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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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ImJahresberichtdes I. StaatsgymnasiumsscheintKöstlermit einer sechsstün- digenLehrveranstaltung imSchuljahr1905/06auf.366 Seine erstenEindrückebei derPost schilderteKöstlerwie folgt: »DerPost- dienst kammir zunächst schrecklich öde vor, was mich aber reizte, war die Tatsache, daß das Postrecht in Österreich so gut wie gar nicht und in Deutschland und in der Schweiz nur ganz unzulänglich behandelt war.«367 DiesenUmstandnützteKöstlerausundspezialisiertesichimLaufederJahre in diesemRechtsgebiet.UmsichzudiesemZweckwissenschaftlichWeiterzubilden besuchteerdasöffentlich-rechtlicheSeminarbeiFranzHaukeundJosefLukas, was inweiterer Folge zu seiner Habilitierung führte: »Als der Kanonist Prof. WaltervonHörmannzuHörbachdavonerfuhr, ludermichinseinSeminarein und fragtemicheinesTages, ob ichmichnicht für seinFach interessierenund habilitierenwollte.«368Abgesehen von derAnregung schlugHörmannKöstler aucheinHabilitationsthemavor»DieväterlicheEhebewilligung«.Mithilfeeines StudienstipendiumsverbrachteKöstlerdas Studienjahr 1908/09unddasSom- mersemester1910beiAloysSchulteundUlrichStutz369inBonn,beidemer»sehr viel […], nicht nur an Fachwissen, sondern auch an Technik des wissen- schaftlichen Arbeitens«370 gelernt hatte.371 Bereits im Sommersemester 1908 habilitierte sichKöstler fürKirchenrecht und im folgendenSemestermit dem Werk »Muntgewalt und Ehebewilligung in ihremVerhältnis zueinander nach langobardischem und nach fränkischem Recht«372 für Deutsches Recht in Czernowitz. Er wurde Prüfungskommissär bei der Rechtshistorischen Staats- prüfung und bekam am 4.April 1912 den Titel eines außerordentlichen Pro- fessors verliehen.373Auch imPostdienst taten sichMöglichkeiten auf: »Meine Sprachkenntnisse hättenmir eineEinberufung indie internationaleAbteilung der Generalpostdirektion im Handelsministerium eingetragen. Die Verhand- lungen zerschlugen sich jedoch, da ich auf meine Dozentur hätte verzichten müssen.«3741908wurdedie kirchenrechtlicheLehrkanzel inCzernowitz durch denAbgangHörmanns nach Innsbruck vakant. Gerne hätteHörmann seinen 366 Jahresberichte des k.k. I. Staatsgymnasiums inCzernowitz, online: [http://www.pbc.rzes zow.pl/dlibra/publication?id=2622&from=&dirids=1&tab=1&lp=2&QI= – abgerufen 18.12. 2013]. 367 Köstler, Selbstdarstellung94. 368 Köstler, Selbstdarstellung94. 369 ZurBeziehungKöstler zuStutzvgl.Grass,RudolfKöstlerundUlrichStutz. 370 Köstler, Selbstdarstellung95. 371 In seinem Lebenslauf vom 21.7. 1945 gibt Köstler an das »Schuljahr 1907/08 und das Sommersemester1910« inBonnverbrachtzuhaben.Vgl.UAW,JPA341(RudolfKöstler), 061. 372 Köstler,MuntgewaltundEhebewilligung. 373 Lebenslauf,AÖAW,PersonalaktRudolfKöstler. 374 Lebenslauf,AÖAW,PersonalaktRudolfKöstler. Die rechtshistorischenFächer322
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938