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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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die gesamte Strafrechtswissenschaft und Kriminalistik als wissenschaftliche Hilfskraft zu arbeiten, bis 1945blieb er inverschiedenenAssistentenverträgen beschäftigt, 1946erfolgtedieErnennungzumaußerordentlichenProfessorund zumInstitutsvorstand,zweiJahrespäterwurdeerzumOrdinariusfürStrafrecht undKriminologieernannt.5581931erfolgtedieHabilitationfürKriminologie,im gleichen Jahrgingermit einemRockefeller StipendiumindieUSA.Seinedort durchgeführten Studien veröffentlichte er 1933 in der Reihe der Kriminalisti- schen Abhandlungen559 und brachte sie seinen Studierenden im Sommerse- mester1933 imRahmenderVorlesung»Gewerbe-undBerufsverbrechertumin denVereinigten Staaten«dar. 1937wurdeGraßberger der Titel eines außeror- dentlichenProfessors verliehen.Neben seiner Tätigkeit am InstitutwarGraß- berger seit 1931 als Sachverständiger am Gericht tätig – spezialisiert auf Brandermittlungen, Schriftvergleichungs- und Urkundenuntersuchungen wie auchVerbrechensrekonstruktionen.560Bereits im Semester seinerHabilitation begann Graßberger Lehrveranstaltungen zu halten. Zwischen 1931 und 1938 hielt er eine facettenreichePalette anVorlesungen: EineKonstante stelltendie Vorträge zurErscheinungslehredesVerbrechens, zurErforschungderVerbre- chensursachenund zur Psychologie desVerfahrens dar. Daneben bot er gele- gentlich weitere Lehrveranstaltungen an – unter anderem zuWirtschaft und Kriminalität, zuVersicherungskriminalistik und zuKriminalstatistik. Von in- novativenVorlesungsmethodenweißBurgstallerzuberichten:»Erhatnichtnur inseinenVorlesungen laufendmithöchst instruktivenDiapositivengearbeitet, sondern sogar – bereits 1942! – eigene Lehrfilme zur Technik des Einbruchs- diebstahles gestaltet, die an der bekanntenAttraktivität desWienerKrimino- logieunterrichts bis heutewesentlichenAnteil haben.«561Zu seinen Studenten zählten Franz Cs‚ sz‚ r und Manfred Burgstaller. Cs‚ sz‚ r sah die »absolute Stärke« seinesLehrers inder »naturwissenschaftliche[n]Kriminalistik. Für sie hat er scharfeBeobachtung,mit Einfallsreichtumgepaarte, ausgeprägte analy- tische Fähigkeiten und streng systematisches Denkenmitgebracht.«562Graß- bergerbeschränktesichbeiseinenForschungennichtaufeinGebiet,erverstand es vielmehr die Gesamtheit der Strafrechtswissenschaft undKriminalistik im SinnedesInstituteszuerfassen:SobeschäftigteersichmitSittlichkeitsdelikten, Brandstiftung,563SuchtmittelmissbrauchundJugendkriminalität. ImStrafrecht 558 Császár,DieLiebiggasse33. 559 Grassberger, Gewerbs- undBerufsverbrechertum indenVereinigtenStaatenvonAme- rika. 560 Burgstaller,RolandGraßberger70 Jahre307. 561 Burgstaller,RolandGraßberger70 Jahre307. 562 Császár,DieLiebiggasse33. 563 So schreibt Császár,Die Liebiggasse 33: »Sein noch in den 30-er Jahren aufgestelltes Systemder Brandursachenmusste später bloß umkernenergetischeVorgänge derWär- StrafrechtundStrafprozessrecht 445
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
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