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zumStoffher, dernun inseinerVielfalt präsentiertwird. InGroßaufnahmewerden
nunBallenentrollt,dieunterschiedlicheMusterpreisgeben.
Der Fülle der Stoffe folgt dieMannigfaltigkeit der Trägerinnen sowie der Klei-
dungsstücke und deren situationsbedingten Funktion. In Splitscreen-Optik wird
uns nachfolgend ein dreiteiliges Bild präsentiert. Rechts oben und links unten im
Kader rahmen (sich bewegende) Stoffmuster das Bild. Der mittlere, frei liegende
Streifen basiert neuerlich auf einer triangulären Komposition. Die „Spitze“ des
Dreiecksmarkiert eineblondeFrau imDirndl,die imVordergrundmit einerPfanne
amHerd steht undkocht. Rechts imHintergrund,mit starkenLichtquellenhervor-
gehoben, sitzt eine dunkelhaarige Frau (gleichfalls in Tracht), die auf demAkkor-
deon spielt. Links hinten im dunklen Trachtenkostüm steht eine weitere blonde
Frauvor einemGemälde, sie schneidetmit einemMesserBrotscheibenab. Letztere
versinkt beinahe im gering ausgeleuchteten Hintergrund. Zu den Bildern erklingt
der Gesang „MiVater isch anAppe‘zeller“ – ein Lied, das tatsächlich der Schweiz
zuzuordnen ist.790WährenddiebeidenblondenFrauenbei ihrerTätigkeit inameri-
kanischer Einstellungsgröße nochmals einzeln ins Bild gesetzt werden, erläutert
der Kommentator: „In Küche undHaus, für Arbeit und Sport und [hier wird eine
Pause gesetzt] Vergnügen . . . “Die Szeneriewechselt–der Tradition folgt dieMo-
derne,derArbeitdasVergnügen:Tanzmusikerklingt.DieseitlichdenRahmensetz-
enden Stoffmuster zeigen nun ein feineres dunkleres Textil. Ein Paar tanzt in der
zentrierten Bildmitte. Eine stilisierteWandmit geschwungenem Pflanzenschatten
und dezenter Seitenleuchte vermittelt ein stilvolles Ambiente. Die Dame trägt ein
elegantesAbendkleidmit tiefemRückenausschnitt (Letztererwird vonder Kamera
gezielt in den Fokus genommen). Der Tanzwird beendet, das Paar raucht Zigaret-
ten. Ein Dienstmädchen reicht Cognac, der genussvoll getrunken wird. Hiermit
endetdieProduktpräsentation,undder letzteTeildesWerbestreifensbeginnt.
Das Unternehmen, das für Qualität und Güte bürgt, wird nun als letztes Ver-
kaufsargument angeführt (Minute 4:48). Ein Panoramablick der Fabriksanlage
inmitten des Dornbirner Stadtteils Rohrbach-Schwefel verbindet neuerlich Land-
schaft und Industrie, TraditionundModerne.WeitereAufnahmen zeigendieweit-
räumigen Textilwerke aus unterschiedlichen Perspektiven. Rauchende Schlote
sowie eine Innenaufnahme von groß dimensionierten, sich schnell bewegenden
TechnikanlagenvisualisierendieProduktivitätdesBetriebs.„[. . .] immergleich,un-
übertrefflich inGüte desMaterials und der Farben sind die Erzeugnisse der Fabri-
ken Franz M. Rhomberg Dornbirn. Verlangen Sie überall Rhomberg-Stoffe. Sie
werden zufrieden sein. Und beachten Sie die Schutzmarke!“, verkündet der Off-
790 DieMusikwird offensichtlich zugespielt undwurde nicht synchron zumBild aufgenommen.
DieFrauanderZiehharmonikascheint zusingen,allerdingsasynchronzumTon.Zudemsindzwei
Frauenstimmenzuhören. 8.4 Werbefilmproduzenten imPorträt 181
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Der österreichische Werbefilm
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
- Title
- Der österreichische Werbefilm
- Subtitle
- Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
- Author
- Karin Moser
- Publisher
- De Gruyter Open Ltd
- Date
- 2019
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-062230-0
- Size
- 17.0 x 24.0 cm
- Pages
- 316
- Keywords
- Culture of memory, media history, advertising
- Category
- Kunst und Kultur