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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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Juni 1906, heirateteWengerHildegardCaspaar. InGraz bliebWenger bis Sep- tember 1908, dann folgte erdemRuf andieUniversität inHeidelbergund ein Jahr späterübersiedelte er andieUniversitätMünchen. InMünchenblieb er– mit einer einjährigenPause 1926/27 –bis 1935.Hier gründete er 1909das Se- minar fürPapyrusforschung(ab1923Institut fürPapyrusforschungundantike Rechtsgeschichte), das»zumZentrumderdeutschenPapyrologie«81wurde. Im Studienjahr1924/25repräsentierteWengerdieUniversitätMünchenalsRektor. Nach demTod des Romanisten Paul Jörs schlug dieWiener FakultätWenger »einstimmigundzwarunico loco« fürdieseLehrkanzelvor.82 1926nahmerdieNachfolgevonPaul Jörs anundwurdezumOrdinarius in Wienberufen,dochauchdiezweiteWienerPeriodedauertenureinJahr.Bereits 1927 kehrteWenger zurück nachMünchen, gelegentlich hielt er noch Vorle- sungen inWien alsHonorarprofessor.83 1935wurde er zumdrittenMal nach Wien berufen – die Fakultät hatte ihn abermals »primo et unico loco« vorge- schlagen84–diesmal umdieNachfolgeWoess anzutreten.Hier sollte er bis zu seinerPensionierung1939bleiben. Wenger hielt an derWiener Fakultät neben denHauptvorlesungen zu den Institutionen des römischen Rechts und romanistischen PflichtübungenVor- lesungenundÜbungen zumdeutschen bürgerlichenRecht, wie auch Spezial- lehrveranstaltungen zur antiken Rechtsgeschichte so ein papyrologisches Se- minar oder die Lektüre der Zwölf Tafeln. Als Honorarprofessor hielt er gele- gentlich geblockte Spezialkollegien bspw. zu den Grundzügen der antiken StrafverfassungundzumStaatderRömer.PositivhatWalterUllmannWenger als akademischenLehrer inErinnerungbehalten–erhattebei ihmeinenEin- führungskurs zum römischen Recht besucht. Ullmann bewundert Wengers »charmante,geistig-gewürzte,fastspielerischeVortragsart,ausdervielWeisheit undKlugheit sprach«.85 Wengers imposanteswissenschaftlichesWerkerstreckt sichvomrömischen ZivilprozessüberdieantikeRechtsgeschichtebiszurPapyrusforschung.86Seine 81 Ebd.81. 82 Referentenentwurf zur Nachbesetzung der Lehrkanzel für Römisches Recht zu Z 6057-I/ 1926,ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton608,Rechts-undStaatswissenschaften. 83 ReferentenbogenzumBMUKEZ19536-I/27,ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton 608,Rechtsgeschichte. 84 Referentenentwurf zurNachbesetzung der Lehrkanzel für Römisches Recht zuZ 17520-I/ 1935,ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton608,RömischesRecht. 85 Ullmann, Selbstdarstellung273. 86 Hierwirdnur einkleinerÜberblick gegeben. Ein SchriftenverzeichnisWengers, 157Posi- tionen (ohneRezensionen)umfassend,wurde imAnhangandenNachruf vonKreller ab- gedruckt. Vgl. AlmanachderÖAWaus 1953 332–345. Zu seinerwissenschaftlichenWür- digungvgl.u.a.Thür,Gedächtnisdes50.TodestagesLeopoldWengers;Kreller,Nachruf Wenger;Kaser, LeopoldWenger†. RömischesRecht 275
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938