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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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machte,war ihreenormePraxisorientierung;waszuvornur theoretischanden Universitätengedachtwurde,konnte imRotenWienderAustromarxist/inn/en undLiberalenerstmalspraktischangewandtwerden.DieSozialwissenschaften fanden in der sozialdemokratisch regierten Bundeshauptstadt ein Betäti- gungsfeld, das der christlichsozialen (Wissenschafts-/Universitäts-) Politik gänzlich entgegengesetzt und bis spätestens 1934 auch entzogen war. Je um- fassender wissenschaftliche Erkenntnisse im RotenWien umgesetzt wurden, desto entschiedener wurden jedoch an die »schwarze«Universität katholisch- konservative, antimarxistische Professoren berufen. Hinsichtlich der Sozial- wissenschaften ist daher das »Spezifikumder unkonventionellen Institutiona- lisierung« auszumachen respektive eine »alternative Institutionalisierung«161, weil die liberale und austromarxistische imGegensatz zur konservativ-katho- lischen, bald austrofaschistischenRichtung kaumanderUniversität, sondern extramural verankertwar. 3. Staatswissenschaften: EigenständigesDoktorat, verhinderteFachdisziplin DiePolitischenWissenschaften,die inÖsterreichseit1784Teildes juristischen Studiumswaren, hatten imLaufe des 19. Jahrhunderts begonnen, sich in eine Vielzahl von (Nachfolge-) Disziplinen zu spalten. Vorherrschend und univer- sitär verankertwar anderUniversitätWienallerdingsnurdieNationalökono- mie,diealsPolitischeÖkonomie imRahmendes juristischenStudiumsgelehrt wurde. Doch zur Jahrhundertwende hatten einige Rechts- und Staatswissen- schafter begonnen, unterMethodenkritik denGegenstand ihrer Forschung in solcherWeise zu begrenzen und nur unter solchen Fragestellungen zu unter- suchen, dass sie dem Anspruch der Wissenschaftlichkeit gerecht würden162. Insbesondere die Vertreter der Gegenstände der dritten, staatswissenschaftli- chen Staatsprüfung (Allgemeines und Österreichisches Staatsrecht, Verwal- tungslehre undÖsterreichisches Verwaltungsrecht, Volkswirtschaftslehre und Volkswirtschaftspolitik, Finanzwissenschaft) warenmit ihren Fächern nah an (tages-)politischenFragestellungen.Es istdaherkaumverwunderlich,dasssich gerade jeneWissenschafter bemühten, entweder ihren Forschungsgegenstand vonderPolitik zu emanzipieren (z.B.WienerRechtstheoretischeSchule) oder 161 Müller, SozialwissenschaftlicheKreativität 18. 162 InReaktionaufdieallgemeineAusdifferenzierungderDisziplinenbildete sichalsbalddie Unity of Science-Bewegung, hinter der die Idee der Einheits- bzw. »Gesamtwissenschaft« (wie sie inRudolfCarnapsProgrammhieß) stand, die in einem inter- bzw. transdiszipli- närenVerständnis zwar aus vielen Einzelwissenschaften zusammengesetzt ist, aber den- nochzumindest idealitereinkohärentesGanzesergibt. DasStudiumderStaatswissenschaften234
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
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Library
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