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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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DieVielfalt dieser Produktionen zeigte sich auch inderenMachart– es finden sich Sketchs,musikalischeWerbeeinlagen,Arbeitenmit Kulturfilmanmutung,Ani- mationsfilme.784Nicht immerzeugtderAufbauderFilmevoneinerdramaturgischen Logik, diemit derWerbebotschaft korreliert.Mitunter konstruiertman launige bzw. bezaubernde Geschichten, denen eine Produktwerbung ans Ende gestellt wird. Der FilmDIEWUNDERNACHT(A1936) isteinBeispieldafür.DerStreifenbeginntmitSchlag- worten, die als Kaufargumente dienen:Vor einer stilisiertenUhr, derenMinutenzei- ger sich zügig dreht, erscheinen die Losungen „Verantwortung“, „Vorsorge“ und „Versicherung“. Der erste Buchstabe dieser Parolenwird vonMal zuMal ein Stück größer, bewegt sich schließlich in dieMitte des Ziffernblatts und formiert sich zum SignetderÖsterreichischenVersicherungsA.G. ZuFanfarenklängenwirddieAuffor- derung„VersichernSie sichbeiderÖsterreichischenVersicherungsA.G.“eingeblen- det. Der Kurzwerbefilm scheint geendet zu haben, die Fanfaren klingen ab. Flötenklänge erklingen, ein schwungvoll geschriebener Titel kündigt DIE WUNDER- NACHTan, rechtsuntenverweistdasSignet„MayerFilmWien“aufdenHersteller. Es folgt ein märchenhafter, weihnachtlich gestimmter Animationsfilm, der in einem schneebedeckten nächtlichenWald beginnt, wo Krähe und Rehkitz den einsamen Forst bevölkern. Engel kommen geflogen, lassen Pakete in den Schnee fallen und blasen schließlich ein Trompetensignal. In einem Baumstamm erscheint eine Tür, Wichtelmänner auf Skiern eilen aus dem Inneren hervor. Sie nehmen jeweils ein Päckchen indenArmundfahrenraschzueinembeschaulichenStädtchen. Ineinem derHäuserwirdhaltgemacht.DieWichtelmännerplatzierendieGeschenke, bis sich das Signet derÖsterreichischenVersicherungsA.G. formiert. DasMarkenzeichen er- scheint letztlich in einem Lichtstrahl, einWichtel läutet ein Glöckchen, die Kerzen amBaumnehmennun auchdie Formdes Firmenzeichens an. Die Animationwirkt an dieser Stelle sehr unbeholfen und verfremdet. Der Hintergrundwirdweggeblen- det, nur das Signet, dann auchder Firmenname sind zu sehen.DerOff-Kommentar (gesprochenvonKarl Ziegelmayer) erläutert: „Das schönsteGeschenk fürDeineLie- ben– sorgloseZukunftdurcheinePolizzebeiderÖsterreichischenVersicherungsA. G.!“DerWerbefilmwirkt konstruiert– eine in sich schlüssige Geschichte, die etwa mitWunsch- oder Schreckensbildern arbeitet und somit die Sinnhaftigkeit einer Po- lizze erläutert, fehlt.Der fürdasWeihnachtsgeschäft inAuftraggegebeneWerbefilm setztdenAnlass inkeinerleinachvollziehbareVerbindungmitdemProdukt. Ähnlich verhält es sichmit dem für dieWienerGaswerkewerbendenFilmALLE NEUNE (A 1938). Hier treffen fünf Freunde bei einemKegelabend zusammen. Einem derMänner,Maxl, gelingt einMeisterschuss– er trifft alleNeune.Dasmuss gefeiert werden, meinen die anderen, doch Maxl muss nach Hause, um einen Krach mit 784 Sketch z.B.: ERWEISS ALLES (A 1935, L: 40m),musikalischeWerbeeinlage z.B.: DAS BOHÈME- QUARTETT IN: VIER VON DER TEGETTHOFFSTRASSE (A 1936, L: 70m), Kulturfilmanmutung: BERGE UND BRETTLN (A1932,L:320m),Animationsfilmz.B.:DASHAMMERSCHLARAFFENLAND(A1937,L:80m). 178 8 DieWerbefilmproduzenten:Etablierung,Organisation,Einflusssphären
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Title
Der österreichische Werbefilm
Subtitle
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Author
Karin Moser
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
316
Keywords
Culture of memory, media history, advertising
Category
Kunst und Kultur
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