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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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Bereits imFebruar 1913wurdeanderUniversität inGrazdask.k.Kriminalis- tischeUniversitätsinstitutGrazgegründet, dessenVorsteher zunächstHansGross undnachdessenTod1915AdolfLenzwurden.621KnappzehnJahrespäterwurdeein solches InstitutauchanderWienerRechts-undStaatswissenschaftlichenFakultät unterderBezeichnung»UniversitätsinstitutfürdiegesamteStrafrechtswissenschaft undKriminalistik«errichtet.Gleispacherklärtezudemrelativ langenInstitutsna- men,dasser»einerseitsdenengenZusammenhangdersogenanntenHilfswissen- schaften mit der Strafrechtswissenschaft im engeren Sinn, andererseits ein HauptarbeitsgebietdesInstitutes,dieKriminalistikimSinnevonHansGross,schon imTitel«622betonenwollte. Inhaltlich sollten sichdasStrafrechtunddieHilfswis- senschaften gegenseitig ergänzen. In einemArtikel über sein Institut beschrieb GleispachdiewechselseitigenEinflüssebildhaft: »So liefertdieErscheinungslehre denbreiten tatsächlichenUnterbau, auf demdasNormengebäudedes Strafrechts aufgeführt ist;dieKriminalpolitikbildetdieKrone,mitKriminalpolitikkannsich nurdererfolgreichbefassen,derdasVerbrechenals tatsächlicheErscheinungund alsRechtsbegriffkennt.«623 b) DieEntstehung Laut eigenenAngabenveranstalteteGleispach imWintersemester1921/22eine als »strafrechtlicheKlinik«bezeichneteLehrveranstaltung (die allerdingsnicht imoffiziellenVorlesungsverzeichnissenangeführtwurde).Sie fand jedeWoche einmal zweistündig in den Räumlichkeiten der Polizeidirektion statt. Zum ZweckderVorführungenstanden»sogenannte ›Schüblinge‹zurVerfügung,das sind abgeurteilte Leute, die ihre Freiheitsstrafe verbüßt hatten und ausWien oderalsAusländerausganzÖsterreichabgeschafft(landesverwiesen)waren«624. Mit deren Einverständnis präsentierte sie Gleispach den Studierenden und sprachmitihnenüber»dasElternhaus,dieVerhältnissederJugendzeit[…]über die Tat selbst und ihre Grundlagen«625. Zum Ablauf seiner Vorführungen schilderteGleispach:»Vor jedereinzelnerVorführunghabe ichmeinenHörern kurzdieTatsachenmitgeteilt,dieausdenAktenzuentnehmenwaren,nachder Abführung das Bild abzurunden versucht und besprochen, das der Einzelne geboten hatte. DieHörer nahmen an dieser Besprechung teil, hingegen regel- mäßig nicht an derUnterhaltungmit demVorgeführten.«626Am18.Mai 1922 621 ZumGrazerUniversitätsinstitutvgl:Probst, Strafrecht48–52mwN;Bachhiesl,Grazer SchulederKriminologie. 622 Gleispach,Universitätsinstitut 28. 623 Gleispach,Universitätsinstitut 28. 624 Gleispach,Universitätsinstitut 28. 625 Gleispach,Universitätsinstitut 29. 626 Gleispach,Universitätsinstitut 29. Die judiziellenFächer454
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
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