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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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Der Forschungsschwerpunkt von Lenhoff lag definitiv imArbeitsrecht. So warbereitsseineHabilitationsschrift indiesemGebietangesiedelt,aberauchin den folgenden Jahren folgten literarische Auseinandersetzungenmit arbeits- rechtlichen Problemen nicht nur in der österreichischen Rechtsordnung,175 sondern auch im internationalen Bereich.176Daneben behandelte er verschie- deneBereichedesZivilrechtes:Erpublizierteu.a.eineStudiezurAuflösungder EheundderWiederverehelichung,177wieauchmehrereBeiträge imBereichdes Handels- undWechselrechts. Nähere Betrachtung schenkte er auch den Vor- schriftenbetreffendseinenBroterwerb–denRechtsanwaltsberuf: Soreferierte er am 7. Kongress der Union Internationale des Avocats 1936 über die Versi- cherunggegendieBerufshaftpflichtdesAdvokaten.178 Auch in der Lehre zeigen sich Lenhoffs vielfältige Interessen innerhalb des Privatrechts: Seine Lehrveranstaltungen reichen vom österreichischen Urhe- berrecht, über das Erbrecht zum österreichischen Familienrecht und Grund- buchs- undHypothekenrecht. Sie spiegeln zumTeil auch seine aktuellen For- schungsvorhaben, so bot er nach der Veröffentlichung seines Buches zum Eherecht verstärkt Lehrveranstaltungen zu diesem Thema an: ImWinterse- mester 1926/27 lehrte er das »Eherecht«, im Sommersemester 1927 die »Auf- lösbarkeit undAuflösungder Ehe«, imWintersemester 1927/28 das »Eheliche Güterrecht« und im Sommersemester 1928 die »Hauptprobleme der Ehe und ihrewirtschaftlicheStruktur«.AntagespolitischenThemenbrachteerbspw. im Wintersemester 1921/22 eine Lehrveranstaltungüber »Die Schwankungen des Geldwerts und ihre privatrechtlicheBedeutung«. Einenweiteren Schwerpunkt legte er auch auf dasArbeitsrecht: Er hielt Vorlesungen zum österreichischen Arbeitsrecht (Wintersemester 1922/23), zu denHauptproblemendes österrei- chischen Arbeitsrechts (Wintersemester 1923/24) und desÖfterenÜbungen zumArbeitsrecht. Als Rechtsanwalt vertrat Lenhoff im autoritären Ständestaat oftmals Sozia- listen vor Gericht, was ihn »in Regierungskreisen […] politisch suspekt er- scheinen«ließ.179ErengagiertesichjedochauchinregierungsnaheAktivitäten– so war er gemeinsam mit Erich Hula Mitglied einer von Bundeskanzler Schuschnigg1937eingesetzten»KommissionzurSchaffungeineseinheitlichen Arbeitsgesetzes«.180 ImMärz 1938 hielt sich Lenhoff in der Schweiz auf und konnte er auch nicht an der letzten Sitzung vom 22.6. 1933 teilnehmen; vgl. Heller, Verfassungsgerichtshof264. 175 Bspw.Lenhoff,Koalition;Lenhoff,Kollektivverträge. 176 SoLenhoff, ZwischenstaatlichesArbeitsrecht. 177 Lenhoff,AuflösungderEhe. 178 Dieser Vortrag wurde anschließend in den Juristischen Blättern abgedruckt: Lenhoff, Versicherung. 179 Feichtinger,Wissenschaft zwischendenKulturen293. 180 Feichtinger,Wissenschaft zwischendenKulturen293Fn.6. Die judiziellenFächer374
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
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