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erhaltenbleibenmöge“, erfüllte sichnicht.938Nur eineArbeit Seels entstand inÖs-
terreichbzw.wurdevonWien inspiriert. InDERWIENERBILDERBOGENNR.1 (A 1926)939
werden – in launiger Weise und rund um eine emanzipierte, mondäne Frau der
1920er-Jahre – futuristische Telekommunikationsformen präsentiert und u.a.
jüngste technologischeEntwicklungen(Skype)vorweggenommen.940
Der in Lemberg geborene Ladislaus Tuszynski, auch bekannt unter demPseu-
donymStrix,941wirdgleichfallsalswichtigerGrafikerderMonarchieundZwischen-
kriegszeit geführt. Er war ursprünglich kaufmännischer Beamter,942 bevor er ab
1903als IllustratorundKarikaturist bei derWienerKronenZeitung tätigwar,wobei
ermit seinen Zeichnungen speziell imChronikteil zurDramatisierungder Berichte
beitrug. ImVerlaufder 1920er-Jahrearbeitete er auchvermehrtparallel dazu inder
Filmbranche,übereinige Jahrewarer zudemVorstandsmitgliedbeimFilmbund.943
Gemeinsammit seinemKollegenPeter Eng arbeitete er ab 1920 inder Trickfilmab-
teilung der „Astoria Film“.944 Tuszynski zeichnete ein Hang zur „Naturwahrheit
aus“,wobei er vor allem imErzeugenvon „Raumtiefe undPlastik“hervorstach.945
FürdiverseSpielfilme fertigteergrafische„Dekorationen“ (Titel, Zeichenelemente),
zusätzlich war er als „Filmautor und Dramaturg schriftstellerisch tätig“ und ver-
suchte sich „auch gelegentlich als Darsteller“.946 Ihm zugerechnet werden die
TrickfilmeDIE JAGDNACHDEMKOPFE (A1920),947KALIFSTORCH (A1922),DIEPUPPEDES
MAHARADSCHA (A 1924); auchwird er als technischer Leiter des FilmsGEVATTERTOD
(A1921)geführt.948Tuszynskistarb imSeptember1943 inWien.949
NebeneinemFragmentvonKALIFSTORCH istnureineinzigesseinerWerkenoch
erhalten.950 Die Animationsarbeit AMARANTA ist Teil einer Abenteuerserie rund um
938 DerFilmbote,„LouisSeel-Zeichenfilme“,Nr. 18, 2.Mai 1925,S.36sowieebd.,„LouisSeel-Film“,
Nr.27,4. Juli 1925,S. 14.
939 DieRadio-Ausstellung inNewYork istderAusgangspunktdieserphantasiereichenVision.
940 Siehedazu:Renoldner,Animationsfilm inÖsterreich– 1832, S. 59 f.DerFilm ist erhaltenund
befindetsichu.a. imBestanddesFilmarchivAustria.
941 Der Filmbote, „Die Jagd nach dem Kopfe. Trickfilmgroteske von Strix“, Nr. 27, 3. Juli 1920,
S. 15.
942 Filmkunst,„Namenlexikon.TuszynskiLadislaus“,Nr. 22–30, 1959,S.66.
943 Renoldner,AnimationsfilminÖsterreich– 1832,S.66.
944 DerFilmbote,„Astoria-Film-Gesellschaftm.b.H.“,Nr. 26,26. Juni 1920,S. 18 f.
945 DieFilmwelt,„DerTrickfilm“,Nr.35, 1920,S. 5.
946 Ebd.
947 Der Filmbote, „Die Jagd nach dem Kopfe. Trickfilmgroteske von Strix“, Nr. 27, 3. Juli 1920,
S. 15.
948 Bei den geannnten Filmen dürfte es sich umkeineWerbefilme gehandelt haben. Es ist aber
nichtauszuschließen,dassTuszynski auch fürdieReklamebranche tätigwar,waszumindest seine
ZusammenarbeitmitPeterEngvermuten lässt.
949 Filmkunst,„Namenlexikon.TuszynskiLadislaus“,Nr. 22–30, 1959,S.66.
950 ThomasRenoldnerweistTuszynski 1995nochalsGestalterdesFilmDIEENTDECKUNGWIENSAM
NORDPOL (A 1923) aus. Aktuell wird dieser Film aber Peter Eng zugeordnet. Vgl.: Renoldner,
9.3 Animationskunst 217
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Der österreichische Werbefilm
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
- Title
- Der österreichische Werbefilm
- Subtitle
- Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
- Author
- Karin Moser
- Publisher
- De Gruyter Open Ltd
- Date
- 2019
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-062230-0
- Size
- 17.0 x 24.0 cm
- Pages
- 316
- Keywords
- Culture of memory, media history, advertising
- Category
- Kunst und Kultur