Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Recht und Politik
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Page - 426 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 426 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938

Image of the Page - 426 -

Image of the Page - 426 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938

Text of the Page - 426 -

c) Wenzeslaus (von)Gleispach Wenzeslaus (Wenzel) von Gleispach kam am 22.August 1876 als Sohn des Grazer Oberlandesgerichtspräsidenten und späteren Justizministers Johann NepomukvonGleispach413unddessenGattinAntonia, geb.Batthy‚ ny, inGraz zurWelt.Von1886bis1894besuchteerdasStaatsgymnasiuminGraz,studierte anschließend inGraz undWien von 1894 bis 1898Rechtswissenschaften und promovierte inWien imDezember1899.414Bereits 1898begannGleispach sei- nen richterlichenVorbereitungsdienst inGraz.Ab1900warerderStrafrechts- abteilung des Justizministeriums zugeteilt, wo er bereits erste legistische Er- fahrungenbei denArbeiten zumösterreichischenStrafrechtsentwurf sammel- te.415Zwei Jahrespäterwurdeer (offenbarohneHabilitation)416»zumProfessor desStrafrechtes,ZivilprozessesundKonkursrechtesandieUniversitätFreiburg in der Schweiz berufen«,417 und zwar als Nachfolger des nachCzernowitz be- rufenenAdolfLenz.418ImMai1903ginger»eineNeigungsehemiteinerSängerin desGrazerLandestheaters«,419MarieRosenkranz ein, imAugust 1904kamdie gemeinsameTochterMariazurWelt.420AlsderPragerStrafrechtsprofessorHans Gross 1905 an dieUniversität Graz berufenwurde, wurdeGleispach imMärz 1906 zunächst zum außerordentlichen, im Oktober 1907 zum ordentlichen ProfessoranderDeutschenUniversitätPragberufen.421ZweiJahrespäterwurde inGrazdurchdenTodvonJuliusVargha422daszweitestrafrechtlicheOrdinariat neben Gross vakant, worauf Gross als Referent der Besetzungskommission GleispachandieersteStelle,AdolfLenzandiezweiteundFriedrichByloffandie dritte Stelle setzte. Die BevorzugungGleispachs vor Lenz dürfte aus zweierlei Gründenerfolgtsein:EinerseitshandelteessichbeiGleispachumdenSohndes vormaligen Justizministers, der in seiner Amtszeit die Bestrebungen Gross’ unterstützt hatte, andererseits sah Gross in Gleispach einen »kongenialen Partner« für sein geplantes kriminalistisches Institut.423 Entgegen dem Vor- schlag Gross’ erstattete die Grazer Fakultät einen Besetzungsvorschlag, der GleispachundLenzprimoloconannte.DaGleispachbereitwar,seineStellungin 413 VglGleispach Johann, in:ÖBLII (Wien1957), 6. JohannGleispachwar Justizminister im KabinettBadeni. 414 UAW,M32.4–382. 415 RolandGrassberger,Gleispach,Wenzeslaus,NDBVI (Berlin1964)451. 416 In seinem Personalblatt hat Gleispach diese Rubrik durchgestrichen. Vgl. UAW, Senat S. 304.357. 417 ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton610,PersonalaktGleispachWenzel. 418 Probst, Strafrecht 56. 419 GleispachWenzeslausGraf, in:ÖBLII (Wien1957)7. 420 BArch (Berlin-Lichterfelde),R/4901/13263. 421 ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton610,PersonalaktGleispachWenzel. 422 ZuVarghavgl. Probst, Strafrecht 23–30. 423 SoProbst, Strafrecht 56 f., insbes. Fn.131. Die judiziellenFächer426
back to the  book Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938"
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938