Page - 277 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Image of the Page - 277 -
Text of the Page - 277 -
senschaften inAthenundordentlichesMitgliedderBayerischenAkademieder
Wissenschaften inMünchen,derenKlassensekretär (1922,1928)undPräsident
(1932) Wenger wurde.93 1926 wurde Wenger auf Vorschlag Wlassaks zum
wirklichen Mitglied derÖsterreichischen Akademie der Wissenschaften ge-
wählt,94 abNovember 1926 war erMitglied der Kommission für die Savigny-
Stiftungund seitDezember 1936derKommission für dieNeubearbeitungdes
MittellateinischenWörterbuches.
Im Juni 193995wurdeWenger, der die imDeutschenReich vorgeseheneAl-
tersgrenzeerreichthatte,pensioniert–bliebaberderUniversitätWienweiterhin
als Lehrender erhalten.96 Er verstarb am 21.September 1953 in Obervellach.
NochheuteträgtdasInstitut fürRechtsgeschichtederUniversitätMünchenden
NamenLeopoldWengers.
e) ErnstSchönbauer97
ErnstSchönbauerkamam29.Dezember1885inWindigsteigbeiWaidhofenan
der Thaya zur Welt. Er war das sechste Kind des Schneidermeisters Franz
Schönbauer und dessen Frau Franziska.98Nach einem Schulbesuch inWaid-
hofen, Krems und Prachatitz [Prachatice/CZ] absolvierte er im Juli 1906 die
ReifeprüfungmitAuszeichnung.DasichseineFamilie in finanziell schwierigen
Verhältnissenbefand,musste Schönbauer sie bereitswährend seiner Schulzeit
unterstützen, indem er Nachhilfestunden erteilte. Schönbauer studierte zu-
nächst inWien Klassische Philologie, Germanistik und Philosophie, ab 1908
verlegte er seine Studien an die Universität Prag – angeregt durch einen »im
Klima des Nationalismus stehenden Aufruf«99 des »Deutschen Volksrates für
Böhmen«. InPragwurdeerauchpolitisch inder»Germania«, dem»Lese-und
Redeverein der deutschen Studenten in Prag« tätig.100Mit seiner Dissertation
»WaldviertlerSchwankmärchenmitvergleichendenMärchenstudien«wurdeer
imJuni1911zumDoktorderPhilosophiepromoviert.Zwischenzeitlichhatteer
93 Wesener,RömischesRecht81; vgl. auchNörr, LeopoldWenger.
94 AÖAW, Wahlen 1919–1936, 1926. Ab 1927 wurde er aufgrund seiner Rückkehr nach
München zumkorrespondierendenMitglied imAusland, 1935wechselte er wieder zum
wirklichenMitglied.
95 InvielenBiographienwird Juni 1938 angegeben (bspw.Wesener, RömischesRecht 82),
dieserFehlerwurde inMeissel,Wedrac,RömischesRecht65aufgeklärt.
96 ZuWengersPensionierungundderenDarstellung inverschiedenenbiographischenWer-
kenvgl.Meissel,Wedrac,RömischesRecht64 f.
97 Vgl. zu ihmKalwoda, Ernst Schönbauer;Meissel,Wedrac, Römisches Recht 57–62;
Schartner, Staatsrechtler 258–259;Mayer-Maly, Ernst Schönbauer zumGedächtnis;
Lhotsky, Ernst Schönbauer.
98 Kalwoda, Ernst Schönbauer283.
99 Meissel,Wedrac,RömischesRecht57.
100 Kalwoda, Ernst Schönbauer285.
RömischesRecht 277
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Title
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Authors
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Publisher
- V&R unipress GmbH
- Date
- 2014
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 838
- Category
- Recht und Politik