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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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das „KulturlandÖsterreich“. EinemkurzenSchwenküberWien, der vor demBurg- theater endet, folgen nach der Titeleinblendung „Kultur“ in Reisealbummanier an- einandergereihte Aufnahmen der Karlskirche und des Heldenplatzes. Mit dem Schlagwort„Kunst“werdenBildereinerBurgtheaterinszenierungundeinekurzeSe- quenz des FilmsMASKERADEmit PaulaWessely, die namentlich ausgewiesenwird, eingeleitet. Den Zwischentitel „Musik“ begleiten Szenen des dirigierenden Franz Lehár, denSchriftzug „Porzellan“ ergänzenProdukte ausderAugartenmanufaktur. Nachdiesen stimmungsvollenMomentaufnahmen ausWien leitet der Titel „Mode“ zumHauptteil über. Man dringt in eine vornehmlich „weibliche Hemisphäre“ ein, beobachtet den Tagesablauf junger Damen der gutbürgerlichen Gesellschaft vom ErwachenüberdieGymnastik,dieMorgentoilettebishinzumKaffeekränzchen.Das Blättern in einem Reiseprospekt leitet zu Wintersportaufnahmen über. Das hier erstmals demonstrierte Prinzip zieht sich durch den weiteren Verlauf des Films: InhaltlicheÜbergängewerdengeschaffen,umnachfolgendeSzeneriensinnvoll ein- zuleiten. Sportliche Attraktionen und Aktivitäten werden mit landschaftlich an- sprechendenMotiven arrangiert, Fremdenverkehrsorte (Kitzbühel, Region Kärtnen, Salzburg) präsentiert und nebenbei verschiedene von Jahreszeit und Tätigkeit bedingteModellezurSchaugestellt. Freizeitaktivitätender„Bourgeoisie“gebenden Handlungsrahmen vor und vermitteln ein Flair von Modernität, Dekadenz und Wohlstand. Zahlreiche Aufnahmen sind direkt der Wochenschau entnommen und fallen durch unterschiedliche Filmqualität und Konzeption auf. Tanzeinlagen kombiniert mitmusikalischenDarbietungen(„DieFledermaus“,„AnderschönenblauenDonau“ etc.) lassen vergangeneModetraditionen Revue passieren sowie neue Roben in den Blickpunkt rücken. Internationalität vermitteln speziell die Szenen in Salzburg. Plakate undZeitschriftenwerben in französischer Sprache für SalzburgerModeund Kulturveranstaltungen.VerkäuferinnenbegrüßendieKundschaft aufDeutsch, Fran- zösisch, Italienisch, Englisch, Ungarisch undTschechisch. Der österreichische Film- beitrag zur PariserWeltausstellung verfehlte seineWirkung nicht und erhielt auch von staatlicher Seite seineWürdigung. Alois Koch, der Produzent des FilmsWIENER MODE,wurdemitdemEhrenpreis fürdenwirtschaftlicherfolgreichstenKulturfilmder Produktionsperiode1936/37ausgezeichnet.464 Die zweiwirkungsvollstenösterreichischenKulturfilmestandenganz inderTra- dition des Tourismusfilmgenres. Ein bereits tradierter Bilderkanon bekannter Ge- bäude, Denkmäler, Kulturschaffender, Landschaften und Kunstobjekte wurde mit beschwingtenMelodien unterlegt. Die Reise in das traumhaft in der Vergangenheit verharrende „Märchenland“Österreich konnte angetretenwerden. Anders als etwa inDeutschlandund Italien,woder in den 1920er-Jahren entwickelte Stil derNeuen 464 DerguteFilm,„EhrenpreisedesHandelsministeriums“,Nr. 224,31.Oktober1937,S. 13. 6.4 Kultur-undWerbefilm 109
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Title
Der österreichische Werbefilm
Subtitle
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Author
Karin Moser
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
316
Keywords
Culture of memory, media history, advertising
Category
Kunst und Kultur
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