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das „KulturlandÖsterreich“. EinemkurzenSchwenküberWien, der vor demBurg-
theater endet, folgen nach der Titeleinblendung „Kultur“ in Reisealbummanier an-
einandergereihte Aufnahmen der Karlskirche und des Heldenplatzes. Mit dem
Schlagwort„Kunst“werdenBildereinerBurgtheaterinszenierungundeinekurzeSe-
quenz des FilmsMASKERADEmit PaulaWessely, die namentlich ausgewiesenwird,
eingeleitet. Den Zwischentitel „Musik“ begleiten Szenen des dirigierenden Franz
Lehár, denSchriftzug „Porzellan“ ergänzenProdukte ausderAugartenmanufaktur.
Nachdiesen stimmungsvollenMomentaufnahmen ausWien leitet der Titel „Mode“
zumHauptteil über. Man dringt in eine vornehmlich „weibliche Hemisphäre“ ein,
beobachtet den Tagesablauf junger Damen der gutbürgerlichen Gesellschaft vom
ErwachenüberdieGymnastik,dieMorgentoilettebishinzumKaffeekränzchen.Das
Blättern in einem Reiseprospekt leitet zu Wintersportaufnahmen über. Das hier
erstmals demonstrierte Prinzip zieht sich durch den weiteren Verlauf des Films:
InhaltlicheÜbergängewerdengeschaffen,umnachfolgendeSzeneriensinnvoll ein-
zuleiten. Sportliche Attraktionen und Aktivitäten werden mit landschaftlich an-
sprechendenMotiven arrangiert, Fremdenverkehrsorte (Kitzbühel, Region Kärtnen,
Salzburg) präsentiert und nebenbei verschiedene von Jahreszeit und Tätigkeit
bedingteModellezurSchaugestellt. Freizeitaktivitätender„Bourgeoisie“gebenden
Handlungsrahmen vor und vermitteln ein Flair von Modernität, Dekadenz und
Wohlstand.
Zahlreiche Aufnahmen sind direkt der Wochenschau entnommen und fallen
durch unterschiedliche Filmqualität und Konzeption auf. Tanzeinlagen kombiniert
mitmusikalischenDarbietungen(„DieFledermaus“,„AnderschönenblauenDonau“
etc.) lassen vergangeneModetraditionen Revue passieren sowie neue Roben in den
Blickpunkt rücken. Internationalität vermitteln speziell die Szenen in Salzburg.
Plakate undZeitschriftenwerben in französischer Sprache für SalzburgerModeund
Kulturveranstaltungen.VerkäuferinnenbegrüßendieKundschaft aufDeutsch, Fran-
zösisch, Italienisch, Englisch, Ungarisch undTschechisch. Der österreichische Film-
beitrag zur PariserWeltausstellung verfehlte seineWirkung nicht und erhielt auch
von staatlicher Seite seineWürdigung. Alois Koch, der Produzent des FilmsWIENER
MODE,wurdemitdemEhrenpreis fürdenwirtschaftlicherfolgreichstenKulturfilmder
Produktionsperiode1936/37ausgezeichnet.464
Die zweiwirkungsvollstenösterreichischenKulturfilmestandenganz inderTra-
dition des Tourismusfilmgenres. Ein bereits tradierter Bilderkanon bekannter Ge-
bäude, Denkmäler, Kulturschaffender, Landschaften und Kunstobjekte wurde mit
beschwingtenMelodien unterlegt. Die Reise in das traumhaft in der Vergangenheit
verharrende „Märchenland“Österreich konnte angetretenwerden. Anders als etwa
inDeutschlandund Italien,woder in den 1920er-Jahren entwickelte Stil derNeuen
464 DerguteFilm,„EhrenpreisedesHandelsministeriums“,Nr. 224,31.Oktober1937,S. 13.
6.4 Kultur-undWerbefilm 109
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Der österreichische Werbefilm
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
- Title
- Der österreichische Werbefilm
- Subtitle
- Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
- Author
- Karin Moser
- Publisher
- De Gruyter Open Ltd
- Date
- 2019
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-062230-0
- Size
- 17.0 x 24.0 cm
- Pages
- 316
- Keywords
- Culture of memory, media history, advertising
- Category
- Kunst und Kultur