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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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diesem Zweck hielt er auch unentgeltliche Seminare, die unter anderem von Willibald Plöchl besucht wurden. Dieser habilitierte sich als einer der ersten Schüler 1935.Weiters erwähnteKöstler einenzweitenSchüler, ohneNamenzu nennen, schrieb er: »Der nächste [Habilitant] folgte 1937, hatte aberdasMiß- geschick, daß seine Arbeiten, weil eine davon seinem damaligen Chef, dem letzten Unterrichtsminister des selbständigenÖsterreichs gewidmet war, von derGestapobeschlagnahmtund ihmdieHabilitierung verbotenwurde.«389Es handelt sichbeidiesemSchüler umRobertHöslinger.390 DiestaatlichenUmbrüchevon1933/34undvon1938wirktensichaufKöstlers Karriere nicht aus. Erwar keinMitgliedderNSDAP, in seinerAutobiographie stellte er rückblickend fest: »DieNSDAP. [sic!] legtemir,obgleich ich ihrnicht angehörte, nichts indenWeg.Nur als ich am27.Mai 1941 zumkorrespondie- rendenMitgliedderAkademiederWissenschafteninWiengewähltwurde,blieb die Bestätigung aus.«391 Köstler wurde erstmals bei den Wahlen 1940 von Schönbauer zum korrespondierenden Mitglied der Akademie der Wissen- schaften vorgeschlagen, aber erst beim zweiten »Anlauf« 1941 auch gewählt. SchönbauerverwiesinseinemAntragdarauf,dassnachdemTodVoltelinis,dem Köstler besondersnahe stand, die »juristischeGermanistik verwaist [sei] […] [und] es […] deshalb ein Gebot der Gerechtigkeit [sei], das Fachwenigstens durch ein korrespondierendesMitglied vertreten zu lassen«392. Neben Schön- baueralsAntragstellerunterzeichnetenHansHirsch,RichardMeister,Heinrich Srbik, Alfons Dopsch und Wenzel Gleispach den Antrag. Erst nach dem schriftlichenVerzicht auf dieMitgliedschaftwurdeKöstler imOktober 1943– gute zwei Jahre nach der Nominierung – als Mitglied bestätigt.393Vier Jahre später–wiederumunteranderenpolitischenVerhältnissen–wurdeKöstlerzum ordentlichenMitglied derÖsterreichischenAkademie derWissenschaften ge- wählt. ImHochschuldienstwurdeKöstler 1945 belassenmit der Begründung: »beide [Köstler undHansMayer] haben sich stets geweigert, sichumdiePar- teizugehörigkeit zubewerbenundhaben inder schwerenZeit dieBelangeder Wissenschaft hochgehalten.«394 Dementsprechend begehrt waren seine (und auchMayers) BescheinigungenundBezeugungenhinsichtlichder »objektiven Haltung«395der suspendiertenLehrenden. In seinem Gauakt scheint die Mitgliedschaft zur Nationalsozialistischen 389 Köstler, Selbstdarstellung97. 390 Schima, Flüchtling–Mitläufer–Überzeugungstäter? 130. 391 Köstler, Selbstdarstellung97. 392 AntragSchönbauersvom30.4. 1940,AÖAW,Wahlen1937–1944, 1940. 393 UAW, JPA341(RudolfKöstler), 061. 394 AnerkennungsschreibendesDekansDegenfeldvom6.6. 1945,UAW, JCur239GZ312ex 1945. 395 UAW, JCur239GZ709ex1945. Kirchenrecht 325
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938