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Strafrechtes.KarlMeixner612bot jedesWintersemestereineLehrveranstaltungzur
gerichtlichenMedizinan, auf ihn folgte1928AntonWerkgartner,613der vereinzelt
auch Spezialvorlesungen zum ärztlichen Sachverständigenbeweis inVaterschafts-
prozessenhielt.AlexanderPilcz614 lasdurchgehend forensischePsychiatrie.Eben-
falls Emil Raimann615 bot Vorlesungen zur forensischen Psychiatrie und deckte
gelegentlichauchdieKriminalpsychologieab. JosefWeninger616 scheint imUnter-
suchungszeitraum lediglich imWintersemester 1936/37 und 1937/38mit anthro-
pologischenLehrveranstaltungenauf.
3. DasWienerUniversitäts-InstitutfürdiegesamteStrafrechtswissenschaft
undKriminalistik617
a) Allgemeines
NebendemStraf-undStrafprozessrechtalsnormativemFachsolltenbereitszu
Mitte des 19. Jahrhunderts Vorlesungen zur gerichtlichen Medizin an den
Rechts- undStaatswissenschaftlichenFakultätengem.Punkt 3der juridischen
Studienordnung »in angemessenen Zeiträumen« gehalten werden. Allerdings
handelte es sichdabei umein fakultatives Fach. Indieser FormwurdedieGe-
richtsmedizin auch in die Studienordnung von 1893übernommen. Zusätzlich
bestimmte einMinisterialerlass vom21. Juni 1889: »DadasWesentlichste aus
demGebiete derGefängniskunde in denObligatkollegienüber Strafrecht und
Strafprozeß zumVortrage zu gelangen hat, so erscheint die Einführung von
Obligatvorlesungenüberdie ersterwähnteDisziplinnicht geboten. Esmuß je-
dochmit Rücksicht auf die Bedeutung,welche derGefängniskunde auchvom
Standpunkt der praktischen Strafrechtspflege zukommt, darauf Wert gelegt
werden, daß über die gedachte Disziplin in angemessenen Zwischenräumen
Vorträge abgehaltenwerden.«618AnderWienerFakultätwurde zwar stets eine
Vorlesung zurGerichtlichenMedizin– teilweise abwechselndmit derForensi-
schen Psychiatrie – abgehalten, eine eigene Lehrveranstaltung zurGefängnis-
kundefindetsichindenVorlesungsverzeichnissenderSemesterunmittelbar(SS
1918–WS1922/23)vorderGründungdes Instituts fürdiegesamteStrafrechts-
wissenschaftundKriminalistiknicht.
612 KarlMeixner (22. 3. 1879–6.3. 1955).
613 AntonWerkgartner (5. 6. 1890–1.11. 1970).
614 AlexanderPilcz (2. 8. 1871–30.1. 1954).
615 EmilRaimann(26.2. 1872–7.2. 1949).
616 JosefWeninger (15. 5. 1886–28.3. 1959).
617 Vgl. Staudigl-Ciechowicz,WienerKriminologieundKriminalistik.
618 MinErl. vom21. Juni 1889, Z. 6104, abgedruckt in: Beck, Kelle, Universitätsgesetze 811
Fn.2. Die
judiziellenFächer452
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Title
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Authors
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Publisher
- V&R unipress GmbH
- Date
- 2014
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 838
- Category
- Recht und Politik