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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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zeichnete aus seiner eigenen 20–22 Jahre zurückliegendenpraktischen staats- anwaltlichen und richterlichen Tätigkeit zu bezeugen vermag, jedemgründli- chenRichteroderStaatsanwaltohneweiteres einundwerdeneinemnormalen Detektiv ebenso selbstverständlich einfallen. Derartige Beobachtungen und Einfällemöglichst erschöpfendzusammenzustellenundsystematischzugrup- pieren erscheint dem Unterzeichneten noch nicht als ein wissenschaftlicher Verdienst, sondern nur als eine Fleissleistung, die gewiss zur Unterstützung minderfindigerDetektiveoderUntersuchungsbehördennützlichseinmag,aber nicht deshalb schon die hervorragende Befähigung des Autors erweist.«541 Letztendlich fasste das Professorenkollegium mit allen Stimmen bei zwei Stimmenenthaltungen denBeschluss Streicher die venia legendi für Krimino- logie zuerteilen.542Mit31.Dezember1923wurdeHubertStreicherauf eigenen Wunsch von seinem Posten als ordentlicher Assistent enthoben543 und über- siedeltenachWien.ErhattebereitsimOktoberinWienumdieÜbertragungder venia legendi angesucht, als Gutachter wurdenGleispachundLöffler gewählt. DasÜbertragung wurde im Dezember 1923 beschlossen und Streicher zum ordentlichen Assistenten amUniversitätsinstitut für die gesamte Strafrechts- wissenschaft undKriminalistikbestellt.5441926wurdeaufgrundderGutachten vonGleispachundHold-Ferneck,545die sichpositivzudenArbeitenStreichers zur bedingtenEntlassungund zumWahrsagen546 äußerten, Streichers Lehrbe- fugnis auf Strafrecht und das Strafprozessrecht ausgedehnt. Im gleichen Jahr wurde erfolglos ein Antrag auf Ernennung Streichers zum außerordentlichen Professoreingebracht,alsdieser1928wiederholtwurdeerfolgtedieErnennung Streichers zumaoProfessor.547NachderZwangspensionierungGleispachsmit 31.Oktober1933übernahmStreicherbereits imOktober1933dieLeitungdes Universitätsinstituts für die gesamte Strafrechtswissenschaft und Kriminalis- tik.548 Streichers Spezialgebiete lagen in der Kriminalistik: »Er war ein scharfer 541 SeperatvotumOttoDungers,UAGraz, JuristischesDek.1918/19, 840ex1918/19. 542 BerichtdesDekans,UAGraz, JuristischesDek.1918/19, 840ex1918/19. 543 Schreibender steiermärkischenLandesregierung andasDekanat,UAG, JuristischesDek. Aktendeskrim. Institutes,Zl. 223ex1923/24. 544 SchreibendesDekans Sperl andasUnterrichtsministeriumvom17.12. 1923,ÖStAAVA, UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton614,PersonalaktStreicherHubert. 545 Das Gutachten Hold-Fernecks, der sich den Anträgen des ersten Berichterstatters (Gleispachs)anschließt, istmit20. 6.1926datiert.DasGutachtenGleispachshingegenmit 24. 6. 1926–somit vierTage später!Vgl.ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton 614,PersonalaktStreicherHubert. 546 Streicher,DasWahrsagen. 547 ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton614,PersonalaktStreicherHubert. 548 Schreiben des Dekans Degenfeld an das Unterrichtsministerium vom4.11. 1933,ÖStA AVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton699,InstitutfürStrafrechtundKriminalistik.Die GenehmigungdurchdasMinisteriumerfolgte am9.11. 1933. StrafrechtundStrafprozessrecht 443
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938