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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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Werbefilm BLUMENTEPPICHE (A 1938).820 Reich versuchte 1940 nach Jugoslawien zu emigrieren, scheiterte jedoch. Im selben Jahr verurteilte man ihnwegen angeblicher Devisenvergehen zu neunMonaten Gefängnis. Am 2. September 1941 wurde Robert ReichvonderGestapo erkennungsdienstlich erfasst undam28.März 1942wegendes HörensausländischerRadiosender zuweiteren fünfMonatenGefängnisverurteilt.Am 5. Jänner 1943wurdenRobertReichundseineFrauGabriele vonderen letztenWohn- adresse inWien Leopoldstadt (Franz-Hochedlinger-Gasse 26) nach Theresienstadt de- portiert, schließlich am 18. Mai 1944 nach Ausschwitz überführt, wo sie ermordet wurden.821 Robert Reichs langjährige Tätigkeit und Erfahrung in der österreichischen Film- branchewargeprägt voneinemweit gestreutenArbeitsfeld. In einerAnzeigedes Jah- res 1933 warb er entsprechend für sein Unternehmen: „Das Spezialunternehmen für jedeArt vonFilmwerbung inBildundTon, für jedeArt vonFilmverwendung fürBil- dung,FremdenverkehrundAufklärung“.822 110Filmtitelkonntenihmbislangzugeord- netwerden,davonzählen15zumGenreAktualitäten,42zurKategorieKulturfilm.1928 fand eine Produktion der letztgenannten Gattung besonders große Resonanz im In- undAusland.DIE LAUERNDEGEFAHR.EINLEBENSBILDAUSDERWELTDERARBEITER (A1928) diente sowohlderBildungalsauchderAufklärung.Dervonder„Zentralstelle fürUn- fallverhütung“ inAuftraggegebeneFilmmachte insachkundigerWeiseaufdieGefah- rendesArbeitsalltags aufmerksam.Nach einem Jahr Laufzeit konntemanbereits auf 450VorstellungendesFilmsverweisen;gesehenwurdedieProduktion indiesemZeit- raumvonca. 100.000Personen.Dazuerschienen50.000Kinoprogramme,dieweitere Hinweise auf Unfallverhütungsmaßnahmen enthielten. Gezeigt wurde DIE LAUERNDE GEFAHR inDeutschland,Frankreich, Italien,derSchweizund in Japan.DieSektiondes „InternationalenArbeitsamtes inGenf“ erklärte denStreifen zumgegenwärtig besten Unfallverhütungsfilm.823 820 Österreichische Film-Zeitung, „Entscheidungen der Filmvorführungsstelle der Stadt Wien“, Nr. 10,4.März1938,S.6. 821 Loacker/Prucha, Unerwünschtes Kino, S. 60. Loacker, Kino vor dem KZ, S. 18. Siehe Online–PersonensucheOpferdatenbank, „RobertReich“ imDokumentationsarchivdesÖsterreichi- schenWiderstands:http://www.doew.at/personensuche, 10.8.2015. 822 Anzeigeder„ÖsterreichischenWerbefilmgesellschaftReich&Co“ in:Festschrift anlässlichdes zehnjährigenBestandesdesFilm-Bundes. Vereinigungkünstlerischer undkunsttechnischerMitar- beiterderFilmerzeugungÖsterreichs inWien1923–1933,Wien1933,Anhang. 823 Österreichische Film-Zeitung, „Die lauernde Gefahr“, Nr. 22, 26. Mai 1928, S. 20 f sowie ebd., „Erfolg einesWerbefilms“, Nr. 40, 28. September 1929, S. 23. Gleichfalls sehr erfolgreichwar seine zweite Auftragsarbeit für die „Zentralstelle für Unfallverhütung“. Seine Produktion VON MITTER- NACHT ZUMITTERNACHT stellte die Gefahren des Arbeitsalltags imRahmen einer Spielfilmhandlung dar, die auch eine Liebesgeschichte verhandelte. In einer Szene wird per Bildschirmvorführung sogar das Internet vorweggenommen. Siehe auch: Paimann’s Filmlisten, 16. Juli 1931, o.S sowie WStLA,MA104,Zl.K2734/31,K2863/32,K2866/32,K3339/33,K3479/33,K740/36,K1465/37. 188 8 DieWerbefilmproduzenten:Etablierung,Organisation,Einflusssphären
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Title
Der österreichische Werbefilm
Subtitle
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Author
Karin Moser
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
316
Keywords
Culture of memory, media history, advertising
Category
Kunst und Kultur
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