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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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istderWerbefilmvielleichtdocheinbisschenheimtückisch;dennermachtsichmit der harmlosestenMiene an seinPublikumheran, spricht vonallgemeinenDingen, wartet, bis dasAuditorium inStimmunggekommen ist und schleudert denNichts- ahnenden gleich einer Bombe sein berühmtestesWurfgeschoß, die Pointe, entge- gen, die entweder ein ‚unübertreffliches Schuhputzmittel‘, einen ‚Qualitätslikör‘, das ‚radikalste Insektenpulver‘ oder andere Spezialitäten zum Gegenstand hat. Doch der Feldzug, den derWerbefilm führt, ist eines von denwenigen, bei denen beide Parteien gewinnen: das Publikum, in demes sich amüsiert, der–Unterneh- mer, indemersicheineArmeeneuerKundensichert.“887 Unterhaltunggalt demnachals Schlüssel zumErfolg einer filmischenWerbeein- schaltung.DasPublikumsollte per „Lustspiel, Sketch,Miniaturoperette“oderTrick- film bei Laune gehalten werden. Dabei wären „Humor und Komik“ richtig zu verteilen,vor„Übertreibungen inText,Musik,SpielundMimik“wurdeausdrücklich gewarnt. Die Zuschauerinnen und Zuschauer galten als mittlerweile durchaus ge- schult und verwöhnt und hätten entsprechend hohe Ansprüche. Auch beim Kurz- werbefilm setztemannun imStil auf eine „diskrete“und „vornehme“Anmutung– soderRatderWerbefilmproduzentenundstaatlichenReklameausbilder.888 Mitunter warenWerbefilm-Aufführungen sogar von spontanen Beifallsbekun- dungen begleitet.889 Doch im Marketingblatt Verkaufspraxis wurde wiederholt davorgewarnt,denUnterhaltungsmomentvordieWerbewirkungzustellen. Immer wieder hättemandieErfahrunggemacht, dassdie ZuschauerinnenundZuschauer begeistert einem Reklamefilm applaudiert hätten, im Anschluss aber nicht mehr wüssten, fürwelchesProduktgeworbenwordenwarodernichteinmalerkannthat- ten,dassessichbeidemStreifenumeinenWerbefilmgehandelthatte.890Dahersei an erster Stelle immer imAuge zubehalten, dass die filmischeReklame „überzeu- gen, beeinflussen“ und „Gedankengänge auslösen soll“, die sich „für den Absatz derWare“als„günstig“erweisen.891 Durchaus andere Töne stimmte ein Berliner Kinobesitzer namens Gustav Bi- schoff 1933an.DerWerbeeffektwar ihmoffenbarwenigereinAnliegenalsdieZu- friedenheit seiner Besucherinnen und Besucher. Seiner Ansicht nachmusste ein 887 Die Epoche. DasMagazin desWerbefilms, „1000WorteWerbefilm“, Nr. 1/März 1929, S. 4, zit. nach:Goergen, In filmoveritas,S. 353. 888 Contact,„WerbungdurchdenFilm“,Nr. 12,Dezember 1933,S. 19 sowieebd.„Vortrag imRah- men der Staatlichen Reklame-Ausbildungskurse: Wie entsteht einWerbefilm?“, Nr. 7/8, Juli/Au- gust 1935,S.30.Reklame-Presse,„FilmwerbungundWerbefilm“,Nr. 2,September1936,S. 2. 889 Verkaufspraxis,„FilmwerbungimEinzelhandel“,Nr. 10, Juli 1935,S.596sowieebd.,„Fehlleis- tungenbeimWerbefilm“,Nr. 3,Dezember 1933,S. 184.Contact,„WerbungdurchdenFilm“,Nr. 12, Dezember 1933, S. 19 sowie ebd., „Applaus für einenWerbefilm“, Nr, 3,März 1936, S. 16.Österrei- chischeFilm-Zeitung,„InternationaleWerbefilmschau“,Nr.49,9.Dezember1933,S.4. 890 Österr. Reklame-Praxis, „Reklame als Begleiterin desmodernenMenschen“, September 1936, S. 23.Verkaufspraxis,„FilmwerbungimEinzelhandel“,Nr. 10, Juli 1935,S.596. 891 Verkaufspraxis,„FehlleistungenbeimWerbefilm“,Nr.3,Dezember1933,S. 184. 208 9 Der„ideale“Werbefilm
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Title
Der österreichische Werbefilm
Subtitle
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Author
Karin Moser
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
316
Keywords
Culture of memory, media history, advertising
Category
Kunst und Kultur
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