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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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zumStoffher, dernun inseinerVielfalt präsentiertwird. InGroßaufnahmewerden nunBallenentrollt,dieunterschiedlicheMusterpreisgeben. Der Fülle der Stoffe folgt dieMannigfaltigkeit der Trägerinnen sowie der Klei- dungsstücke und deren situationsbedingten Funktion. In Splitscreen-Optik wird uns nachfolgend ein dreiteiliges Bild präsentiert. Rechts oben und links unten im Kader rahmen (sich bewegende) Stoffmuster das Bild. Der mittlere, frei liegende Streifen basiert neuerlich auf einer triangulären Komposition. Die „Spitze“ des Dreiecksmarkiert eineblondeFrau imDirndl,die imVordergrundmit einerPfanne amHerd steht undkocht. Rechts imHintergrund,mit starkenLichtquellenhervor- gehoben, sitzt eine dunkelhaarige Frau (gleichfalls in Tracht), die auf demAkkor- deon spielt. Links hinten im dunklen Trachtenkostüm steht eine weitere blonde Frauvor einemGemälde, sie schneidetmit einemMesserBrotscheibenab. Letztere versinkt beinahe im gering ausgeleuchteten Hintergrund. Zu den Bildern erklingt der Gesang „MiVater isch anAppe‘zeller“ – ein Lied, das tatsächlich der Schweiz zuzuordnen ist.790WährenddiebeidenblondenFrauenbei ihrerTätigkeit inameri- kanischer Einstellungsgröße nochmals einzeln ins Bild gesetzt werden, erläutert der Kommentator: „In Küche undHaus, für Arbeit und Sport und [hier wird eine Pause gesetzt] Vergnügen . . . “Die Szeneriewechselt–der Tradition folgt dieMo- derne,derArbeitdasVergnügen:Tanzmusikerklingt.DieseitlichdenRahmensetz- enden Stoffmuster zeigen nun ein feineres dunkleres Textil. Ein Paar tanzt in der zentrierten Bildmitte. Eine stilisierteWandmit geschwungenem Pflanzenschatten und dezenter Seitenleuchte vermittelt ein stilvolles Ambiente. Die Dame trägt ein elegantesAbendkleidmit tiefemRückenausschnitt (Letztererwird vonder Kamera gezielt in den Fokus genommen). Der Tanzwird beendet, das Paar raucht Zigaret- ten. Ein Dienstmädchen reicht Cognac, der genussvoll getrunken wird. Hiermit endetdieProduktpräsentation,undder letzteTeildesWerbestreifensbeginnt. Das Unternehmen, das für Qualität und Güte bürgt, wird nun als letztes Ver- kaufsargument angeführt (Minute 4:48). Ein Panoramablick der Fabriksanlage inmitten des Dornbirner Stadtteils Rohrbach-Schwefel verbindet neuerlich Land- schaft und Industrie, TraditionundModerne.WeitereAufnahmen zeigendieweit- räumigen Textilwerke aus unterschiedlichen Perspektiven. Rauchende Schlote sowie eine Innenaufnahme von groß dimensionierten, sich schnell bewegenden TechnikanlagenvisualisierendieProduktivitätdesBetriebs.„[. . .] immergleich,un- übertrefflich inGüte desMaterials und der Farben sind die Erzeugnisse der Fabri- ken Franz M. Rhomberg Dornbirn. Verlangen Sie überall Rhomberg-Stoffe. Sie werden zufrieden sein. Und beachten Sie die Schutzmarke!“, verkündet der Off- 790 DieMusikwird offensichtlich zugespielt undwurde nicht synchron zumBild aufgenommen. DieFrauanderZiehharmonikascheint zusingen,allerdingsasynchronzumTon.Zudemsindzwei Frauenstimmenzuhören. 8.4 Werbefilmproduzenten imPorträt 181
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Title
Der österreichische Werbefilm
Subtitle
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Author
Karin Moser
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
316
Keywords
Culture of memory, media history, advertising
Category
Kunst und Kultur
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