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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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Schwind.445AlsWalter vonHörmannzuHörbach 1908 vonCzernowitz andie Universität in Innsbruck berufenwurde, wurde Leder nebenUlrich Lampert, JosefEbers,KarlRothenbücher,JosephFreisenundRudolfKöstleralsmöglicher Nachfolger erwogen. Stutz unterstützte seineBerufungund lobte seineArbeit, auchwennereinigeKritikpunktezuLedersHabilitationsschriftanfügte:»Soist das Buch in manchem zu breit, in der Sprache stellenweise fast unwissen- schaftlichblühendundüberall verrät sichderAutodidakt.«446 1909wurdeLederzumaußerordentlichenProfessorinCzernowitzernannt.447 1910 erfolgte die Ernennung zum ordentlichen Professor. 1914 bis 1919 war LederDekanderCzernowitzer Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät. Nach der Rumänisierung derUniversität zog Leder nachWien,448wo er 1919 erfolgreich um die Erneuerung seiner Lehrbefugnis ansuchte. Ab dem Som- mersemester 1920 las Leder als Privatdozent an der Universität Wien. Sein Vorlesungsprogrammumfasste stets eine fünfstündigeLehrveranstaltung zum Kirchenrecht im Sommersemester. Daneben bot er gelegentlich ein kirchen- rechtlichesSeminaran.Weitershielt erVorlesungenzumkirchlichenEherecht, zur Geschichte des Kirchenrechts und zur Rechtsnatur und gesellschaftlichen Grundlage desKirchenrechts.Vereinzelt bot er auchPflichtübungen zumKir- chenrecht an. Leder warMitglied der rechtshistorischen Staatsprüfungskom- mission.Wissenschaftlich beschäftigte er sich vor allemmit Studien »ältester kirchenrechtlicher Quellen und dem Urchristentum«.449 In seinen Arbeiten wandte er sichumstrittenen, kontroversiellenThemenzuundmachte sichda- durchnicht nurBefürworter, sondernauchGegner. SeinWerkzurEntstehung desKatholizismus griff eine Kontroverse zwischen demprotestantischenKir- chenrechtlerRudolf Sohmunddemgleichfalls protestantischenKirchenhisto- rikerAdolf vonHarnackauf: »Leder folgt daraus, daßnunmehr auchdiepro- testantischeLehre,wenngleich sie es ausdrücklichnicht zugebenwill, sichder katholischennähert,wonachdieKirchevonAnfanganeineallerdings lücken- hafteRechtsordnungbesessenhat,mithinkatholischwar.«450Mit seiner Streit- schrift gegenGregor vonHankiewicz451machte er sich selbst beiUlrich Stutz, 445 SchreibendesDekansSchrutkaandasUnterrichtsministeriumvom22.2.1906,ÖStAAVA, UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton611,PersonalaktLederPaulAugust. 446 BriefStutz’anFerdinandKoglervom29.11.1908,Grass,RudolfKöstlerundUlrichStutz 248. 447 Grass, Rudolf Köstler undUlrich Stutz 251. Hussarek, der zu diesemZeitpunkt Sekti- onschef imUnterrichtsministeriumwar, zeigte sich einwenig skeptischundhoffte »daß Lederdasdamit in ihngesetzteVertrauen rechtfertigenundbalddurcheineArbeit seine volleQualität erweisenwird.« 448 Vgl. dazu650–654. 449 BrigitteBöck, LederAugustPaul, in:ÖBLV(Wien1972)80. 450 Köstler,NachrufLeder29. 451 Leder, AchtVorträgeüber das älteste Synodalrecht der päpstlichenGerichtshoheit. Der Die rechtshistorischenFächer332
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938