit als
die Marienstatue des Hauptaltarcs. Dicfcs Standbild, der
Sage nach durch einen prngcr Vifchof Adalbcrt vor dem
Jahre 997 aus Rccanati (Lorctto) nach Prag gebracht, von
da nach Italien zurückbeordert und in Folge eines Traumes
von Villach weg nach Maria-Saal geführt, kann vermöge
seines Stiles nicht mehr das alte sein, wie denn die Gnßstein-
arbeit kaum vor das 15. Jahrhundert, vorwiegend in's
17. Jahrhundert zält. In der Form eines Kirchencastells
bestand Maria-Saal den Andrang der Türken und der unga-
rischen Schaarcn des Corvinus unter dem schlesischcn Rotten-
führer Maubitsch, Hans Haugwitz von Seibcrsdorf (1482).
Wäre nicht rechtzeitig das Landheer unter Balthasar von
Weispriach hcranfgcrückt, die Belagerer hätten trotz ihrer ge-
borstenen Niesen-Karthaunc den aus Zinnen, Scharten und
Oclgußlöchern heißblütig vertheidigten Kirchhügcl hinwcggeuum-
men. Der Taborlciter war der Chorherr Jakob Radhnupt.
Der Brand von IL69 brachte mehrfache Neuerungen; mit
Stolz wird auf die große tieftönendc Glocke von hundertund-
achtzehn Centnern hingewiesen. Sehenswert sind die Lichtsäule,
mit gothischer Schrift den Clcricus Erasmns Kapaun um 1497
nennend, sowie der kupfcrvcrgoldetc ciscliertc Kelch von seltener
Höhe mit sechs Wappen. Der Kirchort, in welchem nebst der
Sitte des Wcihnachtrauchens mit Spcik, des Trcikreuzczichens
zu Dreikönig, des Iuhannesscgcn-Weihcns auch der Gebrauch
des Knhschlags am Charsamstage und überhaupt ein reges
Wirtshausleben herrscht, ist die Heimat des verstorbenen Botanikers
Dr. Fricdr. Welwitsch, Gartendirectors zu Lissabon, welcher,
noch im Jahre 1862 zu Angola weilend, zu S. Paolo die
Loanda in Westafrita den ^LiwitselÜÄ mivlMIi« benannten
Zwcrgbamn entdeckte. Ihm ist hier 1875 eine Tcnktafcl gesetzt.
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Unser Vaterland
Steiermark und Kärnten
- Title
- Unser Vaterland
- Subtitle
- Steiermark und Kärnten
- Authors
- Peter.K. Rosegger
- Fritz Pichler
- A. von Rauschenfels
- Publisher
- Gebrüder Kröner
- Location
- Stuttgart
- Date
- 1877
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 28.1 x 42.23 cm
- Pages
- 344
- Keywords
- Wandern
- Categories
- Geographie, Land und Leute
- Geschichte Vor 1918