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Allgemeinen Gewerbegenossenschaft sowie Mitglied des Gutachterkollegiums des
Bundesministeriums für Handel und Verkehr.769 1933/34 verlegte Gustav Mayer
seineTätigkeit indenBereichdesWerbefilms. Indiesenbeiden Jahren stellte er je-
weils noch eine Aktualität her, während er 1933 zwei und 1934 neunWerbefilme
drehte. Insgesamt beläuft sich das Schaffen desMayer‘schen Familienbetriebs bis
inklusive 1938 auf 128 Aktualitätenfilme, zehn Kulturfilme, zwei unterhaltende
Kurzfilme,einenSpielfilmsowie87Werbefilme.770
Nach demüberraschenden Tod GustavMayers am 27. Februar 1936 übernahm
sein jüngererSohnAdolfMayer (geborenam14.Mai 1908)dieGeschäftsführungdes
Unternehmens.Rudolf, derÄltere,warweiterhinalsKameramann,Trickexperte,Re-
gisseurundProduzent tätigundgründete seineeigeneFirma („RudolfMayerFilm“).
DieWege der Brüder trennten sich Ende 1937.771 Im Jänner 1938 löste Adolf Mayer
eineneigenenGewerbescheinundbenanntedenväterlichenBetrieb in„AdiMayer’s
Filmbüro“umg.772 IndenJahren1936bis1938verschriebersichganzderWerbefilm-
produktion, wobei er in diesem Zeitraum 59 entsprechende Produktionen vorlegte.
WährenddesNationalsozialismuswareralsKameramannund„Filmberichter“ stän-
digerMitarbeiter bei der DEUTSCHENWOCHENSCHAU. Davor wurde er bereits zweimal
vomReichspropagandaamt fürdenEinsatzbeiderPropaganda-Kompanieangefragt.
AdolfMayer, der seit 1. Juni 1936 illegales Parteimitglied der NSDAPwar, galt (laut
Gauakt) als „charakterlich einwandfrei“und „als guterNationalsozialist“.773 Für Tä-
tigkeiten im Bereich „Kulturfilm“ sowie für einige Eigenproduktionen wurde Adolf
MayervonderWochenschau-Abteilung immerwieder freigestellt.774NachdemZwei-
tenWeltkrieg nahmMayer dieWerbefilmproduktion bis zu seinemTod 1961wieder
auf.DasUnternehmen „AdiMayer Film“wurdevorerst von seiner FrauMargaretha,
ab 1972 von deren beider Sohn Peter Mayer sehr erfolgreich weitergeführt.775 Die
769 ÖsterreichischeFilm-Zeitung, „GustavMayer als Jubilar“,Nr. 45, 11.November 1933, S. 4 sowie
ebd.,„GustavMayer,derSechziger“,Nr.3, 18. Jänner 1935,S. 2.
770 ErhobenwurdendieFilmtitel über zeitgenössische Zeitschriften sowieüberAktenvermerke in
den Unterlagen des Unterrichts- und Handelsministeriums sowie der Wirtschaftskammer Wien.
Siehe auch „Filmografien Kurzfilmhersteller“. DesWeiteren konnte auf eine Publikation der „Adi
Mayer Film“, die sämtliche Filmtitel dieses Unternehmens sowie die Arbeiten GustavMayers von
1923 bis 2003 ausweist, zurückgegriffenwerden:AdiMayer Film 1923–2003, 80 Jahre Filmproduk-
tion.QualitätmitTradition,Wien2005.
771 Schuchnig,AdiMayer Film, S. 7. Einer der SöhneRudolfMayers, KurtMayer, ist bis heute er-
folgreich imBereichFilmproduktiontätig.Siehe:http://www.kurtmayerfilm.com/,5.Mai2015.
772 Schuchnig,AdiMayerFilm,S.7.
773 Adolf Mayer hatte in seiner „illegalen Zeit“ keineweitere Funktion ausgeübt, war allerdings
parallel Mitglied der „Vaterländischen Front“ - aufgrund des berufsständischen Zwangs wie in
seiner NSDAP-Personalbogen ausgeführt ist. A. 22. August 1939 rückteMayer zurWehrmacht ein.
Siehe: ÖStA, AdR, Zivilakten NS-Zeit, Bundesministerium für Inneres/Gauakten, Akt „Adolf
Mayer“,Nr.98955.
774 Schuchnig,AdiMayerFilm,S.9.
775WKO,ArchivWien,Zentralkataster,„AdiMayer’sFilmbüro“,Nr.508660, 17.3.1992.
176 8 DieWerbefilmproduzenten:Etablierung,Organisation,Einflusssphären
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Der österreichische Werbefilm
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
- Title
- Der österreichische Werbefilm
- Subtitle
- Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
- Author
- Karin Moser
- Publisher
- De Gruyter Open Ltd
- Date
- 2019
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-062230-0
- Size
- 17.0 x 24.0 cm
- Pages
- 316
- Keywords
- Culture of memory, media history, advertising
- Category
- Kunst und Kultur