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Wachlowski. Das eine beschäftigt sichmit den Institutionen des Römischen
Rechts und fasst auf rund 500 Seiten die Lehren und Vorträge von Leopold
Wenger, Rudolf Sohm, Karl Czyhlarz und Eduard Heilfron zusammen. Das
zweite geht auf rund 130 Seiten auf die römischeRechtsgeschichte »unter Be-
rücksichtigung der Lehren vonProf. Schönbauer,Wenger, sowie der einschlä-
gigenWerkeüberdierömischeRechtsgeschichte, insbesonderederLehrbücher
vonKübler,Heilfron,Sohm-Mitteis, JörsundWlassak«ein.
Zusätzlich zu den Obligatkollegien wurden Lehrveranstaltungen u.a. zum
römischen Straf- und Strafprozessrecht, zur römischen und griechischen
Rechtskunde, zurPapyrusforschungundzurGeschichtedesBergrechts imAl-
tertumabgehalten.
b) DasSeminar für römischesRechtundantikeRechtsgeschichte168
AbdemStudienjahr1930/31schienimPersonalstandverzeichnisderUniversität
Wien das Seminar für römisches Recht und antike Rechtsgeschichte auf. Als
VorständewurdendiebeidenordentlichenProfessorenWoessundSchönbauer
genannt.DasSeminarhatteeinewissenschaftlicheHilfskraft–zwischen1930/31
und1940hatteSlavomirCondanaridiesenPosten inne.DieFachbibliothekdes
Seminars umfasste 1930 2000 Bände. Die inhaltliche Beschreibung der For-
schungsschwerpunktenannte1934/35: »Röm.Rechtsquellen, röm.Staatsrecht;
röm.Privatrecht; röm.Prozeßrecht. Interpolationen-Forschung.Griech.öff. u.
Privatrecht; oriental. Recht desAltertums. Papyrologie (Schriftwesen, Urkun-
dentexte).VergleichungderantikenundanderenRechte«.169
4. Exkurs:DerDeutscheRechtshistorikertag170
Die Idee zurVeranstaltung einesDeutschenRechtshistorikertages stammtvon
Hans Fehr, der sie an seinen Nachfolger in Heidelberg HeinrichMitteis wei-
tergab.171 So kam es 1927 durch LudwigWenger und Heinrich Mitteis172 zu
dessenGründungund er fand erstmals vom9. bis 11. Juni 1927 inHeidelberg
168 Ab 1933/34wurde das Seminar als »Lehrkanzel für römisches Recht und antike Rechts-
geschichte«bezeichnet.
169 Personalstandverzeichnis1934/35, 90.
170 Dieser Abschnitt beschränkt sich nicht auf die Romanisten, sondern umfasst auch die
Germanisten undKanonisten. Als Teilnehmer werdenmangels Teilnehmerverzeichnisse
lediglich Vortragende und namentlich bekannte Diskutanten aufgezählt. Vgl. zum Fol-
gendenauchStolleis,DeutscherRechtshistorikertag.
171 Feine, Bericht672.
172 ZRGRA1927(XLVII), 594.
RömischesRecht 289
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Title
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Authors
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Publisher
- V&R unipress GmbH
- Date
- 2014
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 838
- Category
- Recht und Politik